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Gesundes Wohnen von A-Z - Teil 2

Milben, Ozon, Quecksilber oder Schimmelpilze - diese und andere Schadstoffe können die Wohnqualität und somit auch die Gesundheit zum Teil erheblich beeinflussen.

Luftfeuchtigkeit

Durch Atmen und Schwitzen, aber auch Baden, Duschen oder Kochen produzieren wir Dampf. Ein Vier-Personen-Haushalt erzeugt pro Tag rund 10 Liter! Das Wasser befindet sich unsichtbar in der Wohnung als Wasserdampf. Mit einem Hygrometer lässt sich die relative Luftfeuchtigkeit des Raumes überprüfen. Sie sollte zwischen 30 und 65 Prozent betragen. Wenn sich die Feuchtigkeit an kalten Wänden absetzt, droht Schimmel. Hier hilft nur regelmäßiges Lüften, mehrmals am Tag. Lüften sorgt dafür, dass nicht nur ein Temperaturausgleich erfolgt, sondern vor allem Schwebstaub, Schadstoffe und Feuchtigkeit aus der Wohnung entfernt werden.

Lüften der Räume

Jeder Mensch verbraucht Sauerstoff und gibt Kohlendioxid, Wasserdampf und Wärme an die Umgebung ab. Halten sich mehrere Menschen in einem Raum auf ist die Luft sehr schnell verbraucht. Verbrauchte Luft mindert jedoch die Konzentration, löst Kopfschmerzen aus, führt zu Allergien. Lüften transportiert Schadstoffe ab und trägt Feuchte nach draußen. Trockene, kühle Frischluft kann neu entstandene Feuchte aufnehmen. Am besten 3-4 Mal am Tag querlüften: Ein Fenster und eins gegenüber öffnen, für 1-5 Minuten.

Nachtspeicherofen

Geräte bis Baujahr 1976 enthalten in vielen Fällen asbesthaltige Bauteile. Bei intakten Geräten ist ein Gesundheitsrisiko durch den Betrieb auszuschließen, da die Kernsteinträger und die Isolierung - die früher aus asbesthaltigen Materialien gefertigt wurden - normalerweise keine Verbindung zum Lüftungskanal besitzen. Bei Unsicherheit: Seriennummer, Baujahr und Typenbezeichnung heraussuchen und beim Hersteller nachfragen.

Ozon

Ozon ist eine Verbindung, die aus drei Sauerstoffatomen besteht („normaler" molekularer Sauerstoff – O2 – ist zweiatomig). Die chemische Formel lautet: O3. Ozon entsteht nicht nur an heißen Sommertagen. Durch elektrische Entladung kann auch an Laserdruckern und Kopierern Ozon gebildet werden. Es reizt Schleimhäute und beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit. Gut lüften; Geräte nicht in schlecht belüftete Nischen stellen.

Putzmittel

Nicht gleich die chemische Keule zücken - schrubben hilft vielfach auch schon und ist umwelt- und gesundheitsschonender. Falls es doch einmal notwendig sein sollte, Vorsicht: Niemals verschiedene Putzmittel gleichzeitig benutzen oder vermischen. Die Wirkstoffe der Putzmittel können sehr heftig miteinander reagieren oder es können sogar tödliche Stoffe entstehen. Auf dem Etikett vieler alltäglicher Putzmittel findet man Gefahrensymbole und Sicherheitshinweise. Sie sollen den Benutzer auf die möglichen Gefahren hinweisen, die sich beim Benutzen des Produktes ergeben können. Putzmittel kindersicher aufbewahren!

Renovierungen

Am häufigsten verletzen sich Heimwerker mit scharfen oder spitzen Gegenständen (44%); bei jedem fünften Unfall stoßen sie mit Gegenständen zusammen (21%). Auf Rang drei folgt mit 17 Prozent der Sturzunfall.

Tipps: Feste Schuhe tragen, Ringe abstreifen, Haare zusammenbinden und Handschuhe anziehen. Wo Staub und Späne fliegen: Schutzbrille aufsetzen. Eine Staubmaske schützt gegen Staub von Holz, Lack, Gips, Zement. Wichtig: Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Maschinen sowie Verarbeitungshinweise der Baumaterialien beachten und alle Arbeiten in Ruhe durchführen.

Schimmelpilze

Die Sporen der Schimmelpilze sind häufige Ursache für allergene Reaktionen in Innenräumen (z.B. Wohnung). Schimmelpilze gedeihen auf allen organischen Stoffen im Haus. Dazu gehören Holz und Wände genauso wie Kunststoffe. Schimmelpilze brauchen ein bestimmtes Klima, um gedeihen zu können. Am liebsten haben sie es warm und feucht. Sind Wand, Decke, Fensterrahmen feucht, setzten sich herumschwirrende Pilzsporen fest. Bautechnische Mängel, Tauwasserbildung und falsches Wohnraumverhalten, wie falsches Heizen und Lüften können Ursache für einen Schimmelbefall sein.

Schimmel entfernen: Schimmelpilze müssen beseitigt werden. Niemals abkratzen, dadurch würden die Sporen durch den ganzen Raum gewirbelt. Häufig lüften, Wärmebrücken dämmen und belastete Materialien austauschen. Bei geringem Befall hilft das Abreiben der Fläche mit 80-prozentigem Alkohol oder Spiritus, da Alkohol dem Pilz die Feuchtigkeit entzieht. Bei größerem Befall sollte immer ein sachkundiger Fachbetrieb hinzugezogen werden.

Tapeten

Weichmacher können nicht nur aus Teppichen, sondern auch aus Tapeten austreten. Empfehlenswert sind Tapeten aus Cellulosegrundstoffen, unbedruckt, einschichtig und ohne Beschichtung. Natur ist auch nicht immer gesund: Tapeten aus Naturfasern wie Wolle, Jute, Sisal, Baumwolle werden aufkaschiert mit Polyethylen; dies verschlechtert die Dampfdurchlässigkeit der Wand. Problematisch für Allergiker: An Naturfasern setzt sich besonders viel Staub ab.

Umweltzeichen

Der Blaue Engel, das bekannteste Umweltzeichen, weist auf umweltfreundliche und schadstoffarme Produkte hin. Von ihnen geht bei sachgemäßer Anwendung auch keine oder nur eine geringere nachteilige gesundheitliche Wirkung aus.

Volatile Organic Compounds - VOC

VOC steht für "flüchtige organische Substanzen" - sie sind heute in jeder Wohnung zu finden. VOC sind unterschiedliche Stoffe auf natürlicher und synthetischer Basis, die bereits bei Zimmertemperatur aus Möbeln, Produkten oder Innenausstattung ausgasen. So z. B. Lacke, Kleber in Teppichböden, Vinyltapeten, aber auch Zitronenduft als natürlicher Bestandteil von manchen Holzarten. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den SVOC um schwerflüchtige organische Substanzen, die über einen längeren Zeitraum ausgasen.

Ob mit den einzelnen Verbindungen ein gesundheitliches Risiko verbunden ist, kann oft nur schwer festgestellt werden - zumal ja eine ganze Anzahl solcher Stoffe in den einzelnen Räumen ist. Für Renovierungsarbeiten bzw. Neuanschaffungen von Mobiliar bietet sich es deshalb an, auf schadstoff- und emissionsarme Produkte zurückzugreifen.

Wasser

Die Trinkwasserqualität ist in Deutschland im Allgemeinen außergewöhnlich gut. Ein Faktor der allerdings auch heute noch die Qualität des Wassers beeinflusst sind die Rohrsysteme der einzelnen Häuser. Bei Rohrsystemen aus Blei ist größte Vorsicht geboten, denn Blei ist hochgiftig. Wasser immer erst einmal so lange laufen lassen bis es gleichmäßig kühl und klar aus dem Hahn fließt.

Zimmerfarben

Gut ist es, schadstoffarme Lacke und Farben zu wählen. Sind emissionsarme Wandfarben mit dem "Blauen Engel" deklariert, so geben sie bei und nach der Verarbeitung keine oder kaum gesundheitsgefährdete Stoffe wie z. B. kaum leicht- oder schwerflüchtige organische Verbindungen an die Raumluft ab. Für Allergiker geeignet ist die konservierungsmittelfreie Innenfarbe auf Dispersionsbasis.

Caseinfarben sind wässrige Dispersionsfarben, enthalten Milcheiweiß (Casein) als Bindemittel. Die natürliche Farbe ist geeignet für innen und außen, lässt sich problemlos entsorgen, ist sogar kompostierbar. Malerarbeiten am besten in den Sommermonaten durchführen, damit die Farbe gut abtrocknen kann. Nach dem Streichen immer gut durchlüften und das Zimmer erst einmal verlassen.

Aktualisiert: 06.10.2015

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