Was tun bei Blutungen?

Verbandmaterial zum Stillen einer Blutung © istockphoto, IJzendoorn

Kleinere Wunden wie z.B. Hautabschürfungen oder kleine Schnittverletzungen kommen bei Kindern häufig vor und die Blutung steht nach wenigen Minuten von selbst. Sie können an der Luft trocknen oder werden gesäubert, desinfiziert und evtl. mit einem Pflaster abgedeckt. Bei großen Wunden mit starkem Blutverlust ist dagegen Vorsicht angesagt, denn Kinder haben ein insgesamt geringeres Blutvolumen. Es kommt häufiger zu schweren Allgemeinsymptomen bis hin zum Schock.

Blutung durch Druck zum Stillstand bringen

Man kennt es selbst vom Blutabnehmen beim Arzt: Der direkte Druck auf die Wunde führt nach einiger Zeit zum Stillstand der Blutung. Das trifft in der Regel auch auf große Wunden zu. Man drückt deshalb mit einem sterilen oder sauberen Tuch auf die Wunde und legt einen Verband an. Die betroffene Körperstelle wird - wenn möglich - erhöht gelagert. Ist die Blutung durch diese Maßnahmen nicht zum Stillstand zu bringen, muss ein weiterer Druckverband angelegt werden.

Und so geht’s:

  • Alten Verband nicht öffnen, sondern einen weiteren straffen Druckverband darüber legen.
  • Um den Druck zu erhöhen, ein noch verpacktes Verbandspäckchen auf den Wundbereich legen und mit der Mullbinde straff umwickeln.
  • Notfalls muss die zuführende Ader abgedrückt werden. Alle spritzenden Blutungen werden dabei vor der Blutungsstelle (zum Herzen hin) abgedrückt.
  • Bei einer sehr großen, offenen Wunde die Blutung direkt mit einer sterilen Kompresse im Wundgebiet abdrücken.

Kommt die Blutung hierdurch nicht zum Stillstand, muss der Rettungsdienst verständigt werden. In jedem Fall muss im Anschluss an die Erste-Hilfe-Maßnahme ein Arzt aufgesucht werden, da die Wunde evtl. genäht oder geklammert werden muss.

Vorsicht: Das Abbinden der Arme und Beine ist nur bei Amputationsverletzungen oder sehr großen, unstillbaren Blutungen das Mittel der letzten Wahl. Zu groß ist die Gefahr, dass Schäden an Gefäßen und Nerven hervorgerufen werden.

Bei größeren Wunden droht ein Schock

Je nachdem, wie hoch der Blutverlust ist, kann es zu Kreislaufreaktionen wie Blutdruckabfall oder Erhöhung der Herzfrequenz bis hin zum Schock kommen. Hier handelt es sich um einen Notfall und es muss sofort ein Notarzt verständigt werden!

Anzeichen eines Schocks beim Kind:

  • Das Kind kann unruhig, verwirrt, benommen oder schläfrig sein.
  • Die Haut ist blassgrau, kühl und schweißig, die Lippen können blau sein.
  • Der Pulsschlag ist erhöht aber nur schwach zu fühlen.
  • Die Atmung kann beschleunigt sein, das Kind röchelt oder schnappt nach Luft
  • Evtl. Erbrechen
  • Das Kind kann bewusstlos werden.

Als Sofortmaßnahme muss das Kind in Schocklage gebracht werden (Beine werden hoch gelagert). Atmet das Kind nicht von selbst, muss es beatmet werden.

Erste Hilfe bei Nasenbluten

Die häufigste Ursache für Nasenbluten ist das Platzen kleiner Gefäße in der Nasenschleimhaut. Tritt diese Blutung bei einem Kind auf, sollte es stehen oder sitzen, aber nicht den Kopf in den Nacken legen. Denn dadurch wird der Blutdruck im Kopf erhöht und die Blutung verstärkt sich eher noch. Auch hier hilft es, Druck auf die Wunde auszuüben. Deshalb wird die Nase des Kindes mindestens 10 Minuten mit Zeigefinger und Daumen kontinuierlich fest zugedrückt.

Eine weitere Maßnahme ist die so genannte Nasen-Tamponade. Hierfür eignet sich ganz normales Klopapier. Es wird in eine 1,5-2 Zentimeter lange, bleistiftstarke Rolle gedreht und mit Hautcreme eingefettet. Der Tampon wird in den vorderen Abschnitt der blutenden Nase eingeführt und auch hier werden die Nasenflügel fest zusammengepresst. Den Druck mindestens 10 Minuten aufrechterhalten. Ein Eisbeutel im Nacken unterstützt die Blutstillung.

Aktualisiert: 14.08.2012 – Autor: Ina Mersch

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