Lebensmittelzusatzstoffe: Mögliche Probleme

Für einige Zusatzstoffe sind – trotz Zulassung – möglicherweise unangenehme oder sogar schädigende Wirkungen bekannt:

  • Bei den vielen Schwefeldioxid- und Sulfitverbindungen (E 220–228) – sehr häufig eingesetzt bei Gemüsekonserven, kandierten Früchten, Kartoffelerzeugnissen, Meerrettichkonserven, Wein und Trockenobst – kann es zu Asthma, Kopfschmerzen, Reizungen des Magen-Darm-Traktes oder Übelkeit kommen.
  • Natriumnitrit (E 250) findet sich in Wurstwaren: Es konserviert und sorgt dafür, dass eine frische rote Farbe erhalten bleibt. Bei Allergien, Asthma oder Migräne ist Vorsicht geboten. Außerdem wandelt sich das Nitrit bei starkem Erhitzen in Nitrosamine um, die als Krebsauslöser gelten.
  • Einige Gelier- und Verdickungsmittel stehen im Verdacht, Allergien auszulösen (zum Beispiel Karrageen [E 407], Gummi arabicum [E 414], Johannisbrotkernmehl [E 410])

Doch gibt es auch Zusatzstoffe, bei denen eine positive Wirkung bekannt ist: So gehören zum Beispiel einige Verdickungsmittel (oft aus Algenprodukten) zu den Ballaststoffen; Johannisbrotkernmehl ist sogar cholesterinsenkend. Antioxidantien verhindern, dass die Lebensmittel ranzig werden – Vitamin C, genauer sein Wirkstoff L-Ascorbinsäure, gehört mit der Nummer E 300 in diese Klasse.

Überempfindlichkeit auf Lebensmittelzusatzstoffe

Zunächst einmal: Panik ist nicht angebracht – schätzungsweise nur 0,2 Prozent der Bevölkerung reagieren auf die Stoffe E100–E1520 empfindlich. Die meisten Menschen reagieren viel sensibler auf natürliche Lebensmittelinhaltsstoffe (zum Beispiel spezielle Eiweiße) als auf die chemischen Zusätze der Lebensmittelindustrie. Jeder Zusatzstoff wird auf seine mögliche allergieauslösende Wirkung hin überprüft. Bei den seltenen Fällen, in denen nach Verzehr von Zusatzstoffen allergieähnliche Symptome beschrieben wurden, handelt es sich in der Regel nicht um echte Allergien, sondern um Intoleranzen oder Pseudoallergien – bei einer Pseudoallergie ist das Immunsystem nicht beteiligt, Antikörper werden nicht gebildet.

Für folgende Gruppen sind bisher Pseudoallergien beschrieben:

  • Konservierungsstoffe (Benzoesäure, Sorbinsäure, Acetylsalicylsäure, Schwefeldioxid)
  • Farbstoffe (Tartrazin, als Farbstoff in Käserinde)
  • Aromastoffe (Glutamat als Geschmacksverstärker, zum Beispiel in Chips).

Seit dem 25. November 2005 muss auf der Verpackung von Lebensmitteln die Verwendung bestimmter Zutaten, die allergische oder andere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können, angegeben werden. Es handelt sich um folgende Zutaten sowie daraus hergestellte Erzeugnisse: Glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte wie zum Beispiel Mandeln oder Haselnuss, Sellerie, Senf, Sesamsamen.

Ferner sind erfasst Schwefeldioxid und Sulfite in einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg. Außerdem müssen grundsätzlich alle Zutaten angegeben werden, die in einer zusammengesetzten Zutat, zum Beispiel Fruchtfüllungen in Backwaren, enthalten sind.

Aktualisiert: 24.01.2020
Autor*in: Sigrid Born; überarbeitet: Dagmar Reiche

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