Ausfluss – Scheidenflora stärken

Viele Frauen kämpfen immer wieder mit krankhaftem Ausfluss und regelmäßig auftretenden Entzündungen. Besonders dann empfehlen sich vorsorgende Maßnahmen, um das Scheidenmilieu zu stärken. Viele davon haben gleichzeitig einen positiven Effekt auf die Darmflora und die allgemeine Abwehrkraft. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitaminen (vor allem Vitamin C und Zink) und Vollkornprodukten sowie wenig Zucker und Milchprodukten. Trinken Sie genug – warum nicht jeden Tag ein Glas Aloe-Vera-Saft?

Das Scheidenmilieu stärken

Rumgesprochen hat sich mittlerweile auch, dass in der mikrobiologischen Therapie eingesetzte Substanzen nicht nur bei der Darmsanierung helfen, sondern ebenso die Scheidenflora unterstützen. Dazu gehören z.B. auch Probiotika, also lebende Bakterien (in diesem Fall v.a. Milchsäurebakterien), die man nicht nur als Joghurt essen (oder als damit getränkten Tampon in die Scheide einführen kann), sondern die auch als Fertigpräparate in der Apotheke erhältlich sind – ebenso entweder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder als Tabletten und Zäpfchen, die in die Scheide einzuführen sind.

Bei wiederholtem Scheidenpilz sind auch tägliche Sitzbäder über mehrere Wochen einen Versuch wert, und zwar mit einer Mischung aus folgenden Schüßler-Salzen: Nr. 3, Nr. 5, Nr. 6, Nr. 8, Nr. 9 und Nr. 10. Lassen Sie sich gegebenenfalls in Ihrer Apotheke beraten.

Grundsätzliche Hygienemaßnahmen

Nicht zu vergessen sind natürlich grundsätzlich Hygienemaßnahmen: tägliches Wechseln der – nicht zu engen – Unterwäsche aus Naturmaterialien, der Verzicht auf Intimsprays, regelmäßiges Reinigen des Genitalbereichs, aber nur mit milden Waschsubstanzen. Pflege Sie Ihren äußeren Intimbereichs mit einem neutralen Hautfett oder einer speziellen Creme für den Genitalbereich – so bleibt die empfindliche Haut geschmeidig und widerstandsfähig gegen kleine Verletzungen und Entzündungen.

Übrigens: Von manchen Autoren wird auch Rauchen als möglicher Auslöser für ständige Scheideninfektionen gesehen – wäre das nicht ein guter Grund, damit aufzuhören?

Geringe Gefahr für die Vaginalflora

Zahlreiche Studien zeigen, dass die folgenden Faktoren – entgegen landläufiger Meinung – keinen negativen Einfluss auf das Scheidenmilieu haben:

  • Der sachgerechte Gebrauch von Tampons und Slipeinlagen (diese dürfen deshalb auch bei einer bestehenden Infektion weiterbenutzt werden); einzige Ausnahme ist die – seltene – Allergie auf die Inhaltsstoffe. Diese wird besonders durch parfümierten Slipeinlagen ausgelöst.
  • Baden und Schwimmen – dabei tritt normalerweise kein Wasser in die Scheide ein. Mögliche Ausnahmen:
  1. Wird während das Aufenthalts im Wasser ein Tampon benutzt, kann – vermutlich über den Rückholfaden (Dochtwirkung) und die mechanische Aufweitung der Scheidenöffnung – Wasser in die Vagina gelangen: je größer der Tampon, desto größer die Menge.
  2. Bei manchen Frauen reizt das Chlor im Schwimmbadwasser die Schleimhäute. Das wiederum führt dazu, dass sich schon vorhandene, aber in Schach gehaltene Erreger – ausbreiten können. Dafür tötet das Chlor die meisten Erreger (z.B. auch Geißeltierchen) recht gut ab, d.h. die Ansteckungsgefahr ist sehr gering.
  3. Es gibt vereinzelte Berichte, das bestimmte Geißelbakterien (Pseudomonas aeruginosa), durch einen Aufenthalt im Whirlpool übertragen werden. Diese Keime finden sich bevorzugt in Krankenhäusern besonders in feuchter Umgebung wie Spüllösungen, Warmwasserleitungen, Desinfektionsmitteln. Auch durch verunreinigtes Badespielzeug wurden sie schon in Kinderkliniken übertragen. Aber: In der Regel sind nur "Risikopatienten“ betroffen, also Personen, deren Abwehrsystem geschwächt ist, die gerade eine Operation hinter sich haben etc. Allerdings ist vorstellbar, dass Frauen, die eine beeinträchtigte und empfindliche Scheidenflora haben, sich im Whirlpool damit anstecken können.

Aktualisiert: 18.12.2020
Autor*in: Dagmar Reiche

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