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Reinigungsmittel - was beachten?

Porentiefe Reinheit - ein Wunschtraum, den uns vor allem die Werbung suggeriert. Sie soll aber nicht nur in Küche und Bad herrschen, sondern am besten überall. In der Reklame und den Supermärkten werden immer mehr Reinigungsmittel angeboten, die allen Organismen im Haushalt den Garaus machen sollen. Doch brauchen wir sie wirklich, die perfekte Sauberkeit?

Was sind Mikroorganismen?

Zu den Mikroorganismen zählen unter anderem Bakterien, Hefen und Schimmelpilze. Mikroorganismen sind sehr klein. Sie messen 1/100 bis 1/1000 mm und sind einzeln nur unter dem Mikroskop zu erkennen. Erst wenn sie sich stark vermehrt haben und in einer Ansammlung von mehreren Millionen beieinander liegen, werden sie auch ohne Mikroskop sichtbar. Weil sie also meist nicht mit bloßem Auge sichtbar sind, können scheinbar "saubere" Flächen, Gegenstände, Hände oder auch Lebensmittel aus mikrobieller Sicht "unrein", also mit Keimen besiedelt sein.

Wie gefährlich sind Mikroorganismen?

Nun ist der menschliche Körper aber nicht wehrlos gegenüber den Mikroorganismen. Da unsere Umwelt von Natur aus mit vielfältigen Keimarten besiedelt ist, ist der Mensch gewöhnt, sich mit ihnen auseinander zu setzen, ohne zu erkranken. Was im übrigen auch für einige Krankheitserreger gilt, wenn sie nur in geringen Mengen vorhanden sind und der Körper gesund und damit abwehrbereit ist.

Die Konfrontation mit Keimen hat im Gegenteil sogar Vorteile, denn so trainieren wir unsere körpereigene Abwehr – gerade im Kindesalter eine wichtige Voraussetzung, um nicht dauernd krank oder allergisch zu werden. Daneben leisten zahlreiche Mikroorganismen in unserem Darm gute Dienste, z.B. bei der Verdauung.

Problematisch wird die Sache erst, wenn sich die Keime sehr stark vermehren. So können durch Zellteilung schnell aus einem Keim Tausende und aus mehreren Keimen Millionen werden. Ein unsauberer feuchter Wischlappen z.B. kann ohne Weiteres mit 100 Millionen Keimen pro Quadratzentimeter und mehr besiedelt sein. Wird dieser zur Reinigung von Oberflächen genutzt, kann von "Säubern" keine Rede mehr sein. Er entwickelt sich vielmehr zur "Keimschleuder".

Tauschen Sie Spüllappen und- schwamm regelmäßig aus und hängen Sie diese so auf, dass sie austrocknen können. Erhitzen Sie den nassen Spülutensilien (sofern sie kein Metall enthalten) jeden Morgen zwei Minuten auf höchster Leistungsstufe – so machen Sie 99 % aller Keime den Garaus! Sie besitzen keine Mikrowelle? Dann legen Sie doch Ihre Spülbürste mit Plastikgriff beim nächsten Waschgang mit in die Spülmaschine.

Aktualisiert: 10.02.2017 – Autor: Bundesinstitut für Risikobewertung, Überarbeitung: Dagmar Reiche

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