Kohl und Erkrankungen

Kohl kann aufgrund seiner Radikalfänger vor Erkrankungen wie Krebs vorbeugend schützen. Doch birgt nicht-biologisch angebauter Kohl auch einige Gefahren, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken können. Lesen Sie hier mehr darüber, wie Antioxidantien in Kohl wirken und wie Sie die Aufnahme von Nitrat über Kohl vermeiden können.

Kohl und Erkrankungen

Durch den Verzehr von Kohlgemüse kann man sich vor Krebs schützen. Dies führen die Wissenschaftler vor allem auf die 49 verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe zurück. Einer dieser Stoffe ist der Farbstoff Lycopin, der vor Magen- und Darmkrebs schützt.

Carotinoide wie Beta-Carotin sind ebenfalls in großen Mengen enthalten. Sie versorgen die Pflanzen mit den Farben gelb, orange oder rot. Im menschlichen Organismus wirken sie als Antioxidantien, das sind sogenannte Radikalfänger.

Wie Radikalfänger wirken

Freie Radikale entstehen in jeder einzelnen Zelle des menschlichen Körpers. Sie zerstören zum Beispiel Chromosomen mit Erbsubstanzen, Gewebe und Organe. Der menschliche Organismus schützt sich vor den Radikalen mit einem sogenannten antioxidativen Schutzsystem. Dieses System reicht aber in unserer von Umweltgiften belasteten Welt keinesfalls aus.

Antioxidantien aus der Nahrung fangen die freien Radikale ab, vermindern das Risiko eines Herzinfarktes, beugen Krebs vor, schützen die Zellen vor Schädigung des Erbmaterials und stärken das Immunsystem.

Kohl und Nitrat

So viel versprechend die krebsvorbeugenden Inhaltsstoffe des Kohl sind, auch er enthält, wie so viele Gemüsesorten, krebserregende Komponenten: Neben seinen vielen guten Inhaltsstoffen reichert Kohl auch Nitrat an. Dies gelangt durch Stickstoffdüngung in die Pflanze. Nitrat wandelt sich im menschlichen Stoffwechsel zu Nitrit, das im Körper den Sauerstofftransport im Blut hemmen kann. Zusammen mit Eiweißbausteinen können sich darüber hinaus die krebserregenden Nitrosamine bilden.

Daher sollte man Kohl aus biologischem Anbau wählen, der nachweislich weniger Nitrat enthält. Gemüse aus dem Gewächshaus kann besonders nitratreich sein. Kochsalz kann im Magen durch bestimmte Bakterien die Nitritbildung unterstützen. Auch bei unsachgemäßer Zubereitung oder Wiederaufwärmen der Speisen können Nitrite und daraus wiederum Nitrosamine entstehen.

Richtig gelagert, vor allem bei niedrigen Temperaturen, wird das Nitrat im Wintergemüse in Eiweiß umgewandelt: So wurden bei Chinakohl nach einem Monat 16 Prozent, nach vier Monaten 50 Prozent weniger Nitrat gemessen.

Blähungen durch Kohl

Eine unangenehme Eigenschaft von Kohlgemüse ist, dass es Blähungen hervorrufen kann. Mit etwas Kümmel, der mitgekocht wird, lässt sich dies verhindern. Wer Kümmelkörner nicht mag, verwendet die gemahlene Variante.

Warum der Kohl riecht

Es ist wohl sein unangenehmer Geruch, der viele davon abhält, Kohl zu essen. Verantwortlich für die Geruchsbelästigung sind die Schwefelverbindungen, die sich erst beim Kochen entfalten. Nun erst werden im Kohl enthaltene Enzyme aktiviert, die die verzuckerten Schwefelmoleküle spalten. Der Kohl beginnt daraufhin sein typisches Aroma zu entfalten.

Je länger die Kochzeit, desto mehr Moleküle werden freigesetzt. Wer allerdings etwas Essig oder eine Walnuss mitkocht, kann den Geruch deutlich verbessern, manch einer schwört auf eine Zitrone im Topf.

Aktualisiert: 10.12.2018 – Autor: bo

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