Lust auf Süßes?

Süßigkeiten © pixabay, silviarita

Mindestens jeder zweite Erwachsene hadert mit zu vielen Kilos auf der Waage und auch jedes fünfte Kind hat Gewichtsprobleme - häufig begünstigt durch die Vorliebe für süße Naschereien. Aber nicht nur beim Körpergewicht hinterlassen diese ihre Spuren. Auch die Zähne werden anfälliger für Karies. Täglich isst jeder Deutsche im Schnitt etwa 100 Gramm Zucker. Dazu zählen der Löffel Kristallzucker in Tee oder Kaffee, die Süße von Softdrinks, aber auch der Zucker, der in Süßigkeiten und Gebäck steckt.

Höchstens 60 Gramm Zucker

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt allerdings nur maximal 10 Prozent der Tagesgesamtkalorien, beziehungsweise höchstens 60 Gramm Zucker oder Süßigkeiten zu essen. Bei einem Erwachsenen entspricht dies etwa einem Riegel Schokolade, einem gesüßten Fruchtjoghurt und einer Portion Konfitüre auf dem Frühstücksbrötchen. Zuckersüßes muss also selbst nach Meinung der Ernährungsexperten nicht gemieden werden, nur zu viel darf es natürlich nicht werden. Und das gilt auch für Kinder: Ein süßer Joghurt und ein kleiner Schokoriegel sollten ihnen als Tagesration ausreichen.

Süßigkeiten und Blutzuckerwirkung

Besonders regelmäßiges Naschen zwischen den Mahlzeiten ist tückisch. Denn Süßigkeiten sättigen zwar zunächst, können aber dann sogar den Appetit anregen. Das funktioniert so: Wird Süßes gegessen, steigt der Blutzuckerspiegel. Dies ist das Signal für die Bauchspeicheldrüse Insulin auszuschütten, um den Spiegel wieder zu normalisieren. Da der Zucker aus Naschereien ohne viel Verdauungsarbeit ins Blut aufgenommen wird, steigt der Blutzuckerspiegel sehr rasch an. Binnen kurzer Zeit wird eine Menge Insulin produziert, um das Zuckerhoch im Blut auszugleichen.

Leicht passiert es dabei, dass der Körper es zu gut meint, etwas zu viel Insulin produziert und der Blutzuckerspiegel sogar unter die normale Grenze rutscht. Ein Signal, dass man vermeintlich noch mehr Zucker braucht und mehr Heißhunger auf Süßes bekommt.

Blutzuckerverlauf kontrollieren

Für einen gemäßigten Blutzuckerverlauf sorgen dagegen frisches und getrocknetes Obst, Gemüse und Getreide. Sie liefern Kohlenhydrate (Zucker) in verpackter Form und zusätzlich reichlich Ballaststoffe. Der enthaltene Zucker wird so nur nach und nach ins Blut aufgenommen. Der Blutzuckerspiegel schnellt nicht in die Höhe und auch die Insulinproduktion übersteigt nicht das nötige Maß.

Auch andere Nahrungsbestandteile wie Fett sorgen dafür, dass der Zucker nicht so schnell ins Blut aufgenommen wird. Daher ist es oft besser, Süßigkeiten als Nachtisch einer gesunden Mahlzeit zu genießen. Da mit dem Hauptgericht genug Nahrungsbestandteile gegessen wurden, die die Aufnahme des Zuckers ins Blut verzögern, bleibt der Heißhunger auf mehr eher aus.

Schokolade macht glücklich - Bananen auch

Manchmal muss es übrigens nicht mal der süße Riegel sein, um den Süßhunger zu befriedigen. Wird beispielsweise Schokolade verzehrt, erhöht sich im Gehirn die Konzentration von Serotonin - eines körpereigenen Glückshormons. Dieser so genannte Neurotransmitter sorgt für das Wohlbefinden zwischendurch. Serotonin überbringt an die Zellen nur gute Nachrichten: Glück, Zufriedenheit oder Entspannung.

Wird Serotonin im Gehirn knapp, wirkt sich dieser Mangel auf die Psyche aus und schlechte Laune macht sich breit. Das Verlangen nach Lebensmitteln, die das Hormon wieder ansteigen lassen, nimmt automatisch zu. Jetzt ist bei vielen der Griff zur Schokolade eine übliche Reaktion. Doch auch Bananen oder Walnüsse sind gute Serotoninlieferanten!

Aktualisiert: 22.08.2014 – Autor: DGE / Überarbeitung: Nathalie Blanck

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