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Sprossen: Gesundheit von der Fensterbank

Kresse-Sprossen © Pezibear (Pixabay)

Rasch keimende Sprossen von Linsen, Alfalfa, Mungobohnen & Co. sind gesund und lecker. Gerade im Winter, wenn auf dem Feld, im Garten oder auf dem Balkon nicht viel zu ernten ist, lohnt sich eine Sprossenzucht. Wie Sie Sprossen ganz einfach selber ziehen können und welche gesunden Inhaltsstoffe in ihnen stecken, erklären wir Ihnen hier.

Inhaltsstoffe von Sprossen

Sprossen enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Nahrungsfasern und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Während die Samen auskeimen, steigt der Nährstoffgehalt stark an. Dies trifft besonders auf die folgenden Vitamine zu:

Auch der Gehalt an Mineralstoffen nimmt während der Keimung zu. Vor allem gilt das für:

  • Kalzium
  • Phosphor
  • Magnesium
  • Zink
  • Eisen

Sprossen enthalten hochwertiges Eiweiß aber wenig Kalorien. Der Abbau von komplexen Kohlenhydraten zu Einfachzuckern während des Sprossens vermindert die blähende Wirkung, insbesondere der Hülsenfrüchte. Der Gehalt an Phytinsäure, die die Resorption einiger Mineralstoffe vermindert, sinkt.

Anleitung: Sprossen selbst ziehen in drei Schritten

Entweder verwenden Sie ein spezielles Keimgerät oder einfach ein Weckglas als Sprossenglas. Stellen Sie das Weckglas auf den Kopf und binden es mit einem Mulltuch zu, damit das Wasser abtropfen kann.

  1. Weichen Sie die meisten Samen zunächst über Nacht ein und geben Sie sie dann ins Aufzuchtgefäß. Die Samen sollten hierbei nicht übereinander liegen, damit sie noch genügend Platz zum Entwickeln haben.
  2. Zuerst ist ein dunkler Ort günstig, ab dem zweiten Tag sollten die Keimlinge jedoch Licht, aber keiner direkter Sonneneinstrahlung, ausgesetzt sein.
  3. Bei Raumtemperatur von 21 °C sind die Sprossen nach 2 bis 5 Tagen reif für die Ernte.

Richtige Pflege der Sprossen

Wichtig ist die richtige Pflege, um Bakterien- und Schimmelbefall zu verhindern. Dazu gehört, die Sprossen zwei bis drei Mal täglich auf einem Sieb oder im Keimgerät mit lauwarmen Wasser zu spülen.

Keimlinge von Sojabohnen, Erbsen und Kichererbsen sollte man vor dem Verzehr unbedingt blanchieren. Das Blanchieren baut die enthaltenen Hämagglutinine völlig ab. Hämagglutinin ist ein Protein in der Membranhülle und bewirkt eine Verklumpung der roten Blutkörperchen.

Ein etwa drei Minuten langes Blanchieren im kochenden Wasser macht auch Enzyme in Hülsenfrüchten, die eiweißspaltende Verdauungsenzyme inaktivieren, unschädlich.

Welche Samen sind für Sprossen geeignet?

Folgende Samen sind gut zum Keimen geeignet:

  • Gerste
  • Weizen
  • Roggen
  • Mais
  • Hafer
  • Lein
  • Buchweizen
  • Sesam
  • Linsen
  • Erbsen
  • Kichererbsen
  • Sojabohnen
  • Adzukibohnen
  • Bockshornklee
  • Luzerne (Alfalfa)
  • Mungobohnen
  • Rettich
  • Senf
  • Sonnenblumenkerne

Sprossen lassen sich vielseitig verwenden, beispielsweise im Salat, im Müsli, auf Brot, als Füllung, über Suppen gestreut, in Quarks und Dips.

Tipps für die Aufbewahrung und den Verzehr

Eine Aufbewahrung der Sprossen sollte höchstens für zwei Tage im Kühlschrank luftdicht, beispielsweise im Glas oder Plastikbeutel, stattfinden.

In warmen Gerichten sollten Sie die Sprossen erst am Schluss hinzugeben, damit die Vitamine weitgehend erhalten bleiben.

Aktualisiert: 04.02.2019 – Autor: gesundheit.de

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