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Vorsicht bei diabetesbedingtem Nährstoffmangel

Rund sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes und seinen Folgen. Was selbst erfahrene Diabetiker meistens nicht wissen: Ihr Körper hat einen erhöhten Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen, der auch über eine ausgewogene Ernährung nur schwer gedeckt werden kann. Eine optimale Versorgung mit diesen Mikronährstoffen kann jedoch das Risiko von Folgeschäden, die aufgrund des erhöhten Bedarfs auftreten, senken.

Nieren- und Sehschäden, Nervenerkrankungen, Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall – die Liste möglicher Langzeitfolgen von Diabetes ist lang und den meisten Erkrankten nur allzu gut bekannt. Doch lediglich die wenigsten wissen, dass Diabetiker einen erhöhten Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen haben. Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, kann dies das Risiko von Folgeschäden zusätzlich erhöhen und Beschwerden verursachen.

Auf welche Mikronährstoffe kommt es an?

Chrom verbessert die Glukosetoleranz. Das heißt bei gleicher verzehrter Zuckermenge steigen die Blutzuckerspiegel weniger an. Dies wird auf eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Insulin zurückgeführt. Die empfohlene tägliche Zufuhr beträgt dabei mindestens 200 mcg, in einigen Studien wurden aber auch bis zu 1000 mcg verabreicht. Diabetiker haben häufig reduzierte Magnesiumspiegel. Bei Insulin-abhängigen Diabetikern, die gleichzeitig an Magnesiummangel litten, kam es häufiger zu Augenschäden. Die erhöhte Rate an Fehlgeburten sowie an Geburtsdefekten bei Müttern mit diesem Krankheitsbild wurde ebenfalls mit Magnesiummangel in Zusammenhang gebracht.

Viele Diabetiker haben Zinkmangel, was zu einer Beeinträchtigung des Immunsystems führen kann. Aus diesem Grund empfehlen Experten die Einnahme von 15-25 mg Zink täglich. Ein weiteres wichtiges Nahrungsergänzungsmittel bei Diabetes mellitus ist die Alpha-Liponsäure. Diese verbessert nachweislich die Insulinempfindlichkeit und lindert die Symptome der diabetischen Neuropathie (Nervenschädigung). Studien legen den Verdacht nahe, dass niedrige Vitamin E-Blutspiegel mit einem erhöhten Risiko für Diabetes einherzugehen. Täglich mindestens 900 Internationale Einheiten Vitamin E scheinen die Glukosetoleranz bei Altersdiabetes zu verbessern. Für eine schützende Wirkung gegenüber den bekannten und gefürchteten Komplikationen an Augen und Nieren gibt es ebenfalls Hinweise.

Auch der Vitamin C-Blutspiegel eines Diabetikers ist häufig verringert. Studien zeigten, dass die Einnahme von Vitamin C die Glukosetoleranz verbessern und die Nieren schützen kann. Ähnliche Ergebnisse wurden auch für Vitamin B6 berichtet. Die gemessenen Blutspiegel waren bei Diabetes-Patienten mit Nervenschäden besonders niedrig. Auch hier konnte die Einnahme eines entsprechenden Nahrungsergänzungsmittels die Glukosetoleranz verbessern. Der gleichzeitige Verzehr von Vitamin B1 und B12 wird insbesondere bei Diabetikern mit Neuropathie empfohlen.

Im Glukosestoffwechsel spielen auch Biotin und Coenzym Q10 eine Rolle. Die Einnahme von 9-16 mg Biotin für mindestens 1 Woche konnte in verschiedenen Studien den Nüchternblutzucker von Diabetikern deutlich senken. Eine positive Wirkung auf den Schmerz bei Nervenschädigungen wurde ebenfalls beschrieben. Um einem möglichen Coenzym Q10-Mangel, wie er bei Altersdiabetikern beobachtet wurde, vorzubeugen, raten manche Experten zusätzlich zum Verzehr von 50 mg Coenzym Q10 täglich.

Für einen anderen Eiweißbaustein, das Taurin, wurden bei Diabetes Typ 1 erniedrigte Blutspiegel gemessen, was mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen einhergeht. Daher kann auch die Einnahme von Taurin durchaus sinnvoll sein.

Vitamine bei Diabetes - die Mischung macht's

Um den eigenen Körper ausreichend mit Mikronährstoffen zu versorgen, können Diabetiker notfalls auf spezielle diabetische Lebensmittel zurückgreifen. Verschiedene Hersteller bieten mittlerweile Präparate an, die in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Dosierung eigens auf die Bedürfnisse von Diabetikern ausgerichtet sind. Diese ersetzen zwar nicht die regelmäßige Insulinspritze, können aber zu einer höheren Lebensqualität merklich beitragen. Befragen Sie hierzu am besten Ihren Arzt oder Apotheker.

Aktualisiert: 06.12.2013

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