Senf

Senf © istockphoto, ajafoto

Zu allem seinen Senf dazugeben: Damit spielen wir heute darauf an, dass jemand ungefragt zu allem seine Meinung kundtut. Im 17. Jahrhundert, als diese Redewendung in Umlauf kam, war noch richtiger Senf gemeint. Denn der war bei unseren Vorfahren so kostbar und begehrt, dass ein Gastgeber, der es sich leisten konnte, ihn zu jeder Speise ungefragt hinzugab – unabhängig davon, ob zu dem Rezept Senf passte oder nicht.

Senf fördert die Verdauung

Heute benutzen wir Senf vor allem als Gewürz. Gesund ist er jedoch nicht nur als Zugabe zu bestimmten Lebensmitteln, auch äußerlich angewendet wurde dem Senf schon von den ältesten Kulturen eine heilende Wirkung zugesprochen. 

Die Haupt-Inhaltsstoffe Senföl und Sinalbin bei weißem Senf beziehungsweise Sinigrin bei braunem und schwarzem Senf sind für die Schärfe verantwortlich. Diese entsteht jedoch erst während der Herstellung unter Zugabe von Flüssigkeit. Durch den scharfen Geschmack wird unser Appetit angeregt und die Verdauung gefördert, weshalb Senf besonders als Zugabe zu fettigen Speisen wie der Bratwurst zu empfehlen ist.

Senf: Gesund auf vielfältige Weise

Zudem werden Senf diverse weitere Effekte auf die Gesundheit zugeschrieben: 

  • Senf hat eine entzündungshemmende und antibiotische Wirkung
  • der Genuss von Senf reguliert den Blutdruck
  • ein Senfbad gegen Erkältungen hat sich vor allem wegen der schweißtreibenden und stark durchblutungsfördernden Wirkung bewährt
  • gegen Bronchitis helfen Wickel aus Senfmehl
  • bei Rheuma oder ähnlichen Beschwerden sorgt ein Senfpflaster aus der Apotheke für Linderung

Senf selber machen

Zur Herstellung der bei uns hauptsächlich gebräuchlichen Senfpaste dienen die Samenkörner von weißem, braunem oder schwarzen Senf. Je dunkler diese sind, desto schärfer wird der Geschmack. Wer Senf selber machen will, greift der Einfachheit halber jedoch meist auf Senfmehl zurück.

Der Eigen-Gehalt an Kalorien kann je nach Sorte und Zugaben sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich hat die scharfe Variante weniger Kalorien als die milde. Wer Senf selber machen will, um gesund abzunehmen und die Inhaltsstoffe seiner Nahrungsmittel zu kontrollieren, hat jedoch häufig das Problem, dass eher weiße Senfkörner im Reformhaus erhältlich sind.

5 Fakten über Senf (Infografik)

5 Fakten über Senf – © istockphoto, ajafoto

Lecker und gesund: Senf-Rezepte

Wer ein Senf-Rezept ausprobieren möchte, kann zwar ohne Weiteres auf fertige Produkte aus dem Supermarkt zurückgreifen. Doch Senf selber machen lohnt sich auch, denn so ist er meist viel aromatischer. Den Grundzutaten Senfkörnern, Wasser, Essig, Salz und Zucker können Sie beliebige Zugaben beimischen, je nach Rezept.

Senf wird längst nicht mehr nur zum Hot Dog oder fetthaltigem Fleisch gegessen. Senf-Sauce verfeinert auch jedes Fischgericht. Wem der süße Honigsenf schmeckt, kann sich die Kombination "Honig und Senf" auf vielfältige Weise zu nutzen machen: Senf-Dressing aus Olivenöl, Weißweinessig, Honig, feingehackter Petersilie, Gemüsebrühpulver sowie Pfeffer (und natürlich Senf, am besten mittelscharf) eignet sich nicht nur für jegliche Salate, sondern schmecken auch prima zum Tofu-Steak. 

Rezept für Senfeier

Doch nicht nur Senf Dressing und Senf Sauce erfreuen auch Vegetarier, probieren Sie doch einmal folgendes Senf-Rezept für Senfeier aus:

  • eine halbe Tube mittelscharfen Senf
  • acht Eier
  • 50 Gramm Butter
  • drei bis vier Esslöffel Mehl
  • 500 Milliliter Gemüsebrühe
  • Meersalz und Pfeffer
  • Kartoffeln

Die geschälten Kartoffeln wie gewohnt kochen. Parallel dazu die Eier hart kochen lassen (etwa acht minutenlang) und mit kaltem Wasser abschrecken. In einem Topf die Butter zerlaufen lassen, dann Mehl und Senf hinzufügen. Anschließend nach und nach Gemüsebrühe beigeben. Nun die Senf Sauce bei schwacher Temperatur köcheln lassen, bis die gewünschte Sämigkeit erreicht ist. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die geschälten Eier werden in die Senf Sauce gegeben und kurz aufgekocht. Dann die Senfeier mit den Kartoffeln servieren.

Aktualisiert: 05.06.2018 – Autor: Daniela Heinisch

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