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Hauterkrankungen bei Säuglingen - Auffällige Hautveränderungen dem Hautarzt zeigen

Junge Eltern können gar nicht genug kriegen von ihrem Sprössling. Immer wieder schauen sie ihn an, spielen und reden mit ihm. Und das ist gut so, findet auch der Münchener Hautarzt Prof. Dietrich Abeck, denn Hauterkrankungen sind unmittelbar erkennbar. Zugleich aber beruhigt der Experte für Hauterkrankungen im Kindesalter junge Eltern. Nicht jede Hautveränderung ist gleich ein Alarmsignal, das auf eine Erkrankung hinweist.

Die Haut muss sich erst anpassen

Bei so manchen Hautveränderungen handelt es sich lediglich um vorübergehende "Anpassungsschwierigkeiten" der Haut an die veränderten Lebensbedingungen nach der Geburt. "Die so genannte Neugeborenen-Akne beispielsweise ist durch hormonelle Umstellungen bedingt und nicht behandlungsbedürftig", erklärt Abeck. Manchmal sind Hautausschläge harmlose Impfreaktionen. Ein solches "Exanthem" kann jedoch auch durch eine Infektion verursacht sein, die behandelt werden muss. Eine allergische Reaktion auf Pflegeprodukte oder gefütterte Beikost ist ebenfalls denkbar. Der Hautarzt wird dann nach den Auslösern suchen und empfehlen, diese künftig zu meiden.

Auffällige Hautveränderungen dem Hautarzt zeigen

  • "Ungewöhnliche Hauterscheinungen bei ihrem Baby wie Exantheme, Ekzeme, Hämangiome oder auffällige Pigmentierungen sollten die Eltern vom Hautarzt abklären lassen", rät Abeck.
  • Gerötete, trockene oder nässende, juckende Haut kann auf ein so genanntes "atopisches Ekzem" hinweisen – eine bei Kleinkindern häufige Diagnose. "Doch eine spezielle Pflege und frühzeitige adäquate Behandlung kann den Krankheitsverlauf der Neurodermitis günstig beeinflussen", betont Abeck.
  • Auch Säuglinge mit Blutschwämmchen sollten unbedingt dem Hautarzt vorgestellt werden. Der Facharzt wird die Eltern über die Möglichkeiten einer fachgerechten Kryo- oder Laserbehandlung beraten.
  • Auffällige Pigmentierungen, insbesondere Muttermale sollten die frisch gebackenen Eltern ebenfalls untersuchen lassen. Der Hautarzt wird klären, ob es sich um Pigmentierungsstörungen oder um Zellvermehrungen handelt und – wenn nötig – im weiteren Verlauf kontrollieren, ob die Veränderungen bestehen bleiben, zunehmen oder spontan abheilen. Bei Muttermalen klärt der Dermatologe mit geübtem Blick, ob sie entfernt werden müssen und dann auch den richtigen Zeitpunkt bestimmen.

Sicherheit durch den Arztbesuch

"Gerade bei Hautauffälligkeiten im Säuglingsalter ist es besonders wichtig, dass die besorgten Eltern kurzfristig einen Termin beim Dermatologen bekommen", betont Abeck. "Meist genügt es, wenn der erfahrene Facharzt kurz draufschaut, um die Hautveränderung richtig einordnen zu können." In vielen Fällen kann der Experte dann "Entwarnung" geben, so dass sich unnötige Untersuchungen und Behandlungen vermeiden lassen.

Hautarzt-Tipps: Sonnenschutz – von Anfang an!

Übermäßige UV-Bestrahlung, insbesondere Sonnenbrände, im Kindesalter sind ein entscheidender Risikofaktor für spätere Hautkrebserkrankungen.

  • Dermatologen warnen daher vor zuviel Sonne auf zarter Kinderhaut.
  • Vor allem mit Säuglingen und Kleinkindern im Schatten bleiben!
  • Gerade empfindliche Kinderhaut muss zusätzlich durch Textilien und Sunblocker geschützt werden.
  • Kopfbedeckung nicht vergessen!

Aktualisiert: 31.08.2016 – Autor: Berufsverband der Deutschen Dermatologen

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