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Sicherheit von Anfang an - Kinderunfälle vermeiden

Unfälle sind das Gesundheitsrisiko Nummer eins für Kinder in Deutschland. Die Mehrzahl der Unfälle bei den Kindern unter 6 Jahren geschieht im häuslichen Bereich - dort, wo sich Eltern und Kinder eigentlich am sichersten fühlen. Gründe genug für Eltern, sich ausreichend über Gefahren und Vermeidungsstrategien zu informieren. Jährlich verletzen sich in Deutschland fast 1,7 Millionen Kinder unter 15 Jahren bei einem Unfall so sehr, dass sie ärztlich versorgt werden müssen. Rund 200.000 Kinder werden jedes Jahr wegen eines Unfalls im Krankenhaus aufgenommen, davon knapp 40 Prozent sind Kinder unter fünf Jahren. Und: Unfälle sind bei Kindern die häufigste Todesursache – in Deutschland sterben mehr Kinder an Unfällen als an Infektionskrankheiten und Krebs zusammen. Damit gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken von Kindern.

Unfallursachen

53 % der Unfälle im häuslichen Umfeld betreffen Kinder unter 6 Jahren. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder sind Unfälle zu Hause die größte Gefahr: Sie stürzen vom Wickeltisch oder die Treppe hinunter, verbrühen sich mit heißen Flüssigkeiten oder – besonders dramatisch – ertrinken in der Badewanne oder im Gartenteich. Vorschulkinder verunfallen im häuslichen Bereich, in der Freizeit, aber auch im Kindergarten und im Straßenverkehr. Bei den tödlichen Unfällen stehen nach dem ersten Lebensjahr die Verkehrsunfälle an vorderster Stelle. Jüngere Kinder sind vor allem als Mitfahrer im Auto betroffen. Ab dem Schulalter geraten sie als Fußgänger oder Radfahrer in Gefahr.

Unfälle vermeiden

Junge Eltern kennen die Unfallrisiken oft nicht genau. Körperliche Fähigkeiten von Kindern werden nicht richtig eingeschätzt, Gefahrenquellen für die Kleinen nicht erkannt. Vielen Eltern ist nicht bewusst, dass Kinder in den ersten beiden Lebensjahren bereits in kleinsten Pfützen ertrinken können, weil sie ihren Kopf aus eigener Kraft nicht anheben können.

  • Gerade für Säuglinge und Kleinkinder tragen Eltern und Betreuer eine ganz spezielle Verantwortung. Notwendig sind neben einer sorgfältigen Aufsicht auch eine sichere und kindgerechte Wohnung sowie die richtige "Erste Hilfe" im Falle eines Unfalls.
  • Später sind eine bewusste und altersgemäße Sicherheitserziehung und Bewegungsförderung weitere wichtige Maßnahmen zur Vermeidung von Kinderunfällen.

Durch die erhöhte Sensibilität für Unfallquellen können viele Kinderunfälle vermieden werden: Man schätzt, dass mindestens 60 Prozent aller Kinderunfälle durch einfache Sicherheitsmaßnahmen vermeidbar sind!

Sicherheitstipps im Säuglingsalter

  • Beim Stillen selbst keine heißen Getränke trinken
  • Beim Wickeln immer eine Hand am Kind halten
  • Auf eine gesunde Schlafumgebung achten
  • Gefahren durch Haustiere bedenken
  • Im Auto Kind angeschnallt in Sitzschale auf dem Rücksitz gegen die Fahrtrichtung transportieren

Sicherheitstipps im Krabbelalter

  • Kleine verschluckbare Gegenstände wegräumen
  • Steckdosen sichern
  • Keine Kabel oder Kordeln herunter hängen lassen
  • Medikamente, Zigaretten, Alkohol wegräumen
  • Putzmittel wegschließen
  • Nicht ohne Aufsicht in der Badewanne

Sicherheitstipps im Lauflernalter

  • Treppen durch Treppenschutzgitter sichern
  • Regale und Schränke verankern
  • Herd sichern oder hintere Kochplatten verwenden
  • Elektrische Geräte wegräumen
  • Fensterriegel einbauen
  • Keine Lauflernhilfen verwenden

Sicherheitstipps im Kleinkindalter

  • Etagenbetten sichern
  • Giftige Pflanzen entfernen
  • Teich, Bach, Regentonne abdecken
  • Auf dem Fahrrad immer einen Helm tragen
  • Rauchmelder einbauen

Bewegung fördern hilft Unfälle vermeiden

Vielfältige Bewegungserfahrungen fördern die kindliche Sicherheit. Deshalb sollten Eltern die motorische Entwicklung durch Bewegungsspiele, Turnübungen, Ausflüge in die Natur oder auf den Spielplatz unterstützen. So lernt das Kind, die Balance zu halten, seine Koordination zu verfeinern, Kraft und Ausdauer zu trainieren und auf Risiken angemessen zu reagieren – kurz: die Unfallrisiken sinken durch das Bewegungstraining.

Aktualisiert: 22.06.2012 – Autor: Dagmar Reiche / Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.,

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