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Gerade Beine, schöne Füße – was wir dafür tun können

Schöne, gerade Beine und Füße sind für ein gutes Aussehen unabdingbar. Doch auch für die Gesundheit ist es wichtig, auf seine Füße und Beine gut Acht zu geben. Eltern können ihren Kindern viel ersparen, wenn schon in jungen Jahren auf das richtige Schuhwerk und eine gesunde Ernährung geachtet wird.

Die Entwicklung gesunder Beine beginnt schon im Säuglingsalter

Solange wir noch in Mutters Bauch strampeln, sind unsere Beine angewinkelt und wir kommen mit O-Beinen zur Welt. Dies ist ganz normal und keine Mutter sollte sich Gedanken machen, ob ihr Baby deshalb später wie John Wayne laufen wird. Die korrekte Haltung eines Neugeborenen erinnert an einen kleinen Frosch. Dies liegt daran, dass die Hüftgelenke noch nicht wie bei einem Erwachsenen zur Seite, sondern mehr nach vorne gerichtet sind.

Ideal für die gesunde Entwicklung ist darum eine Art Hockhaltung, in der die Beine im 90 Grad Winkel gehalten werden. Wer genau hinschaut, kann diese Beinhaltung bei Säuglingen beobachten, die von ihrer Mutter auf der Hüfte getragen werden. Die Oberschenkelköpfchen liegen dabei optimal in den Gelenkpfannen. Ein Tragetuch kann hierbei eine vernünftige Lösung sein. Es muss allerdings richtig angepasst werden und weder Mutter noch Kind dürfen durch falsche Tragetechniken Schaden nehmen.

Um Hüftgelenksschäden wie der Hüftgelenksdysplasie vorzubeugen, dürfen die Beine des Babys nicht einfach schlaff nach unten hängen, da die Oberschenkel sonst aus ihren Pfannen gedrängt werden können.

Erste Schritte im Leben

Die ersten Schritte machen wir also auf unseren O-Beinchen. Dies ist vorteilhaft, weil der Gang so stabil wird und wir im breiten Gang eher unser Gleichgewicht finden. Spätestens mit drei Jahren wandelt sich aber das Bild. Kinder in diesem Alter haben X-Beine, die sich aber bis zur Schulreife verwachsen haben sollten.

Auch der Eindruck, dass Kleinkinder Plattfüße haben, täuscht recht oft. Es ist vielmehr ein Fettpolster im Mittelfußbereich, dass diesen Eindruck entstehen lässt. Aber auch diese Fettpolster verschwinden bald und lassen in fast allen Fällen ein schönes, leicht geschwungenes Fußgewölbe zurück.

Früherkennung bei Fehlentwicklungen

Wenn Eltern sich unsicher sind, ob ihr Kind nicht doch an einer Beinfehlstellung leidet, die über das normale Maß hinausgeht, lohnt sich außer dem Besuch beim Kinderarzt oft auch der Weg zu einem Orthopäden, der auf Kinder spezialisiert ist.

Dabei können wichtige Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Fehlstellung der Abstand zwischen den Knien beziehungsweise den Knöcheln bei geschlossenen Beinen sein. Beim Erstklässler sollten – je nach O-Bein- oder X-Bein-Verdacht – an diesen Stellen weniger als zehn Zentimeter Abstand gemessen werden.

Vitamin D gegen O-Beine

Extreme O-Beine kommen in unserer Gesellschaft nur noch sehr selten vor. In früheren Zeiten waren sie oftmals das Resultat von einem Mangel an Vitamin D. Zwar kann unser Organismus dieses Vitamin mit Hilfe der Sonnenstrahlung selbst in genügendem Maße herstellen. Jedoch leben wir in einem relativ sonnenarmen Gebiet, sodass unsere Babys oft nur dick eingepackt ins Freie kommen und daher relativ wenig Sonne abbekommen.

Oft wird das fehlende Vitamin daher als Nahrungsergänzung gegeben, meist in Verbindung mit Fluorid, zur Unterstützung der Zahnentwicklung.

Kranke Füße durch falsches Schuhwerk

Nur 20 Prozent aller Fußdeformationen sind angeboren. Viele Formen sind Folgen von falschem Schuhwerk, Fehlbelastungen im Alltag, Nervenerkrankungen oder entstehen aufgrund anderer Ursachen wie Rheuma, Arthose oder durch Unfälle. Der Plattfuß, bei dem das Fußgewölbe eingesunken ist, wird in vielen Fällen durch schwaches Bindegewebe verursacht.

Andere Fußverformungen sind zum Beispiel der Knick-, Senk-, Spreizfuß und viele mehr. Die Palette der möglichen Fehlstellungen ist groß. Kein Wunder, dass sich dieses Feld zu einem Fachgebiet in der Medizin entwickeln konnte.

Besonders Frauen quälen ihre Füße und Beine durch schickes, aber höchst ungesundes Schuhwerk. Der Große Zeh wird durch spitz zulaufende Schuhenden nach innen gequetscht, hohe Absätze verhindern das normale Abrollen des Fußes. Die Fußmuskulatur verkümmert und kann das Gewölbe des Fußes nicht mehr ausreichend stützen. Ein gesunder Fuß kann so krank werden.

Wichtig ist die Bewegungsfreiheit!

Schon für Kinderfüße gilt: Barfuß ist gesund, Schuhe müssen den Fuß stützen, aber nicht einengen. Und was für Kinder richtig ist, trifft auch auf den Erwachsenen zu. Sicher ist gegen schicke, hohe Pumps ab und zu nichts einzuwenden. Doch jeden Tag und über weite Strecken schädigen solche Schuhe die Füße und können Erkrankungen wie den Hallux valgus verursachen. Dauernde Schmerzen durch Schleimbeutelentzündungen und Hornhautbildung sind die Folge.

Eltern sollten ihren Kindern ein Vorbild sein. Denn schon für die Kleinsten gilt: Lieber rutschfeste Socken in der Wohnung als enges Schuhwerk.

Aktualisiert: 25.08.2017 – Autor: Susanne E. Kaiser

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