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Stillen: Bedeutung für Mutter und Kind

Das Stillen des Säuglings durch die Mutter erfreut sich (wieder) zunehmender Beliebtheit. Dies verwundert nicht, bietet sie doch zahlreiche Vorteile für Mutter und Kind.

Vorteile für die Mutter

  • Die Reduktion des Körpergewichts auf das Ausgangsgewicht gelingt am schonendsten durch den hohen zusätzlichen Energieverbrauch bei der Milchproduktion.
  • Trotzdem sollte die Stillzeit auf keinen Fall als "Abmagerungskur" benutzt werden. Schließlich benötigt das Neugeborene große Mengen an Kalorien und Nährstoffen, um sich entwickeln zu können. Eine langsame und gleichmäßige Gewichtsreduktion ergibt sich fast von alleine.

Bedeutung für das Kind

Muttermilch enthält Nährstoffe hoher Qualität, bester Verfügbarkeit und in einer nahezu optimalen Zusammensetzung. Auch heute ist man noch weit davon entfernt, einen ebenbürtigen künstlichen Ersatz herstellen zu können, der ähnlich viele Funktionen erfüllt. Zudem wird der unterschiedliche Gehalt an Inhaltsstoffen in der Anfangsmilch (Kolostrum), der Übergangsmilch und der reifen Milch den wechselnden Bedürfnissen des Säuglings gerecht.

Neben Kohlenhydraten, Eiweißen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen, werden auch noch weitere lebenswichtige Stoffe bereitgestellt. Enzyme, die dem unreifen Verdauungssystem des Neugeborenen Rechnung tragen, sind ebenso vorhanden wie Hormone, Wachstumsfaktoren und immunologische Komponenten. Letztere bestehen aus Antikörpern (IgA) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Für Ihr Kind ergeben sich dadurch folgende Vorteile:

  • Versorgung mit Eiweißen aus einer optimalen Zusammensetzung.
  • Zufuhr von Vitalstoffen (Vitamine und Mineralstoffe) in einer gut nutzbaren Form (hohe Verfügbarkeit).
  • Effiziente Verdauung und Aufnahme der Stoffe dank mitgelieferter Enzyme.
  • Schutz vor Krankheiten dank zahlreicher Abwehrstoffe und -zellen.
  • Bewahrung vor Nahrungsmittelallergien im späteren Leben.

Gesundes Gedeihen

Die Nähr- und Abwehrstoffe in der Muttermilch wirken sich positiv auf die kindliche Entwicklung aus. Viele Krankheiten treten bei gestillten Kindern seltener auf oder verlaufen harmloser, wie Magen-Darm-Infektionen, Mittelohrentzündungen und Erkrankungen der oberen Luftwege. Auch allergische Erkrankungen verlaufen bei gestillten Kindern abgeschwächt oder stellen sich erst später ein. Das Saugen an der Brust fördert die Bildung der Kiefermuskulatur wesentlich intensiver als das Saugen an der Flasche. Daher leiden gestillte Kinder weniger häufig an Zahnfehlstellungen.

Die Anregung, in den ersten sechs Lebensmonaten voll zu stillen, hat folgende Begründung: Erst zu diesem Zeitpunkt sind das Immunsystem und der Stoffwechsel des Kindes so weit, dass der Kontakt mit neuen Nahrungsmitteln gut verarbeitet werden kann. In Deutschland ist kaum bekannt, dass die WHO seit April 2006 korrigierte Wachstumskurven für Kinder empfiehlt, die gestillt werden. Dies soll bei den kinderärztlichen Untersuchungen stattfinden. Schon ist davon auszugehen, dass Schulkinder bis zu 25% weniger übergewichtig sind, wenn sie gestillt wurden.

Aktualisiert: 10.02.2017 – Autor: Ina Mersch / Überarbeitung: Nathalie Blanck

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