Frauen schlafen anders

Schlafende Frau © Dieter Robbins

Wälzt man sich ewig hin und her, ehe abends die Augen zufallen, kann die Nacht zur Qual werden. Dies gilt vor allem für Frauen, denn sie sind deutlich häufiger von Schlafstörungen betroffen als Männer. Forscher fanden heraus, dass der Schlaf von Frauen nicht nur leichter ist, sondern ihnen auch die beiden Schlafräuber Angst und Sorge stärker zusetzen als Männern. Entspannungstechniken wie Autogenes Training helfen, Stress abzubauen und abends loszulassen, um ruhig zu werden.

Frauen leiden häufiger unter Schlafstörungen als Männer

Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach leidet fast jede vierte deutsche Frau unter Schlafschwierigkeiten, bei den Männern nur jeder sechste. Mit steigendem Alter wird der Unterschied zwischen den Geschlechtern immer größer: Während etwa jede dritte Frau zwischen 45 und 60 Jahren nachts oft wachliegt, klagt darüber auch in dieser Altersgruppe nur jeder sechste Mann. "Neben den Wechseljahren, die oft den Schlaf rauben, nehmen bei diesen Frauen auch die Ängste zu – etwa vor dem Alter und dem Alleinsein", so Psychologin Inga Margraf.

Bei vielen Frauen bleibe eine Leere zurück, wenn die Kinder aus dem Haus sind und die bisherige Mutterrolle unwichtiger wird. Dies belegen auch Zahlen des Allensbacher Institutes, die zeigen, dass berufstätige Frauen über 45 deutlich besser schlafen als gleichaltrige Hausfrauen.

Der Einfluss der Hormone

Auch die Hormone beeinflussen den Schlaf von Frauen. Nicht nur in den Wechseljahren und in der Schwangerschaft, auch in bestimmten Phasen des Zyklus schlafen Frauen unruhiger. Wenn sich die Menstruation ankündigt, leiden viele Frauen unter:

  • Magenkrämpfen und Gefühlsschwankungen
  • Nächtlichen Wachphasen, heftigen Träumen
  • Müdigkeit und Erschöpfung am Tag.

Meist treten die Schlafprobleme zu Beginn der Menstruation auf und klingen danach wieder ab. "Bei hormonell bedingten Schlafproblemen sollten Frauen besonders auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus, eine gesunde Lebensweise sowie eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung achten", rät Inga Margraf.

Schlafbedarf sinkt im Alter - bei beiden Geschlechtern

Wie viel der Mensch schläft, hängt vom Lebensalter ab. Den meisten Schlaf brauchen Neugeborene. Senioren kommen mit rund sechs Stunden Schlaf aus. Individuell können diese Durchschnittswerte jedoch schwanken. Der Anteil des Traumschlafes am gesamten Schlaf nimmt ab, wenn man älter wird.

Je älter desto weniger…

Von Geburt an nimmt das Schlafbedürfnis des Menschen stetig ab:

  • Säuglinge schlafen noch 16 Stunden
  • Kleinkinder benötigen 11 bis 13 Stunden Schlaf
  • Erwachsene brauchen nur noch rund acht Stunden Schlaf
  • Im Rentenalter sinkt der Schlafbedürfnis auf etwa sechs Stunden

Ältere schlafen dabei nicht nur weniger, auch der Erholungswert des Schlafes nimmt ab. Sie wachen nachts häufiger auf, schlafen nur oberflächlich und sind morgens schon lange wach, bevor der Wecker klingelt. Man rät Senioren, nicht zu früh ins Bett zu gehen, regelmäßige Schlafenszeiten einzuhalten und sich tagsüber ruhig hin und wieder ein Nickerchen zu gönnen.

Aktualisiert: 01.09.2015 - Autor: TK

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?