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Gesundes Wohnen von A-Z

Gesundes Wohnen © jarmoluk

Etwa 80 bis 90 Prozent des Tages verbringen wir in Innenräumen – den Großteil davon in den eigenen vier Wänden. Gesunde Lebensbedingungen in der Wohnung sind deshalb wichtig für Wohlbefinden und Gesundheit.

Asbest

Seit 1993 ist Asbest in Deutschland verboten - früher wurde es jedoch universell eingesetzt, galt als Wundermittel. Asbestquellen sind auch heute noch im Haushalt zu finden. Beispiele sind Nachtspeicheröfen, Dämmplatten, Isolierung und Rückseiten von durchgescheuerten PVC-Böden. Wer Asbest in seiner Wohnung vermutet, sollte auf keinen Fall anfangen z. B. alte Böden herauszureißen, denn unsachgemäßes Arbeiten ist gesundheitsschädlich.

Am gefährlichsten sind die dabei die entstehenden Fasern des Asbests – werden sie eingeatmet, können sie krebserregend wirken. Es empfiehlt sich den alten Belag durch eine Spezial-Firma ausreißen zu lassen und lückenlos mit Neu-Belag zu überdecken.

Bleigefahr durch alte Rohre

Blei wirkt - bereits in geringen Spuren - als chronisches Gift und lagert sich in Knochen, Gehirn und Zähnen ab. Es beeinträchtigt das Nerven- und Immunsystem, macht anfällig für Infektionen. Bleibelastete Kinder zeigen Intelligenz-, Lern- und Konzentrationsstörungen auf.

Wenn Sie in einem Haus wohnen, das vor 1960 gebaut wurde, könnte es sein, dass Bleirohre verlegt wurden. Bleirohre sind nach Schätzungen des Bundesumweltamts noch in 10 bis 30 Prozent der Altbauten installiert. Im Unterschied zu Kupfer- und Stahlleitungen sind Bleirohre oft leicht gebogen und klingen beim Draufklopfen mit einem Schraubenzieher dumpf.

Bodenbeläge und Teppiche

Der Bodenbelag beeinflusst Raumklima, Akustik, Gehkomfort, Lufthygiene und das Wohlbefinden. Für eine eventuelle Schadstoff-Belastung kann es folgende Gründe geben:

  • die Materialien selbst
  • eventuell verwendete Kleber oder
  • Reaktionsprodukte von Kleber und Bodenbelag.

Bodenbeläge können zahlreiche gesundheitlich bedenkliche Stoffe freisetzen. Ausgasungen gefährlicher Stoffe wie Formaldehyd oder gar PCP werden immer wieder vor allem bei Billigimporten festgestellt. Versteckte Gefahren: PVC-Böden enthalten ökologisch bedenkliche Weichmacher, festgeklebte Teppiche können Lösungsmittel ausdampfen. Teppiche aus Naturmaterialien werden zum Schutz vor Motten oft mit Pyrethroiden, einem Insektizid, behandelt.

Tipp: Kurzflorige Teppiche binden Staub und schonen Allergiker. Den Teppich lieber verspannen als kleben, das vermindert die Belastung durch Lösungsmittel und schon vor dem Kauf - genau nachfragen, denn "Schadstoff-geprüft" bedeutet nicht in jedem Fall "Schadstoff-frei".

Elektrosmog

Elektrosmog umfasst die Gesamtheit der elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder. Elektrische und magnetische Felder entstehen, wo Stromleitung, Kabel und Sendeanlagen vorhanden sind. Jede Elektroinstallation sowie das Betreiben von Haushaltsgeräten erzeugen niederfrequente elektrische und magnetische Felder. Wird der für den Gebrauch übliche Abstand eingehalten, sind die Felder der Geräte gering.

Hochfrequente elektromagnetische Felder werden durch schnurlose Telefone, Handys, Handy-Abschirmprodukte, drahtlose "Netzwerke", Funkkopfhörer, Mikrowelle oder Babyphone erzeugt. In Deutschland sind Grenzwerte für niederfrequente elektrische und magnetische Felder mit 50 Hz (Haushaltsstrom) und 16 2/3 Hz (elektrifizierte Verkehrssysteme) sowie hochfrequente elektromagnetische Felder ab 10 MHz festgelegt. Um Risiken zu minimieren: Vermeiden Sie, sich mehr als nötig elektromagnetischen Feldern auszusetzen.

Giftstoffe

Luft, die mit Schadstoffen belastet ist, kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Das Problem: die meisten Schadstoffe holt man sich in die Wohnung, ohne es zu merken und - manche Wohngifte reagieren auch miteinander, ihre Wirkung kann sich sogar verstärken.

Formaldehyd kann aus Spanplatten bzw. Schränken oder Lacken austreten, Lösungsmittel aus Lacken und Klebern, Pyrethroide aus Wollteppichen, Weichmacher aus Teppichen und Tapeten, PCB aus Fugendichtungen, PCP und andere Holzschutzmittel aus Dachböden und Wandverkleidungen. Treten ungeklärte Gesundheitsstörungen auf, sollte man einen medizinischen Experten aufsuchen und für die Überprüfung der Wohnräume einen Umwelthygieniker zu Rate ziehen.

Checkliste:

  • Dokumentieren Sie die auftretenden Symptome. Versuchen Sie dabei die Beschwerden räumlich (beispielsweise nach Zimmern) einzugrenzen. Sind dabei Gefahrenträger z. B. Schimmelpilze oder stechende Gerüche offensichtlich?
  • Gehen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden zum Arzt
  • Sind auch Tiere oder Pflanzen von Schädigungen betroffen?
  • Befinden sich im Umfeld der Wohnung mögliche Schadstoffemittenten z. B. Fabriken, chemische Reinigung etc.
  • Sind problematische Baustoffe in der Wohnung oder Möbeln verwendet worden Z. B. Spanplatten, Bleirohre, Holzschutzmittel etc.?
  • Haben Sie die Beschwerden erst, seitdem sie eine Neuanschaffung für die Wohnung getätigt haben?

Tipp: Es sollte nie zuviel von einem Material in einem Zimmer sein.

Hausstaubmilben

Milben gehören zu den häufigsten Allergieauslösern. Sie ernähren sich von Hautschuppen und Schimmelpilz. Ihr Kot heftet sich an Staub, zirkuliert in trockener Luft und wird eingeatmet. Tipps: Regelmäßig lüften, milbenundurchlässige Bettwäsche, Bettwäsche bei 60 Grad waschen und heiß bügeln.

Eine natürliche Alternative zur Bekämpfung der Hausstaubmilben ist der Wirkstoff des Neembaumes. Gefährdete Personen sollten die Wohnung einmal im Jahr - am besten im Frühjahr – behandeln.

Heizen

Immer nur ausreichend heizen, nicht zu viel. Temperatur-Monotonie sollte vermieden werden. Besser in allen Räumen unterschiedliche Temperaturen einstellen. Wenn es draußen sehr kalt wird, Fenster nachts schließen, sonst kühlt der Körper aus und der Schlaf ist nicht erholsam. Das "Überschlagen" durch offene von Türen zwischen warmen und kalten Räumen - Schimmelbildung!

Insektenschutz

Eine Fliegenklatsche ist gesünder als der Griff zum Insektizid. Durch ein Insektengitter werden Mücken und Fliegen draußen gehalten. Es hält zusätzlich 87% der Pollen außerhalb der Wohnung. Geeignet sind auch so genannte Pheromonfallen. Das sind Leimtafeln, die unschädliche Sexualduftstoffe von Insekten enthalten, mit denen artgleiche Männchen angelockt werden.

Küche - Arbeitshöhen

Die Arbeitshöhe in der Küche sollte der Körpergröße angepasst werden. Die falsche Höhe führt zu einer gebückten Körperhaltung, Rückenschmerzen und Verspannungen. Die ergonomisch günstige Arbeitshöhe für schwere Tätigkeiten (z.B. Teigkneten), liegt zwischen 20-30 Zentimeter unter dem im Stehen angewinkelten Ellenbogen. Bei leichten Arbeiten (Gemüseputzen), geht man dagegen von einer bequemen Arbeitshöhe von 10-15 Zentimeter unterhalb der Ellenbogenhöhe aus.

Lärm

Lärm ist gesundheitsschädlich und man gewöhnt sich nie an ihn. Fenster und Türen sind Schwachstellen. Wärmeschutzfenster in den Anschlag setzen oder rundum dichten - hält Schall draußen. Türen abdichten oder aufdoppeln. Kindergetrampel in der Wohnung stoppt man mit einem Teppich. Er schluckt Schall und verbessert die Raumakustik.

Aktualisiert: 18.11.2014

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