Mineralstoffmangel – Was kann ich selber tun?

Vollkornbrot und Gemüse als Mineralstoffquelle © Einladung_zum_Essen

Mengenelemente im Überblick: Kalzium – das Schwergewicht

Rein mengenmäßig ist Kalzium der Spitzenreiter der Mineralstoffe: Bis zu einem Kilogramm sind in unserem Körper enthalten. Fast 99 Prozent davon sind in Knochen und Zähnen zu finden. Daneben ist es auch wichtig für die Muskeln und Nerven, bei der Abwehr von Allergien und Entzündungen sowie für die Blutgerinnung.

Kalziummangel kann bei bestimmten Nebenschilddrüsenkrankheiten sowie bei chronischen Nierenerkrankungen auftreten. Auch der häufige Gebrauch von harntreibenden Mitteln senkt den Kalziumspiegel.

Kinder in Wachstumsphasen sowie schwangere beziehungsweise stillende Frauen haben einen erhöhten Kalziumbedarf und sollten deshalb besonders auf eine ausreichende Versorgung achten.

Bedarf und Überdosierung von Kalzium

Kalzium ist zum Beispiel in Milch und Milchprodukten enthalten, außerdem in Vollkornbrot, Gemüse und Nüssen. Der tägliche Bedarf eines gesunden Erwachsenen liegt bei circa 1.000 Milligramm.

Davon sollten gemäß einer Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) maximal 500 Milligramm täglich durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.

Magnesium – nicht nur bei Wadenkrämpfen

Etwa 25 bis 30 Milligramm Magnesium enthält unser Körper. Es ist wichtig für die Festigkeit der Knochen, die Funktion des Nervensystems sowie für die Skelett- und Herzmuskulatur. Außerdem unterstützt es circa 300 Enzyme bei ihrer täglichen Arbeit wie dem Aufbau unseres Erbmaterials, der DNA.

Ursachen und Folgen einer mangelhaften Magnesiumversorgung

Eine Unterversorgung von Magnesium kann viele Ursachen haben: Mangelernährung, Alkoholmissbrauch, Missbrauch von Abführmitteln, starker Durchfall oder Erbrechen, bestimmte Hormonstörungen, Nierenerkrankungen oder Leberzirrhose.

Die Folgen sind beispielsweise Muskelzuckungen oder -krämpfe, Magen-Darm-Beschwerden, Herzprobleme, Menstruationsbeschwerden oder Kopfschmerzen. In der Schwangerschaft kann es zu vorzeitigen Wehen kommen.

Zu viel Magnesium ist schädlich

Zu viel Magnesium ist ebenfalls schädlich, es führt zu Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall. Unser täglicher Bedarf von circa 300 bis 400 Milligramm kann meist leicht über die Nahrung gedeckt werden. Besonders Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, Käse und Milch sowie Schokolade enthalten viel Magnesium.

Schwangere und stillende Frauen können ihren erhöhten Bedarf von bis zu 390 Milligramm einfacher über geeignete Magnesiumpräparate abdecken, die ein Arzt empfehlen sollte.

Um die empfohlene Tagesdosis nicht zu überschreiten, sollten laut dem BfR höchstens 250 Milligramm Magnesium täglich über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden – der Rest wird in der Regel mit der Nahrung aufgenommen.

Natrium – immer im Gleichgewicht mit Kalium

Unser Körper enthält rund 100 Gramm Natrium, das gemeinsam mit Kalium den Wassergehalt und die Verteilung des Wassers in unserem Organismus regelt und bei der Übertragung von Signalen zwischen Nerven- und Muskelzellen eine wichtige Rolle spielt. Ein Mangel an Natrium kann zu Schwäche, niedrigem Blutdruck, Muskelkrämpfen sowie Bewusstseinsstörungen führen.

Unser Körper wird durch das Kochsalz in unserer Nahrung meist ausreichend mit Natrium versorgt, der tägliche Bedarf liegt bei circa 1500 Milligramm. Das häufigere Problem ist eher eine Überversorgung, die das Gleichgewicht zwischen Natrium und Kalium stört. Dies kann sich auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen auswirken.

Was kann ich selbst tun?

Neben einer ausgewogenen Ernährung können Mineralstoffpräparate, eventuell in Kombination mit Vitaminen, für einen ausgeglichenen Haushalt sorgen. Nach besonders starker körperlicher und schweißtreibender Belastung können spezielle Elektrolytgetränke den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt wieder herstellen.

Auch bei heftigem Durchfall oder Erbrechen ist es wichtig, dem Körper die fehlenden Elektrolyte wie Natrium oder Kalium wieder zuzuführen, hierfür gibt es ebenfalls spezielle Präparate.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie sich ausgewogen ernähren und genügend Mineralstoffe zu sich nehmen, kann Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker weiterhelfen.

Aktualisiert: 17.05.2018 – Autor: Nathalie Blanck

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?