Hirsutismus – Maßnahmen und Behandlung

Hirsutismus ist für betroffene Frauen oft mit einem enormen Leidensdruck verbunden, denn die übermäßige Körperbehaarung und die anderen Anzeichen der Vermännlichung führen oft dazu, dass die Frauen sich selbst als unschön empfinden oder von anderen ausgegrenzt werden. Doch eine Behandlung von Hirsutismus ist möglich. Wie die Therapie erfolgt, erfahren Sie hier.

Maßnahmen gegen die Auswirkungen – körperliche und seelische

Da die äußerliche Vermännlichung oft schwere psychische Folgen hat, ist sie eine ernst zu nehmende Krankheit, die behandelt werden muss. Die Narben, die die ständige Ablehnung durch die Umwelt entstehen lässt, sollten in keinem Fall unterschätzt werden.

So sollten besonders Mütter, die bei ihren Töchtern einen Hirsutimus entdecken, möglichst früh einen Arzt zurate ziehen, um ihrem Kind eine normale körperliche und soziale Entwicklung zu ermöglichen.

Nachhaltige Entfernung der Körperhaare wichtig

An erster Stelle steht die möglichst nachhaltige Entfernung der unerwünschten Körperhaare. Für welche Methode sich die einzelne Betroffene entscheidet, hängt dabei auch vom Hauttyp, einer bestehenden Akne und –& leider auch – dem Geldbeutel ab.

Rat und Hilfe finden Betroffene bei ausgebildeten Kosmetikern und dem Hautarzt. Folgende Methoden kommen beispielsweise infrage:

  • Wachsenthaarung oder Epilation sind etwas schmerzhaft, hält aber länger vor als das einfache Rasieren.
  • Sind die Haare weich und dünn, kann überlegt werden, sie einfach zu bleichen.
  • Besonders gründlich sind Methoden wie die Laser-Epilation oder das Zerstören der Haarwurzel mit einem kleinen Stromstoß (Elektroepilation). Diese Behandlungen können Hautärzte oder auch gut geführte Kosmetiksalons durchführen.

Behandlung mit Medikamenten

Um das Problem von innen her anzugehen, ist zum Beispiel die Anti-Baby-Pille geeignet. Produkte, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten, können die Produktion von Testosteron in den Eierstöcken reduzieren. Zudem bewirkt Östrogen, dass das männliche Hormon im Körper gebunden, also unwirksam gemacht wird. Gestagen beschleunigt die Ausscheidung des Testosterons.

Als besonders geeignete Wirkstoffe zur Kombination mit Östrogen gelten:

  • Desogestrel,
  • Gestoden,
  • Norgestimat und
  • Cyproteronacetat.

Drei von vier Patientinnen sprechen gut auf diese Behandlung an. Leider haben Anti-Baby-Pillen auch Nebenwirkungen. Besonders Frauen über 35 Jahre, die zudem auch noch rauchen, sollten sich die Einnahme dieser Präparate gründlich überlegen.

Als Alternative werden auch Präparate angeboten, welche die Aktivität der Eierstöcke drosseln. Diese Art Medikament kann zusammen mit einem Östrogenpräparat ähnlich gute Erfolgsquoten aufweisen wie die Anti-Baby-Pille. Es handelt sich hierbei aber auch um ein Hormon und ist zudem vergleichsweise teuer.

Leider gibt es Frauen, deren Problem mit der unerwünschten Behaarung sich nicht von Medikamenten beeinflussen lässt. Ihnen bleibt nur die Haarentfernung und viel Geduld mit sich selbst.

Sport und gesunde Ernährung als wichtige Säule der Therapie

Frauen mit PCOS bekommen von ihrem Arzt in der Regel die Anweisung, ihr Übergewicht durch Ernährungsumstellung zu reduzieren und Sport zu treiben. Eine Ernährungsberatung kann helfen, abzunehmen. Gut geeignet ist beispielsweise Walken, ein sanfter Ausdauersport, der die Gelenke nicht belastet und hilft, den Stoffwechsel wieder in normale Bahnen zu lenken.

In einigen Fällen lässt sich so sogar auf Medikamente verzichten und ein regelmäßiger Zyklus herstellen. Daher ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen und Maßnahmen zu ergreifen, die die Symptome lindern: Immerhin drei Viertel aller Frauen mit Hirsutismus kann geholfen werden.

Aktualisiert: 04.10.2019 - Autor: Susanne E. Kaiser

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