Herzschutz mit Olivenöl

Olivenöl © Pezibear (Pixabay)

Bei erhöhtem Cholesterinspiegel gilt Olivenöl als das Öl der Wahl. Vor allem die reichlich enthaltenen einfach ungesättigten Fettsäuren können das Cholesterin effektiv senken. Im Gegensatz zu anderen Pflanzenölen enthält Olivenöl phenolische Komponenten und andere sekundäre Pflanzenstoffe, die für den einzigartigen Geschmack und den Duft von Olivenöl verantwortlich sind. Viele dieser Verbindungen haben positive Wirkungen auf die Gesundheit.

Gesundheitsförderndes Oleuropein

Eine dieser gesundheitsfördernden Substanzen ist das Phenol Oleuropein, das starke antioxidative Wirkungen hat. Die phenolische Verbindung Oleuropein aus Olivenöl hat eine hohe antioxidative Wirkung und schützt vor dem Herzinfarkt, so Katrin Raschke, Diplom Oecotrophologin beim Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.). Ein Kilogramm extra natives Olivenöl enthält 50 bis 800 Milligramm phenolische Substanzen, die sich teilweise in ihrer Wirkung gegenseitig unterstützen. Oleuropein und andere Begleitstoffe finden sich jedoch nur im nativen Olivenöl, nicht in raffinierten Produkten.

Doch so gesund Olivenöl auch ist, es sollte dennoch nicht zusätzlich zur normalen Ernährung aufgenommen werden. Empfehlungen, täglich einen Esslöffel davon pur zu schlucken, sind schlichtweg Unsinn, betont Raschke. Wenn es um Fett geht, ist immer die Minimallösung gefragt, denn jedes Fett ist eine Kalorienbombe. Die Ernährungsexperten des DIET raten, Olivenöl im Austausch gegen andere Fette einzusetzen, beispielsweise als Bratfett, Salatöl oder in Form von spezieller Margarine.

Antioxidantien gegen freie Radikale

Antioxidantien schützen vor Schädigungen durch aggressive freie Radikale, dem oxidativen Stress. Oxidativer Stress trägt entscheidend zur Entstehung der koronaren Herzerkrankung bei, da er Blutgefäße beschädigt und LDL-Partikel verändert. Besonders dieses oxidierte LDL-Cholesterin steht im Verdacht, Arteriosklerose auszulösen. Oleuropein schützt in Studien das LDL-Cholesterin vor Oxidation. Zusätzlich hemmt Oleuropein die Bildung entzündungsfördernder Stoffe und die Bildung von Blutgerinnseln.

Polyphenole sind wichtige Komponenten der Pflanze und schützen sie vor Umweltstress. Sie finden sich vor allem in den Pflanzen, die starken Belastungen, beispielsweise durch Sonnenlicht, ausgesetzt sind. Durch den hohen Phenolgehalt ist Olivenöl viel stabiler gegen Oxidation als andere Öle.

Wem Olivenöl nicht schmeckt, der kann auch auf Rapsöl zurückgreifen. Rapsöl fehlen zwar die reichhaltigen sekundären Inhaltsstoffe des Olivenöls, es hat aber eine ähnlich günstige Fettsäurenzusammensetzung. Als Aufstrichfett ist auch phytosterinhaltige Margarine zu empfehlen, die den Cholesterinspiegel senken kann.

Aktualisiert: 03.03.2016 – Autor: Deutsches Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik

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