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Brandschutz: Feuerlöscher gehören in jeden Haushalt

Der feuerrote Stahlbehälter sollte frei und schnell zugänglich sein – und sich auch wirklich zum Löschen der in der Umgebung vorhandenen brennbaren Stoffe eignen. Auskunft über die Brandklasse geben die Piktogramme auf dem Gerät. Wichtig ist auch, dass alle Familienmitglieder (auch die Kinder!) schon vor dem Ernstfall wissen, wie sie den Feuerlöscher bedienen müssen – wer erst im Brandfall die aufgedruckte Gebrauchsanweisung studiert, verschenkt wertvolle Zeit, ein sofortiger Einsatz rettet dagegen möglicherweise Leben und verringert Sachschäden. Für Privathaushalte eignen sich Schaumlöscher gut, weil sie gezielt auf den Brandherd gerichtet werden können. Pulver als Löschmittel kann dagegen die Umgebung stark einstauben.

Tipps für den Ernstfall:

  • Grundsätzlich sollte man bei einem Feuer immer Ruhe und Umsicht behalten. Umsicht heißt, auch mal auf den Feuerlöscher zu verzichten: Eine brennende Pfanne (also das in ihr brennende Fett) lässt sich z. B. am sichersten löschen, wenn die Flamme mit dem Topfdeckel erstickt wird. Übrigens: Löschversuche mit Wasser sind bei solchen Fettbränden gefährlich, da es zu Explosionen kommen kann. Im Gastronomiebereich werden deshalb spezielle Fettbrandlöscher eingesetzt.
  • Falls der Griff zum Feuerlöscher nötig ist, immer mit dem Wind stoßweise von unten in die Glut und nicht in die Flammen spritzen.
  • Genügend Abstand halten, damit das Löschpulver möglichst den gesamten Brand einhüllt.
  • Flächenbrände von vorne und von unten ablöschen, nicht von hinten oder oben, immer das Brandgut, nicht die Flammen löschen.
  • Bei Tropf- oder Fließbränden, wenn zum Beispiel brennendes Fett oder schmelzende Kunststoffe herunter tropfen, die brennende Lache von der Austrittstelle oben nach unten löschen.
  • Bei größeren Entstehungsbränden mehrere Feuerlöscher gleichzeitig und nicht nacheinander einsetzen.
  • Auf Rückzündung achten, Brandstelle nicht verlassen, sondern beobachten.
  • Nie die gesundheitliche Gefährdung durch Rauch- und Brandgase unterschätzen und immer auf die Eigensicherung achten.
  • Nach der Benutzung den Feuerlöscher auf keinen Fall wieder an seinen Platz bringen, sondern sofort wieder füllen lassen.

Feuerlöscher regelmäßig überprüfen

Äußerlich verändern Feuerlöscher sich kaum. Die Wirkung der Lösch- und Treibmittel von Feuerlöschern lässt im Laufe der Zeit aber nach, die Löschmittel verändern ihre Konsistenz. Die regelmäßige sachkundige Prüfung der Geräte ist deswegen unerlässlich – am besten mindestens alle zwei Jahre – das empfiehlt der Bundesverband der Brandschutz-Fachbetriebe (bvbf). Ein Blick auf die Prüfplakette gibt Auskunft darüber, wann wer die letzte Prüfung durchgeführt hat. Liegt diese länger zurück, muss ein Fachmann das Gerät überprüfen.

Bei der sachkundigen Prüfung durch den Kundendienst eines Brandschutz-Fachbetriebes wird der Feuerlöscher geöffnet, das Löschmittel entnommen und dessen Einsatzfähigkeit kontrolliert. Pulver und Schaum sollten spätestens nach zehn Jahren komplett ausgetauscht werden. Nach dieser Zeit reduzieren sich die Löscheigenschaften.

Bei der fachkundigen Prüfung wird außerdem das Treibmittel kontrolliert und der Feuerlöscher auf mögliche Beschädigungen und Materialermüdungen untersucht. Nach der rund 15-minütigen Prüfung, die laut bvbf zwischen 15 und 30 Euro kostet, ist der Feuerlöscher wieder zwei Jahre einsatzbereit. V

or unseriösen Geschäftemachern warnt die Feuerwehr. Angebliche Behördenmitarbeiter geben an der Wohnungstür vor, die Feuerlöscher in privaten Haushalten überprüfen zu wollen. In der Regel stellen die vermeintlichen Fachleute dann fest, dass die Feuerlöscher nicht der Norm entsprächen oder abgelaufen seien; den Hausbewohnern wird empfohlen, ein neues Gerät anzuschaffen. Laut Feuerwehr gibt es jedoch keine Behörde, die Feuerlöscher überprüft.

Aktualisiert: 05.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche / Quelle: Aktion Das Sichere Haus (DSH)

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