Ernährungstipps bei Dünndarmausgang

Gedünstetes Gemüse als Ernährung bei Dünndarmausgang © RitaE@pixabay

Befindet sich der künstliche Ausgang im Bereich des Dünndarms oder am Anfang des Dickdarms braucht der Darm nach der Operation eine Weile, bis er sich auf die veränderte Verdauung umgestellt hat. In der ersten Zeit kann der Stuhlgang noch dünnflüssig sein, später sollte er dann dickflüssig werden. Da der Dickdarm nicht passiert wird, kann allerdings kein fester, regelmäßiger Stuhlgang gebildet werden.

Dünndarmausgang: 7 Tipps zur Unterstützung des Darms

Besonders in der Anfangsphase ist der Darm noch nicht in der Lage, alle Nährstoffe in ausreichender Menge aufzunehmen. Einige Tipps helfen jedoch, den Darm gerade in dieser Zeit zu unterstützen und den Körper möglichst gut mit Nahrung zu versorgen:

  1. Trinken Sie ausreichend – ca. 2 Liter pro Tag. Trinken Sie bevorzugt schluckweise zwischen den Mahlzeiten und nur wenig zu den Mahlzeiten. Bevorzugen Sie Tee und Mineralwasser ohne Kohlensäure. Auch Brühe und Sportlergetränke (isotonische Getränke) sind gut geeignet, da sie viele Elektrolyte enthalten.
  2. Verteilen Sie die Nahrungsaufnahme gleichmäßig über den Tag (5–6 Mahlzeiten). Essen Sie langsam und kauen Sie gut.
  3. Versuchen Sie möglichst viele Vollkornprodukte zu essen, da diese helfen, den Stuhl einzudicken. Achten Sie dabei aber darauf, dass das Getreide fein gemahlen ist. Grobes Körnerbrot ist meist weniger gut verdaulich. Bei sehr flüssigem Stuhl sind insbesondere gekochter Naturreis oder Breie und Suppen aus Getreideflocken, -schrot oder Grieß empfehlenswert.
  4. Bereiten Sie die Speisen zunächst fettarm zu und wählen Sie schonende Garmethoden wie Dünsten und Dämpfen oder die Zubereitung im Schnellkochtopf.
  5. Sollten Sie rohes Obst und Gemüse nicht gut vertragen, dünsten Sie es ein wenig an. Später können Sie dann immer mal wieder versuchen, auf Rohkost umzustellen.
  6. Meiden Sie schwerverdauliche, schlackenreiche und faserhaltige Lebensmittel. Hierzu gehören beispielsweise Spargel, die Haut von Tomaten, Pilze, Obstschalen, Orangen, Ananas, Nüsse, Popcorn und zähes Fleisch. Diese Fasern können das Stoma verstopfen und zu einer so genannten "Stomablockade" führen.
  7. Testen Sie sehr säurereiche Lebensmittel und Getränke wie Orangensaft, Tomaten etc. vorsichtig aus - diese können das Stomas reizen.

Verträglichkeit hängt vom eigenen Körper ab

Viele Betroffene erwarten genaue Anweisungen, wie sie sich zukünftig hinsichtlich der Ernährung verhalten sollen. Zwar können Tipps wie die weiter oben hilfreich sein, doch wie der Darm manche Lebensmittel verträgt, kann individuell sehr unterschiedlich sein.

Deshalb sollten Sie selber austesten, was Sie vertragen und was Ihnen weniger gut bekommt. Lassen Sie sich dabei nicht beeinflussen von den Ratschlägen anderer – jeder Körper reagiert anders. Zu viele gut gemeinte Tipps führen häufig zu einer starken Einschränkung der Lebensmittelauswahl. Der Körper wird dann möglicherweise nicht mehr mit allen Nährstoffen versorgt und das Essen macht weniger Spaß.

Sollten Sie dauerhaft Beschwerden wie Durchfälle oder Verstopfung haben oder zunehmend Gewicht verlieren, ist es ratsam, Ihren Arzt oder eine Ernährungsfachkraft aufzusuchen, um durch gezielte ernährungstherapeutische Maßnahmen die Probleme anzugehen.

Aktualisiert: 06.06.2019 - Autor: Dr. rer. med. Angela Jordan (Diplom-Oecotrophologin) / Überarbeitung: Dagmar Reiche

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