Kinder vor Erkältungen schützen

Husten oder Erkältungsviren können sich bei Kindern besonders gut einnisten und vermehren. Ihr Immunsystem ist noch nicht ganz ausgereift. Bis zu sechs Erkältungen pro Jahr gelten als normal. Wenn Eltern rechtzeitig vorbeugen, kann das Erkrankungsrisiko für Atemwegsinfekte deutlich vermindert werden. Doch das ist zuweilen auch anstrengend und nicht immer lassen sich alle Maßnahmen im Alltag umsetzen. Es lohnt sich aber, daran zu arbeiten.

Die Hand vor Mund und Nase

Beim Husten werden die Viren und Bakterien aus den Atemwegen der Infizierten regelrecht herausgeschleudert. Meistens landen sie dann bei der nächststehenden Person, und schon ist man angesteckt.

Ein einfacher, aber effektiver Schutz vor Krankheitserregern ist bereits gegeben, wenn Kinder und natürlich auch Erwachsene beim Husten und Niesen die Hand vor den Mund halten. Das verringert deutlich die Ansteckungsgefahr.

Eltern können ihre Kinder beispielsweise damit locken, dass sie Bonuspunkte vergeben. Bei zehn Bonuspunkten kann eine Belohnung ausgesetzt werden. Dieses spielerische Verhaltenstraining hat gleich zwei Effekte: Die Kinder strengen sich zum einen an, die Viren nicht im Raum zu verschleudern, zum anderen erziehen sie sich - bei mehreren Kindern - gegenseitig.

Hände waschen nicht vergessen!

Schon die Großmutter hat diesen Satz immer wieder gesagt. Doch was die Großeltern wussten, gilt heute als wissenschaftlich gesichert: Wer sich häufig die Hände wäscht, wird seltener krank. Um dies zu bewiesen, führte die amerikanische Wissenschaftlerin Margaret A. K. Ryan die "Operation Hustenstopp" durch. Sie hielt die Rekruten der Kriegsmarine im amerikanischen Bundesstaat Illinois dazu an, mindestens fünfmal am Tag die Hände zu waschen. Dann verglich sie mit ihren Kollegen die wöchentliche Erkrankungsrate vor und während der Studie. Das Resultat: Das Erkrankungsrisiko für Atemwegsinfekte konnte um 45 Prozent vermindert werden.

Damit ist das Händewaschen eine wichtige Maßnahme, um Erkältungskrankheiten vorzubeugen, besonders in der nasskalten Jahreszeit, wenn fast jeder schnieft und hustet.

Abstand halten!

Immer wieder kann man beobachten, dass Fremde oder Bekannte beispielsweise im Supermarkt oder anderswo Kindern die Wange streicheln oder sich nahe über den Kinderwagen beugen und mit den Kleinen zu reden beginnen. Dadurch können aber auch Krankheitserreger übertragen werden.

Einerseits ist es schön, wenn Kinder bewundert werden, andererseits wird das kindliche Immunsystem unnötig belastet. Eltern müssen keine sterilen Bedingungen einführen, aber in Zeiten hoher Ansteckungsgefahr sollten Eltern das Erkrankungsrisiko so gering wie möglich halten.

Räume lüften

Kinderärzte empfehlen, die Zimmertemperatur im Kinderzimmer in der Schlafenszeit nicht höher als 18 Grad Celsius werden zu lassen. Außerdem sollte das Kinderzimmer vor dem Einschlafen immer gut gelüftet werden. Wasserverdampfungsschalen im Kinderzimmer sorgen dafür, dass die Luft nicht zu trocken wird.

Tagsüber sollten die Kinder sich möglichst viel an der frischen Luft bewegen, auch im Winter. Wichtig: Nicht die Kälte selbst führt zu einem Infekt, sondern falsche Kleidung und Konfrontation mit Krankheitserregern. Das Zwiebelprinzip schützt vor Unterkühlung und damit vor einer Schwächung der Abwehrkräfte.

Direkt auf der Haut sollte das Kind Naturfasern, wie Baumwolle oder Seide, tragen. Sie saugen den Schweiß besser auf. Darüber folgen mehrere textile Schichten, zwischen denen sich Luftkammern befinden, die isolieren. Gut geeignet sind beispielsweise ein Baumwollunterhemd, ein nicht zu enges langarmiges T-Shirt, ein weicher Pullover aus Naturfasern und eine atmungsaktive Überjacke.

Säuglinge und Kleinkinder sollten unbedingt eine Kopfbedeckung tragen. Sonst können sie sehr schnell auskühlen. Allgemein gilt jedoch. Nicht zu warm anziehen. Der Körper verliert sonst die Fähigkeit, sich Temperaturschwankungen anzugleichen.

Aktualisiert: 01.06.2012

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