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Sturzunfälle vermeiden

Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle ergeben sich beim Gehen und Laufen. Die Folgen dieser Unfälle sind oft erheblich schwerwiegender als allgemein angenommen wird. Oft sind Fußböden, Treppen, Leitern, Aufstiege und Podeste die Auslöser bei den Unfällen. Aber auch unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, Einflüsse der Witterung oder Unebenheiten können Gefahren darstellen.

Was sagt die Unfallstatistik?

Tag für Tag stürzen in Deutschland 1.000 Menschen während der Arbeitszeit. Jährlich verletzen sich fast 5.000 Betroffene so schwer, dass sie wegen dauernder gesundheitlicher Beeinträchtigungen eine berufsgenossenschaftliche Rente erhalten. Circa 330 Millionen Euro jährlich wenden die Berufsgenossenschaften zur Beseitigung der Unfallfolgen auf, der Wirtschaft entstehen allein durch Ausfallstunden Kosten in Milliarden Höhe.

Tipps um Ausrutscher und Sturzunfälle zu vermeiden:

  • Verschüttetes Wasser gleich aufwischen.
  • Speise- und Soßenreste sofort und gründlich entfernen.
  • Bei Fettverschmutzungen darauf achten, dass die Reinigungsflüssigkeit (Wasser und Putzmittel) heiß genug ist, um das Fett auch tatsächlich vollständig zu entfernen. Die Temperatur der Reinigungsflüssigkeit muss über dem Schmelzpunkt des Fettes liegen. Bei Fettverschmutzungen mit pflanzlichen Fetten reicht eine Temperatur von 40 °C, bei tierischen Fetten sollte die Flüssigkeitstemperatur 50 °C betragen.
  • Nicht zu viel Reinigungsmittel verwenden. Die Dosierangaben des Herstellers beachten. Rückstände des Mittels, die auf dem Bodenbelag verbleiben, machen ihn glatt. Besonders dann, wenn der Boden anschließend feucht wird.
  • Werden Pflegemittel mit rutschhemmenden Beimengungen verwendet, ist die richtige Dosierung ganz besonders wichtig. Rutschhemmende Pflegemittel verlieren durch Nässe ihre Wirkung.
  • Auf dem Boden angetrocknete Eiweißverschmutzungen sind hartnäckiger als Fett. Um sie sicher zu entfernen, gibt es einen Trick: Erst einweichen und nach ein paar Minuten wegwischen. Das Wischwasser sollte weniger als 40 °C warm sein. Bei höheren Temperaturen flockt und quillt das Eiweiß.

Unfallursachen: Kleiner Anlass, große Wirkung

Die Anlässe für die oft folgenschweren Unfälle sind meist klein. Ein Lkw-Fahrer springt aus dem Führerhaus, die Vertriebschefin stolpert über eine nicht festliegende Fußmatte im Büroflur, der Automechaniker rutscht auf einer Öllache in der Werkstatt aus, der Altenpfleger stürzt im halbdunklen Parkhaus über eine Stufe. 

Jeden Tag stolpern, rutschen oder stürzen mehr als tausend deutsche Arbeitnehmer so schwer, dass sie mindestens drei Tage nicht arbeiten können. Was der Gesundheitsschaden für die Lebensqualität der Betroffenen bedeutet, steht auf einem anderen Blatt. Wer während der Arbeitszeit oder auf dem Arbeitsweg verunglückt, hat zumindest den Vorteil, über seine Berufsgenossenschaft unfallversichert zu sein.

Es gibt Orte, an denen sich derartige Unfälle häufiger ereignen – auf Baustellen zum Beispiel. Doch wer sich deshalb in seinem Büro sicher wähnt, sei gewarnt: Sturzunfälle sind quer durch alle Branchen ein großer Schwerpunkt in der Unfallstatistik. Betrachtet man nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch Heim und Freizeit, stürzen jährlich 7.000 Deutsche in den Tod.

Jede Branche hat seine eigene Stolperfallen

Viele der branchenspezifischen Berufsgenossenschaften nehmen die Kampagne zum Anlass für die Aktion, die auf die potenziellen Stolper-, Rutsch- und Sturzgefahren in der Arbeitswelt ihrer Versicherten zugeschnitten sind. Da das Thema zu den Kernaufgaben der Prävention gehört, können sie auf bewährte Informationsmittel und Aktivitäten zurückgreifen beziehungsweise diese weiterentwickeln – zum Beispiel den "Stolperparcours", den die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft unter anderem auf Messen vorstellte.

Die Ursachen von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen lassen sich in zwei Kategorien einteilen, nämlich in "harte" Faktoren, die durch faktische, zum großen Teil baulich-technische Randbedingungen beschrieben werden können und in "weiche" Faktoren, die auch das (Fehl-)Verhalten des Einzelnen einbeziehen. Zu den "harten" Einflussfaktoren zählen in erster Linie Hindernisse im Gehweg, unebene, ungeeignete und verschmutzte Fußböden, ungeeignetes Schuhwerk, mangelhafte Beleuchtungsverhältnisse von Verkehrswegen, insbesondere Treppen sowie unübersichtliche (unordentliche) betriebliche Verhältnisse.

Die "weichen" Faktoren betreffen z. B. Eile, Hast, Unachtsamkeit, mangelnde Adaption und dergleichen. Diese Faktoren sind bei weitem schwerer zu fassen und auch schwer zugänglich für die Prävention, da sie nur über die Änderung des Verhaltens zu beeinflussen sind.

Verhaltensregeln

Verhaltensbedingte Unfallursachen sind beispielsweise:

  • Stress, Hektik, Müdigkeit, Ablenkung, Unachtsamkeit, Bequemlichkeit
  • Herumliegende Kabel und Schläuche
  • Ungeeignete Schuhe
  • Alkohol

Jeder Einzelne kann zur Verhütung von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen beitragen und sollte Mängel an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen, z. B. beschädigte Fußroste, Unordnung, verschüttete Flüssigkeiten, allgemeine Verschmutzung, beschädigtes Schuhwerk, Schnee- und Eisglätte, nicht abgedeckte Bodenöffnungen und anderes, entweder selbst sofort beseitigen oder dem Vorgesetzten melden. Wichtig ist z. B. das Tragen von sicherem Schuhwerk, die Kontrolle von Bewegungsabläufen sowie die Anpassung von Gehgeschwindigkeiten an die örtlichen Bedingungen.

Tipps gegen Stolpern und Rutschen:

  • Tragen Sie die richtigen Schuhe
    Der richtige Arbeitsschuh verhilft zum sicheren Gang. Je nach Einsatzbereich sind unterschiedliche Schuhe geeignet. Allen gemeinsam ist ein fester Halt am Fuß, ein flacher Absatz und eine griffige, rutschfeste Sohle. Es gibt inzwischen Arbeitsschuhe, die bei aller Funktionalität auch optisch im Trend liegen. Holen Sie sich Tipps von Fachleuten zum Beispiel der Fachkraft für Arbeitssicherheit in ihrem Betrieb.
  • Unterschätzen Sie Treppen und Stufen nicht
    Stolpern auf Treppen und Stufen führt zu schwerwiegenderen Verletzungen als Stolpern auf ebener Fläche. Deswegen müssen Treppen und Stufen immer gut kenntlich gemacht und beleuchtet sein. Benutzen Sie den Handlauf und seien Sie aufmerksam.
  • Schalten Sie Stolperfallen und Rutschpartien aus
    Ränder von Fußmatten oder Teppichbelägen sollten optisch gut erkennbar sein. Fußmatten mit einer rutschfesten Schicht auf der Rückseite geben mehr Halt. Matten mit hochgebogenen Ecken oder ausgebrochenen Rändern sollten Sie aussortieren! Am besten Übergänge mit fest montierten Teppichleisten sichern.
  • Achten Sie auf Ordnung zu Ihren Füßen
    Vorsicht vor herumliegenden Gegenständen. Sicheren Sie Ihren Arbeitsplatz, wenn er in einem von Dritten begangenen Bereich liegt, immer ab. Lassen Sie auch im eigenen Interesse nichts auf dem Fußboden liegen oder Wasser- oder Ölflecken unbeseitigt. Auf hoch gelegenen Arbeitsplätzen wie Gerüsten oder Arbeitsbühnen haben Stolperunfälle oft sehr ernste Folgen.
  • Halten Sie die Augen offen
    Beobachten Sie Ihre Arbeitsumgebung! Manchmal entwickeln sich Stolperfallen langsam: Gehwegplatten heben sich, eine Fußbodenfliese beginnt zu wackeln... Wenn Sie sich und ihre Kollegen vor Stolperunfällen bewahren wollen, greifen Sie selbst ein oder machen den zuständigen Ansprechpartner aufmerksam.

Aktualisiert: 03.01.2017

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