Wer war Theodor Fontane?
Theodor Fontane (1819-1898) zählt zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern. Getauft wurde er auf den Namen "Henri Théodore"; seine Vorfahren waren Hugenotten, die - wegen ihres calvinistischen Glaubens verfolgt - Ende des 17. Jahrhunderts aus Frankreich ins märkische Brandenburg flohen.
Vom Apotheker zum Schriftsteller
Sein Vater Louis Henri war Inhaber der Neuruppinger "Löwen-Apotheke". Auch Theodor Fontane erlernte den Beruf des Apothekers, verfasste aber schon während der Lehrzeit Gedichte und kleine Prosastücke. Er arbeitete bis 1843 u.a. in Dresden und Leipzig als Apothekergehilfe. 1847 legte er das Staatsexamen zum "Apotheker erster Klasse" ab und lehrte danach in einem Berliner Krankenhaus Pharmazie. Mit dreißig Jahren hängte er den Beruf des Apothekers an den Nagel und widmete sich fortan der Schriftstellerei. Ein unsicherer Broterwerb, der ihn veranlasste, sich auch - und das erfolgreich - als Theaterkritiker, Auslandskorrespondent und Kriegsberichterstatter zu versuchen.
"Ein Apotheker, der anstatt von seiner Apotheke von der Dichtkunst leben will, ist so ziemlich das Tollste, was es gibt," soll er im nachhinein über seinen Entschluss, Schriftsteller zu werden, gesagt haben. Dank dieser Entscheidung ist ein großes Werk, sind bewegende Romane wie "Effi Briest", "Der Stechlin", "Irrungen und Wirrungen" oder "Vor dem Sturm" entstanden.
Theodor Fontane war ein großer deutscher Romancier, ein kritischer und auch ironischer Beobachter gesellschaftlicher Milieus, ein Meister des Dialogs. 1898 starb er an den Folgen eines Schlaganfalls.
