Fruchtgummi & Co. - Vitamine, Aromen, Farbstoffe

Süßes macht glücklich

Nascht man immer wieder Süßes, erhöht sich über einen komplizierten Stoffwechsel im Gehirn die Konzentration von Serotonin, dem körpereigen Glückshormon. Sinkt das Serotonin, zeigt sich das schnell an der Psyche - mit schlechter Laune. Automatisch steigt das Verlangen nach Lebensmitteln, die das Hormon wieder ansteigen lassen.

Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel

Eine Tüte Gummibärchen ist schnell geöffnet! Außerdem steigt, wenn man zuckerhaltige Lebensmittel isst, der Blutzuckerspiegel schnell an, wobei die Bauchspeicheldrüse an der Produktion von Insulin arbeitet, um den Blutzuckerspiegel wieder zu normalisieren. Es wird also viel Insulin produziert, um das Zuckerhoch im Blut auszugleichen, manchmal sogar zu viel Insulin, mit dem Ergebnis, dass der Blutzuckerspiegel unter Umständen unter die normale Grenze rutscht.

Nun erhält der Körper das falsche Signal, nämlich noch mehr Zucker zu brauchen. Damit jedoch steigt der Heißhunger auf Süßes. Obst, Gemüse und Getreide sind hier eindeutig gesünder.

Vitamine, Aromen, Farbstoffe

In Fruchtgummis sind aber auch Vitamine enthalten und verleihen ihnen ein gesundes Image. Zusätzlich sind Aromen und Farbstoffe in unterschiedlichen Anteilen enthalten. Und die sind laut BfR kritisch: Übermäßiger Verzehr von angereichertem Fruchtgummi kann möglicherweise zu unerwünschten gesundheitlichen Effekten führen.

Die Hersteller entscheiden, ob und wie viele Vitamine und Mineralstoffe sie den Süßigkeiten zusetzen. Damit sie mit einem Zusatz werben dürfen, müssen diese mindestens 15 % des Tagesbedarfs für einen Erwachsenen in 100 g /ml eines Lebensmittels abdecken.

Als Bezugsgrößen dienen hierfür aber nicht die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), sondern wegen EU-Rechts die Empfehlungen der amerikanischen Lebensmittelbehörde (RDA = Recommended Daily Allowancies).

Die Empfehlungen für Kinder liegen niedriger, werden aber nicht berücksichtigt. Es besteht die Gefahr der Überdosierung einzelner Vitamine oder Mineralstoffe, wenn viele angereicherte Lebensmittel verzehrt werden.

Gefahr der Überdosierung an Vitaminen

Vitaminzusätze werden ohnehin höher dosiert, als in der Nährwertkennzeichnung angegeben ist. Nur so kann noch am Ende der Mindesthaltbarkeit die entsprechende Konzentration garantiert werden.

Die Stiftung Warentest fand bis zum dreifachen der deklarierten Gehalte an Vitaminen. Es ist nicht erwiesen, dass Vitaminzusätze überhaupt im Sinne einer Krankheitsvorbeugung wirksam sind. Verschiedene Studienergebnisse weisen sogar darauf hin, dass die Gabe von isolierten Vitaminen eher schadet. Am wirkungsvollsten scheinen Vitamine und Mineralstoffe immer noch zu wirken, wenn man sie direkt zu sich nimmt, also aus dem Obst oder Getreide direkt.

Aktualisiert: 24.10.2017 - Autor: bo

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