Beikost für Babys

Baby isst Beikost © Ben_Kerckx

Die Einführung der Beikost stellt für viele Eltern eine Herausforderung dar: Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste Breimahlzeit gekommen? Wie viel Brei braucht mein Baby? Und welche Lebensmittel sind überhaupt geeignet? Wir informieren Sie ausgiebig zum Thema Beikost und geben Ihnen leckere Brei-Rezepte zum Selberkochen mit auf den Weg. 

Beikost – ab wann?

In den ersten Monaten nach der Geburt ist Muttermilch die beste Ernährung für Ihr Kind. Doch mit der Zeit kann der Nährstoffbedarf des Säuglings nicht mehr alleine durch Stillen gedeckt werden. Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um mit der Beikost zu beginnen. In der Regel können Sie Ihrem Baby ab dem fünften Lebensmonat den ersten Brei zum Probieren geben. Spätestens ab dem siebten Lebensmonat sollten alle Babys Beikost bekommen. 

Beikost richtig einführen

Jedes Kind reagiert anders auf den ersten Brei – während die einen die Beikost von Beginn an mögen, tun sich die anderen mit der Umstellung schwer. Generell gilt, dass Sie die Milchmahlzeiten Ihres Babys immer nur Schritt für Schritt durch Breimahlzeiten ersetzen sollten. Zudem sollten Sie den Übergang möglichst sanft gestalten: Beginnen Sie mit wenigen Löffeln Brei und stillen Sie Ihr Kind weiterhin hauptsächlich. Mit der Zeit können Sie den Anteil der Breimahlzeiten dann langsam anheben.

In der Regel wird zunächst die Milchmahlzeit am Mittag durch einen Gemüse-Brei ersetzt. Dieser kann mit der Zeit zusätzlich mit Kartoffeln und Fleisch angereichert werden. Etwa einen Monat später kann dann eine weitere Milchmahlzeit durch einen Getreide-Milch-Brei ersetzt werden. Nach einem weiteren Monat können Sie Ihrem Baby dann den milchfreien Getreide-Obst-Brei zum Probieren geben. 

So klappt das Einführen

Die erste Breikost schmeckt dem Baby nicht immer – oft ist es für die Eltern ein harter Kampf, bis der Säugling den Brei ohne Geschrei akzeptiert. Wir geben Ihnen Tipps, mit denen die Umgewöhnung besser klappt:

  • Passen Sie den richtigen Zeitpunkt für die erste Beikost ab: Sie merken selbst, wann Ihr Baby neugierig auf andere Lebensmittel wird, wann es zum Beispiel nach Lebensmitteln greift oder diese in den Mund steckt. Dann ist die Zeit gekommen, es mit den ersten Löffeln Brei zu versuchen. 
  • Gewöhnen Sie Ihr Kind rechtzeitig an den Löffel: Sie können Ihrem Baby den Plastiklöffel bereits einige Wochen, bevor es mit der Beikost losgeht, zum Spielen geben. So kann sich Ihr Kind langsam an den fremden Gegenstand gewöhnen. 
  • Lassen Sie Ihr Kind den Brei ruhig mit den Händen anfassen, wenn es möchte. Es ist normal, dass Babys neugierig auf die fremde Nahrung sind. 
  • Bleiben Sie beim Füttern geduldig: Ihr Baby wird seinen Brei nicht auf Anhieb anstandslos essen, sondern vermutliches zu Beginn einiges wieder ausspucken. Auch dass beim Füttern zunächst einiges danebengeht, ist normal. 
  • Wenn Ihr Kind den Brei partout nicht essen will oder beim Essen Probleme hat, geben Sie ihm noch etwas Zeit. Vielleicht probieren Sie es einfach nach einer Woche oder zehn Tagen erneut, dann klappt es bestimmt besser. 

Wichtig für die Einführung der Beikost ist außerdem, dass Ihr Baby bestimmte körperliche Voraussetzungen mitbringt. So sollte es aufrecht sitzen und den Kopf selbstständig halten können. 

Beikost: Mit Gemüsebrei starten

Um die Beikost einzuführen, wird in der Regel auf einen Gemüsebrei zurückgegriffen. Geeignete Gemüsesorten sind beispielsweise Karotten, Kürbisse oder Pastinaken. Nach einiger Zeit kann der Brei außerdem mit Kartoffeln, Fleisch oder Fisch angereichert werden. 

Hat sich Ihr Baby nach einigen Wochen an den Gemüsebrei gewöhnt, können der Milch-Getreide-Brei und etwas später der Obst-Getreide-Brei eingeführt werden. Generell gilt, dass alles auf den Tisch kommen darf, was Ihrem Kind schmeckt und ihm nicht schadet. Allerdings sollten Sie Ihr Kind nicht überfordern: Ein neues Lebensmittel pro Woche genügt. 

Verstopfungen durch Beikost

Beikost sollte dem Baby frühestens ab dem fünften Lebensmonat verabreicht werden, denn vorher ist der Magen-Darm-Trakt noch nicht ausreichend entwickelt. Bekommt das Kind trotzdem schon feste Nahrung, kann es zu Durchfällen, Verstopfungen oder Bauchschmerzen kommen. 

Treten mit der ersten Beikost Probleme beim Stuhlgang auf, stecken meist harmlose Ursachen hinter den Beschwerden. Vielleicht verträgt ihr Baby das neu eingeführte Lebensmittel nicht oder Sie haben ihm nicht genügend Flüssigkeit gegeben. Verschwinden die Probleme nicht von selbst wieder oder treten weitere Krankheitszeichen auf, sollten Sie allerdings einen Arzt aufsuchen.  

Um Verstopfungen zu vermeiden, ist es wichtig, dass Ihr Kind genügend trinkt. Zu Beginn der Beikost-Zeit, wenn nur eine Breimahlzeit verabreicht wird, bekommt das Baby durch das Stillen noch relativ viel Flüssigkeit. Je mehr Brei das Kind jedoch isst, desto mehr Flüssigkeit sollte es zu den Mahlzeiten trinken. Generell spricht ab der ersten Breimahlzeit nichts dagegen, dem Kind zum Essen etwas Wasser oder ungesüßten Tee anzubieten.

Beikost selber kochen? 

Ob Sie die Beikost selbst kochen oder auf fertige Babygläschen zurückgreifen, ist Ihre Entscheidung. Babygläschen bieten den Vorteil, dass sie in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen zur Verfügung stehen und nur noch aufgewärmt werden müssen. Auch für unterwegs sind sie prima geeignet. 

Allerdings können Sie bei Babygläschen im Gegensatz zu selbst gekochter Beikost nicht selbst entscheiden, welche Inhaltsstoffe in den Brei kommen. So kann auf Salz und Zucker, der in vielen Babygläschen enthalten ist, bei eigener Herstellung verzichtet werden.

Aktualisiert: 18.04.2013 – Autor: Kathrin Mehner

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?