Untersuchungen beim Frauenarzt

Frau bei Untersuchung beim Frauenarzt © istockphoto, monkeybusinessimages

Sicher gibt es Dinge, die eine Frau lieber tut als den Gynäkologen aufzusuchen. Sicher ist aber auch, dass sich nur mit regelmäßigen Untersuchungen Störungen frühzeitig erkennen lassen. Deshalb sollte jede Frau spätestens ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Aufgaben eines Frauenarztes

Der Frauenarzt hat mehrere zentrale Aufgaben: Bei akuten Beschwerden und chronischen Krankheiten entscheidet er über Diagnostik und Therapie, um früh Krankheiten wie Brustkrebs zu erkennen, führt er regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durch (bzw. veranlasst weitere Tests), er steht Frauen beratend zur Seite und er betreut werdende Mütter und ihr Ungeborenes während der Schwangerschaft.

Die meisten Frauen empfinden Besuch und Untersuchung beim Gynäkologen als eine eher unangenehme Situation, die - mehr noch als die meisten anderen Arztbesuche - eine Grenze zu sehr intimen und evtl. schambesetzten Bereichen überschreitet. Besonders bei jungen Mädchen, die das erste Mal eine frauenärztliche Praxis aufsuchen, ist deshalb viel Feingefühl von Seiten des Arztes und der Sprechstundenhilfen vonnöten.

Das erste Mal zum Frauenarzt

Der richtige Zeitpunkt, das erste Mal einen Gynäkologen aufzusuchen, ist bei jedem Mädchen anders. Manche Frauenärzte raten, dass dieser nach dem Einsetzen der ersten Periodenblutung gekommen ist, andere sind der Meinung, dass eine Erstuntersuchung erst ab dem 20. Lebensjahr nötig ist (es sei denn, es gibt voher spezifische Anlässe).

Gute Gründe sind z.B. eine noch immer nicht eingesetzte Regelblutung im 16. Lebensjahr, Beschwerden wie unklare Unterbauchschmerzen oder stark riechender Ausfluss, Jucken und Brennen in der Scheide sowie das Bedürfnis, sich über Geschlechtsverkehr, Verhütung oder Pubertät beraten zu lassen.

Gespräch und Beratung

Im Mittelpunkt steht zunächst das gezielte Befragen der Patientin zu dem Grund ihres Arztbesuches und zu ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Hat sie aktuelle Beschwerden, sollte sie diese möglichst genau schildern: Wo, wann und wie häufig sie auftreten, ob sie plötzlich angefangen haben oder schon länger bestehen und ob weitere Symptome vorliegen.

Besonders wichtig ist die "Regelanamnese", also wann die letzte Blutung war, ob die Periode regelmäßig ist oder ganz ausbleibt, in welchen Abständen sie einsetzt und wie lange sie dauert, ob sie schmerzhaft ist und ob es Zwischenblutungen gibt. Bei älteren Frauen können auch die Wechseljahre im Zentrum der Fragen stehen.

Daneben sind auch die Art der Verhütung, andere durchgemachte oder bestehende chronische Krankheiten, frühere Geburten, Operationen oder Unfälle, eingenommene Medikamente und Erkrankungen in der Familie von Bedeutung. Auch sexuelle Probleme oder Missbrauch sollten thematisiert werden.

Sucht man mit einem bestimmten Anliegen den Gynäkologen auf, empfiehlt es sich - gerade bei einem Erstbesuch - die Fragen vorher aufzuschreiben und diese Notizen zum Arztbesuch mitzubringen. Das hilft gegen die Angst und die damit oft einhergehende Schwierigkeit, sich auf das, zu konzentrieren, was man eigentlich will.

Aktualisiert: 01.08.2016 – Autor: Dagmar Reiche

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