Multitalent Vitamin E "entschärft" freie Radikale: Schutz für Herz und Hirn

Vitamin-E-reiche Ernährung © rawpixel

Rheuma, Arteriosklerose und Krebs – diesen unterschiedlichen Erkrankungen ist eines gemeinsam: Sie werden durch aggressive Sauerstoffmoleküle, sogenannte freie Radikale, mitverursacht. Sie schädigen lebenswichtige Proteine und Lipide und fördern den Alterungsprozess. Gebildet werden sie unter anderem durch die im Körper ablaufenden Stoffwechselprozesse.

Schutzmechanismus: körpereigene Radikalfänger

Der gesunde Körper wartet mit eigenen Schutzmechanismen gegen die radikalen Sauerstoffmoleküle auf. In der Regel werden diese in der Zelle von körpereigenen Radikalfängern unschädlich gemacht. Ist der Körper jedoch dauerhaften Belastungen oder chronischen Krankheiten ausgesetzt, benötigt er Hilfe von außen – beispielsweise in Form von Vitaminen.

Antioxidantien

Von einigen Vitaminen weiß man, dass sie im menschlichen Körper freie Radikale abfangen und unschädlich machen. Zu dieser Gruppe der sogenannten Antioxidantien gehört neben den Vitaminen A und C das Vitamin E (Tocopherol). Da es vom Menschen nicht selber gebildet wird, muss es über die Nahrung zugeführt werden.

Lebensmittel mit Vitamin E

Folgende Lebensmittel sind besonders reich an Vitamin E:

  • Pflanzenöle wie Weizenkeim-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl
  • Nüsse
  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte

Die Deutsche Gesellschaft der Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Vitamin E Zufuhr von 12 Milligramm für gesunde Erwachsene. Das entspricht 18 Internationalen Einheiten (IE). Über die Nahrung nehmen wir in der Regel ausreichend Vitamin E zu uns, um den Bedarf zu decken, so dass bei gesunden Personen Mangelzustände selten sind.

Mangel an Vitamin E: Risikogruppen

Ein Vitamin-E-Mangel kann jedoch bei Menschen mit Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Leber- oder Gallenerkrankungen und denjenigen, die unter dauerhaftem, "radikalförderndem" Stress leiden, auftreten. Personen mit diesen Erkrankungen, sowie Schwangere, haben einen erhöhten Bedarf.

Um Krankheiten entgegen zu wirken raten einige Wissenschaftler, täglich höhere Dosen von dem zellschützenden Vitamin E einzunehmen. Solche hohen Dosen kann man mit der Nahrung allein nicht erzielen. Die Einnahme eines hochdosierten Vitamin-E-Präparates wird empfohlen.

Vitamin-E-Mangel bei Rheuma

Bei rheumatischen Beschwerden wie chronischer Polyarthritis kommt es aufgrund der Entzündungsprozesse zu einer Vermehrung der freien Radikale und zu einem Mangel an Vitamin E. Eine zusätzliche Vitamin-E-Zufuhr kann therapeutisch sinnvoll sein. Wissenschaftliche Studien belegen, dass hochdosiertes (bis 800 IE täglich) Vitamin E die Schmerzen der entzündlichen Gelenkerkrankung erfolgreich lindert. Oftmals wird es mit herkömmlichen Rheuma-Medikamenten kombiniert.

Schutz vor Arteriosklerose und Herzinfarkt

Bei der Entstehung von Gefäßverkalkungen, der sogenannten Arteriosklerose, spielen unter anderem auch freie Radikale eine Rolle. Cholesterin, das heißt das LDL-Cholesterin, ist an der Bildung von Gefäßablagerungen, sogenannter Plaques, beteiligt und verengt so die Blutgefäße. Freie Radikale reagieren mit dieser Cholesterinform. Das so umgewandelte, oxidierte LDL-Cholesterin lagert sich noch besser ab und lockt andere Zellen aus dem Blut in die Plaques, die immer größer und gefährlicher werden.

Einen Schutz vor dieser Oxidation bieten antioxidative Vitamine. Eine Studie an über 2000 herzkranken Patienten belegte, daß die regelmäßige Aufnahme von Vitamin E in höheren Dosen einem Fortschreiten der Arteriosklerose entgegenwirkt und ihrer Folge, dem Herzinfarkt, vorbeugt. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch eine Studie an 87.000 gesunden Frauen. Nach der Studiendauer von acht Jahren zeigte sich, dass die Probanden, die regelmäßig Vitamin E einnahmen, seltener an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) erkrankten.

Verengte Herzkranzgefäße aufgrund arteriosklerotischer Plaques sind mögliche Ursachen für konorare Herzkrankheiten.

Schöne Haut mit Vitamin E

Viele Hautpflegemittel wie Cremes und Lotionen enthalten Vitamin E. Lange zweifelte man daran, ob dies sinnvoll ist. Heute vermutet man, dass Vitamin E von der Haut aufgenommen wird, und dort seine schützende Wirkung auf Zellmembranen entfaltet. Die Elastizität der Haut soll verbessert werden und dem Alterungsprozess Einhalt geboten werden.

Der Fitmacher unter den Vitaminen

Joggen, Radfahren, Schwimmen – Sport macht fit und hält den Körper gesund. Sportler bauen Stress ab und beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Aber gerade beim Sport entstehen freie Radikale, die den Körper schädigen – nicht nur beim Hochleistungssport, sondern bereits bei Freizeit- und Breitensportlern. Hier kommt der Radikalkiller Vitamin E ins Rennen und "entschärft" die beim Sport entstehenden Sauerstoffradikale. Vitamin E macht Sport zu dem was er sein soll: gesund für Körper und Geist!

Aktualisiert: 12.07.2017

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