Schmerzlinderung aus der Chilischote

Cayennepfeffer © Ajale

Cayennepfeffer erzeugt nicht nur in scharfen Gerichten von innen feurige Warme im Körper. In den Früchten des Cayennepfeffers, den Chilischoten, ist der Wirkstoff Capsaicin enthalten. Er wirkt auch von außen bei Gelenkschmerzen wärmend, schmerzlindernd und heilend. Eine Salbe mit Cayennepfeffer regt die Durchblutung tief im Gelenk an, die Nährstoffversorgung der Gelenkknorpel wird gefördert, die Bildung von Gelenkschmiere angeregt. Die Schmerzen lassen nach, und damit kehrt die normale Beweglichkeit zurück. Nach längerer Anwendung reagieren auch die Nervenfaserenden auf das Capsaicin – die langfristig schmerzstillende Wirkung tritt ein.

Der Cayennepfeffer – ein natürliches Heilmittel

In der Medizin finden die Früchte des Cayennepfeffers seit langer Zeit Anwendung. Vor allem bei der Behandlung von Gelenkschmerzen, Arthrose oder Rheuma setzt man auf die Wirkung des Capsaicin in der äußerlichen Anwendung.

Bekannt ist das scharfe Gewürz als natürliches Heilmittel für seine Wärmewirkung, seine entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften. Als Bestandteil einer Salbe reizt das Capsaicin aus dem Cayennepfeffer die Wärme- und Schmerzrezeptoren der Haut. Ein angenehmes Wärmegefühl breitet sich aus, die Durchblutung im schmerzenden Gelenk wird angeregt. Die natürliche Warme wirkt sofort schmerzlindernd. Durch die bessere Durchblutung werden mehr Nährstoffe an die Gelenkknorpel transportiert, wodurch die Produktion der Gelenkschmiere gefördert wird.

Da man wegen der reduzierten Schmerzen auch wieder zur normalen Bewegung zurückkehren kann, wird die Gelenkschmiere besser verteilt – das Gelenk kann wieder "wie geschmiert" funktionieren.

Capsaicin leert die "Schmerzspeicher"

Die Wiederherstellung möglichst normaler Bewegungen ist von großer Bedeutung bei Gelenkschmerzen und rheumatischen Erkrankungen. Ohne Bewegung kann das Gelenk nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden – der Knorpel "verhungert", die Funktionstüchtigkeit der Gelenke wird immer weiter eingeschränkt. Der natürliche Inhaltsstoff des Cayennepfeffers wirkt zusätzlich diesen entzündlichen und schmerzhaften Vorgängen entgegen.

Dr. Jan-Peter Jansen, Schmerztherapeut aus Berlin, erklärt den Wirkmechanismus: "Capsaicin hemmt die Freisetzung eines bestimmten Schmerzbotenstoffes, der sogenannten Substanz P. Die bestehenden Vorräte an dieser Substanz P werden entleert, die Schmerzsignale nicht mehr übertragen. Auch nach Beendigung der lokalen Therapie mit einem Cayennepfeffer-Balsam hat der Patient keine Schmerzen mehr". Erste Reaktionen auf die Leerung der "Schmerzspeicher" sind meist schon nach wenigen Tagen zu spüren Nach mehrwöchiger Behandlung zeigt sich die langfristige Wirkung.

Rheuma – Volkskrankheit Nummer Eins

Rheuma tritt in einer Vielzahl von Formen auf. Die wohl am meisten verbreitete Form ist die Arthrose. Sie entsteht, wenn das Gelenk nicht ausreichend durch Gelenkschmiere "geschmiert" wird. Da für die Bildung neuer Gelenkschmiere die Bewegung des Gelenks sehr entscheidend ist, tragen Schmerzen im Gelenk und die daraus folgende Schonhaltung wesentlich zur Abnutzung des Gelenkknorpels bei. Ein Teufelskreis aus: Schmerz – Schonung des Gelenks – mangelnder Durchblutung – fehlender Gelenkschmiere – zunehmender Abnutzung des Gelenkknorpels führt im Laufe der Zeit zu immer schmerzhafteren Gelenkveränderungen.

Wärme wird bei einer Arthrose und bei vielen anderen rheumatischen Erkrankungen oft als besonders wohltuend empfunden. Die natürliche Wärme des Cayennepfeffers mit seinen heilsamen Auswirkungen bis tief in die Gelenkfunktionen hat sich bei Rheuma, der "Volkskrankheit Nummer Eins", bewährt. Die äußerliche Anwendung des Capsaicins in einer Salbe hat zudem den Vorteil, direkt und unmittelbar lindernd am Ort des Geschehens zu wirken, ohne den Organismus insgesamt zu belasten.

Aktualisiert: 09.04.2019

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