Studenten und Ernährung: Vom Hauptseminar zur Heißhungerattacke

Mit dem neuen Wintersemester beginnt für rund zwei Millionen Studierende wieder die Zeit der Klausuren und mündlichen Prüfungen. Und das heißt oft: Stress pur. Fast unbemerkt verändern sich jetzt auch die Ernährungsgewohnheiten. Während manch einem die Anspannung regelrecht auf den Magen schlägt und er aus Zeitmangel und Überlastung kaum noch etwas isst, stellt sich bei anderen ein unstillbares Verlangen nach bestimmten, meist ungesunden Speisen ein.

Essen gegen Stress

"Wenn ich im Prüfungsstress bin, brauche ich einfach Schokolade – die beruhigt!" So wie Miriam K. geht es vielen Studenten. Die DAK befragte Hamburger Studierende zu ihrem Essverhalten in Prüfungszeiten und fand heraus, dass bei Stress-Essern neben fettreichen Speisen wie Pizza und Fertiggerichten vor allem Zuckerhaltiges hoch im Kurs steht. Gerade Studentinnen setzen den Schokoriegel ganz oben auf ihren Prüfungsspeiseplan: Rund 60 Prozent der befragten Frauen zwischen 20 und 29 Jahren bekannten sich zur zart-schmelzenden Sünde. Bei den männlichen Kommilitonen war es immerhin knapp ein Viertel.

Essen als Belohnung

"Beim Stress-Essen geht es in erster Linie nicht um die Befriedigung von Hunger", erklärt Diplom-Psychologe Frank Meiners von der DAK. „Vielmehr wollen sich Stress-Esser für etwas belohnen – zum Beispiel für die Strapazen des Lernens." Ein Verhalten, das langfristig ernste gesundheitliche Folgen haben kann. Denn auch wenn die kleine Belohnung zwischendurch auf den ersten Blick kein Problem darstellt: "Einmal erlernte Mechanismen wird man nur schwer wieder los", so Meiners weiter. Daher sollte man so früh wie möglich Gegenmaßnahmen ergreifen, damit der Teufelskreis aus Stress und Belohnung durch Essen gar nicht erst entsteht.

Aktualisiert: 07.01.2014 – Autor: DAK

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