Was ist die Hypophyse?

Sie ist nur erbsengroß und wiegt weniger als ein Gramm. Dennoch kontrolliert sie das gesamte Hormonsystem des Menschen. Gerät sie aus den Fugen, kann es zu vielen Krankheiten kommen.

Zwei Lappen mit unterschiedlichen Funktionen

Wie ein Tropfen hängt die Hypophyse, die auch als Hirnanhangsdrüse bezeichnet wird, am Hypothalamus, einem Areal des Gehirns. Dort liegt sie in einer knöchernen Vertiefung knapp über der Schädelbasis, dem sogenannten Türkensattel. Sie besteht aus zwei Hälften, dem Hypophysenhinterlappen und dem Hypophysenvorderlappen, die unabhängig voneinander arbeiten.

Der Hypophysenhinterlappen ist ein Speicherorgan. Die Hormone Adiuretin (früher auch Vasopressin genannt) und Oxytocin, die im Hypothalamus gebildet werden, werden dort zwischengelagert und bei Bedarf abgegeben. Adiuretin spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Wasserhaushalts des Körpers. Oxytocin löst während der Schwangerschaft die Wehentätigkeit aus, und sorgt in der Stillzeit für das Einschießen der Muttermilch.

Im Hypophysenvorderlappen werden eine Vielzahl von Hormonen gebildet. Der übergeordnete Hypothalamus setzt dazu "Steuerhormone" frei, die die Hypophyse zur Produktion von eigenen Botenstoffen anregt, oder die Bildung hemmt. In der Hypophyse werden u.a. Hormone gebildet, die auf die Schilddrüse und die Nebenniere einwirken, Einfluß auf die Pigmentierung der Haut haben und für die Bildung von Östrogen, die Reifung der Eierstöcke und die Entwicklung der Spermien zuständig sind.

Funktionseinheit Hypothalamus - Hypophyse

Hormon- und Nervensystem des Menschen sind sehr komplex und eng miteinander verbunden. Haben wir Ihr Interesse an den genauen Abläufen unseres körpereigenen Nachrichtensystems geweckt, dann stöbern Sie doch ein wenig in unseren Lexika!