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Schwarzer Tee, grüner Tee

Schwarzer Tee © Myriams-Fotos

Über fünf Millionen Tonnen Tee werden jedes Jahr weltweit produziert. Wobei die Deutschen noch Anfänger im Teetrinken sind. Laut Statistik des Deutschen Tee-Verbandes haben die Bundesbürger im Jahr 2016 lediglich 19,2 Tonnen getrunken, das entspricht 28 Litern pro Kopf. Europas eifrigste Teetrinker, die Briten, kommen dagegen auf rund 200. Lediglich die Ostfriesen schaffen mehr: 300 Liter. Damit liegen sie circa 120 Liter vor den als Teeliebhaber bekannten Iren. Ihrem Konkurrenten Kaffee können die Blätter in Deutschland zwar nicht das Wasser reichen, das geht dem Teetrinker aber an der Tasse vorbei: Er nimmt sich Zeit für sein Lieblingsgetränk, brüht die Blätter gemäß Empfehlung auf, wählt sein Geschirr sorgfältig aus – und genießt.

Die Geschichte des Tees

Gut ein Fünftel der Teeblätter stammt aus Indien, dem zweitgrößten Teelieferanten der Welt. China, wo das Getränk zuerst entdeckt und schon seit ungefähr 5.000 Jahren getrunken wird, liegt an erster Stelle und liefert auch die größte Sortenvielfalt. Dass Tee in Indien überhaupt angebaut wurde, war eine Idee der Engländer, ursprünglich wuchsen in Indien keine Teepflanzen. Die Briten waren in China und Japan auf den Geschmack gekommen und wollten das Getränk auch zu Hause nicht missen.

So schifften sie ab Mitte des 17. Jahrhunderts die begehrten Blätter aus Ostasien nach Europa. Die feuchte, modrige Luft in den Laderäumen und extreme Klimawechsel unterwegs beeinträchtigten das Aroma des Tees, zudem konnte die Fahrt bei schlechtem Wind bis zu einem Jahr dauern, was die Ladung sehr teuer machte.

Als dazu Anfang des 19. Jahrhunderts der Handel mit China schwierig wurde, versuchten die Briten, in ihrer damaligen Kolonie Indien Teepflanzen anzubauen. Die Pflanze gedieh an den Hängen des Himalayas prächtig, der Suezkanal und schnellere Schiffe verkürzten die Reise: Tee wurde zum englischen – und indischen Nationalgetränk.

Durch Kreuzungen erhielten die Züchter im Laufe der Zeit robustere Pflanzen, die heute auch in weniger idealen Regionen des Teeanbaus, wie Indonesien, der Türkei und Teilen Afrikas, gedeihen.

Grün oder schwarz?

Ob Tee schwarz ist oder grün, hängt nicht von der Sorte ab, sondern von der Art der Verarbeitung:

  • Die frischen Blätter werden nach dem Pflücken zum Welken aufgehängt, wodurch sie Feuchtigkeit verlieren, aber nicht komplett trocknen.
  • Anschließend kommen sie unter eine kreisende Presse, die die Zellwände der Blätter aufbricht, sodass Zellsaft austritt und mit Luft in Berührung kommt.
  • Der Kontakt mit dem Sauerstoff in der Luft setzt dann die Fermentation in Gang. Diese entzieht den Blättern Bitterstoffe und macht sie haltbar. Gleichzeitig verändern sie ihre Farbe und werden dunkelbraun bis schwarz.

Grüner Tee hingegen wird nicht fermentiert, sondern gedämpft und anschließend getrocknet. Auch der erst seit relativ kurzer Zeit unter verschiedenen Handelsnamen erhältliche weiße Tee wird nicht fermentiert. Um den Stoff für dieses besonders milde Getränk zu erhalten, verwenden die Teegärtner ganz junge, noch ungeöffnete Blattknospen bestimmter Sorten und trocknen jedes Blatt einzeln an der Luft.

Weißer Tee

"Weiß" heißt er deshalb, weil die jungen Blätter von einem zarten weißen Flaum überzogen sind. Er bleibt auch in der Tasse recht hell und nimmt langes Ziehen nicht übel. Seine Anhänger schwärmen von seinem ganz exquisiten Aroma – wer gewöhnlich einen kräftigen schwarzen Assam trinkt, wird aber von dem feinen Geschmack des weißen Tees vermutlich erst einmal enttäuscht sein.

Aktualisiert: 10.11.2017

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