Die beste Windel für das Baby

Baby mit Windel © stephanie.m.pratt

Manche Eltern schwören auf Stoffwindeln, andere auf deren Einwegvarianten. Doch welche ist die beste Windel für Babys Popo? Rund drei Jahre lang tragen Kinder Windeln, in den letzten Jahren sogar eher länger. Bei Neugeborenen müssen sie bis zu achtmal am Tag gewechselt werden, später etwa fünfmal. Über die "Wickel-Jahre" kommen da leicht zwischen 6.000 und 8.000 Windelwechsel zusammen. Und die wiegen einiges: Jedes Baby produziert durchschnittlich gut eine Tonne Wegwerfwindel-Müll, hat Stiftung Warentest festgestellt. Grund genug, sich über die Verpackung seines Nachwuchses ausgiebig Gedanken zu machen.

Einwegwindel oder Mehrwegwindel?

Eine Windel sollte vor allem eines: Den Po des Babys möglichst trocken halten. Im feucht-warmen Windelmilieu können sich Bakterien und Pilze leicht ansiedeln und vermehren – ein wunder Po oder eine Pilzinfektion ist die lästige und schmerzhafte Folge. Ein Plus für die Wegwerfwindeln, sagen ihre Befürworter. Denn mittlerweile saugen sie Flüssigkeit gut auf und binden sie im Innern. In Stoffwindeln ist das Klima zwar oft feuchter, dafür lassen die Naturmaterialien mehr Luft an die Haut und das - so die Befürworter der Mehrwegwindeln - tut der zarten Babyhaut gut.

Experten empfehlen empfindlichen und zu Allergien neigenden Kindern die baumwollene Alternative. Allerdings muss dann konsequent und häufig die Windel gewechselt werden. In vielen Fällen hilft bei einem empfindlichen Po auch, einfach mal die Einmalwindeln eines anderen Anbieters auszuprobieren.

Übrigens: Die Mehrwegwindel hält auch ein medizinisches Plus parat: Manche Neugeborene kommen mit einer Fehlstellung der Hüfte (Hüftgelenksdysplasie) auf die Welt. Orthopäden empfehlen dann eine Breitwickeltechnik, die in leichten Fällen helfen und eine Spreizhose ersetzen kann. Oft heißt es auch, dass sich bei Stoffwindeln die Wickelzeit um rund ein halbes Jahr verkürzt – weil das Kind darin die Nässe bewusster wahrnimmt. Egal welche Windel – schenken Sie dem Po Ihres Kindes immer wieder Zeit an der frischen Luft: Lassen Sie Ihr Baby oft in einem warmen Raum auf einer Decke oder unter einer Wärmelampe nackt strampeln.

Windeldienst und Wickelrechner

Wer Mehrwegwindeln verwenden möchte, aber keine Zeit oder Lust zur Reinigung hat, dem hilft ein Windeldienst – Informationen gibt es beim Verband der Windeldienste. Hier findet man auch einen Wickelrechner, der die Kosten für Einweg- und Mehrwegsysteme individuell bestimmt.

Entscheidungshilfen für den Windelkauf

Soll das Wickelsystem schnell und bequem sein? Wenig kosten? Ist die ökologische Verträglichkeit eines der wichtigsten Kriterien? Eine Prioritätenliste hilft, sich für Babys ideale Verpackung zu entscheiden.

Einwegwindeln

  • Sind schnell und einfach zu handhaben.
  • Sind auf Reisen oder Ausflügen praktisch.
  • Halten das Baby trockener.
  • Liegen flach an und behindern das Baby nicht beim Strampeln, Krabbeln oder Laufen.
  • Können im Restmüll entsorgt werden.
  • Verursachen laufende Kosten.
  • Das Kind bekommt wenig Anreiz, von der Windel aufs Töpfchen zu wechseln.
  • Es ist nur bedingt bekannt, welche Stoffe beim Produktionsprozess Verwendung finden.

Mehrwegwindeln

  • Das Kind gewöhnt sich eventuell schneller an das Töpfchen.
  • Machen einen dicken Windelpo, unterstützen aber gegebenenfalls die Hüftentwicklung.
  • Beim Wickeln sind etwas Übung und ein paar Handgriffe mehr nötig.
  • Müssen gewaschen, getrocknet, sortiert und weggeräumt werden.
  • Die Grundausstattung ist teurer, danach werden die Kosten niedriger.
  • Können weniger Flüssigkeit aufnehmen.
  • Gibt es nicht überall und sind im Urlaub schlecht zu reinigen.
  • Windeldienste unterliegen bislang keinen verbindlichen Hygienevorschriften, werden also nicht von behördlicher Seite kontrolliert.

Aktualisiert: 13.09.2012 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?