Reinigungsmittel - Desinfektion gegen Krankheitserreger

Die Desinfektion dient der Beseitigung von Krankheitserregern und stoppt die Ausbreitung von Keimen. Dabei werden allerdings nicht nur die "schlechten", also krank machenden Keime, sondern auch die unbedenklichen abgetötet. Man nimmt dem Körper also die Möglichkeit, sich in der "Abwehr" zu trainieren. Die Anweisungen der Hersteller bezüglich der Anwendung sollten für ein optimales Desinfektionsergebnis unbedingt befolgt werden.

Arten von Desinfektion

  • Heißwasserdesinfektion: Dieses physikalische Verfahren hat den Vorteil, keine chemischen Rückstände zu hinterlassen. Dabei werden z. B. Gegenstände für mindestens zwei Minuten in ca. 82 °C heißes Wasser gelegt. Wesentlich höhere Temperaturen bieten keinen Vorteil, weil Eiweiß (z. B. Blutreste) verkrusten und dabei Keime einkapseln kann, die die Hitzebehandlung dann überstehen. Auch niedrigere Temperaturen sind von Nachteil, da unter diesen Umständen Keime nicht vollständig abgetötet werden.
  • Chemische Desinfektion: Eine Alternative stellt die chemische Desinfektion dar. Entsprechende Mittel sind in der "Liste der nach den Richtlinien der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) geprüften und als wirksam befundenen Desinfektionsmittel für den Lebensmittelbereich" aufgeführt, die von der DVG herausgegeben wird.

Private Haushalte

In privaten Haushalten sollten Desinfektionsmittel grundsätzlich nicht verwendet werden. Das gilt auch für die so genannten Kombi-Präparate zum gleichzeitigen Waschen und Desinfizieren, deren Desinfektionswirkung für eine effektive Anwendung meist viel zu gering ist.
Ausnahme: Haushalte, in denen Dauerausscheider von Salmonellen leben oder Menschen mit anderen speziellen körperhygienischen Problemen, denen Desinfektionsmaßnahmen ärztlich verordnet wurden.

Vorsicht ist geboten bei Haushaltsreinigern in Sprayform – Studien haben gezeigt, dass diese Asthma auslösen können: Werden Sprüh-Reinigungsmittel mindestens einmal wöchentlich verwendet, steigt das Risiko für Asthma-Symptome um die Hälfte. Besonders riskant scheinen dabei Glasreiniger, Möbelreiniger und Raumluftsprays zu sein. Sie wollen nicht auf diese Mittel verzichten? Dann achten Sie darauf, diese nicht einzuatmen und den Raum anschließend ausgiebig zu lüften.

Gewerblicher Bereich

Anders sieht es im medizinischen bzw. gewerblichen Bereich aus oder bei der industriellen Herstellung von Lebensmitteln. Dort werden, je nach Arbeitsplatz, spezifische Anweisungen zur Reinigung und Desinfektion gegeben. Manche Betriebe nutzen dafür die Dienste externer Firmen, die sich auf diese Verfahren spezialisiert haben. Im gewerbliche Bereich besonders wichtig ist die Händedesinfektion (z. B. in Großküchen), denn nur durch eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Hände kann verhindert werden, dass krankmachende Mikroorganismen sich auf der Haut ansiedeln und von dort auf Lebensmittel oder Gegenstände gelangen.

Es sollten nur geprüfte Desinfektionsmittel verwendet werden, die in der Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) aufgeführt sind. Kombinationspräparate aus Seife und Desinfektionsmittel reichen oft wegen mangelnder Desinfektionswirkung nicht aus. Auch parfümierte Mittel gehören nicht in den gewerblichen Bereich.

Aktualisiert: 30.10.2017 – Autor: Bundesinstitut für Risikobewertung, Überarbeitung: Dagmar Reiche

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