Tipps zum gesunden Putzen - Wie die Umwelt und die Gesundheit geschont werden

Putzmittel © congerdesign

Gegen Haare im Abfluss, gegen Staub und Schmutz wüten in den meisten Wohnungen chemische Waffen. Die Hausfrauen wollen ja nur ihre Pflichten erfüllen - doch die Umwelt schluckt dafür jedes Jahr hunderttausende Tonnen Reinigungsmittel. Die Gesundheitsbehörden sagen: Die Wohnung ist kein kleiner Operationssaal, Desinfektionsmittel sind überflüssig. Umweltschützer raten zum Ausmisten: Weg mit Rohr- und Abflussreinigern, WC-Beckensteinen und Luftverbesserern, Backofen- und Grillreinigern - sie schaden der Gesundheit. Zurück zur Natur: Säure, Seife und Stein - mehr braucht Sauberkeit nicht.

Mit Putzmitteln immer sparsam umgehen

Längst sind zwar umweltverträglichere Substanzen erhältlich, aber die meisten Putzwütigen verfahren nach dem Prinzip: Doppelt dosiert putzt besser. Doch auch natürliche Putzmittel sind scharf. Seife ätzt mit Laugen, Essigreiniger reizt mit Säuren die Atemwege. Sogar für die Öko-Helfer gilt: man sollte sie in kleiner Dosis einsetzen. Lieber ein bisschen kräftiger und etwas länger schrubben - das tut der Umwelt gut und dem Geldbeutel außerdem.

Allzweckreiniger

Sie enthalten Seifen oder Tenside - waschaktive Substanzen, z.B. aus Kokosöl und Stärke und sind in der Regel gut abbaubar. Zusatzhelfer für hartnäckige Fälle: Zitronen-, Essig-, oder Milchsäure. Allzweckreiniger gibt es auch unter dem Namen "Neutralreiniger" (hautfreundlich, weil nicht so alkalisch). Er entfernt Fett und Öl, Kalkränder von Glas und Keramik, von Kunststoff und lackiertem Holz, Email und Stein. Für hartes Wasser greift man zu einem sauren Allzweckreiniger - oder gibt einen Schuss Essig in die Reinigungslösung.

Schmierseife

Seit viereinhalbtausend Jahren benutzen die Menschen das Zufallsprodukt aus Fett und Asche. Heute wird sie meist aus Pflanzenölen und Pottasche hergestellt. Die Laugen der Seife sind recht scharf - es empfiehlt sich sie daher nur für unempfindliche Oberflächen aus Rohholz, Stein und Kunststoff zu verwenden.

Spülmittel

Die Seifenlösung arbeitet nicht nur im Dienst der Tellerwäscher. Sie wirkt auf sanfte Weise auch im Putzwasser für Fenster, Spiegel und Möbel. Die darin enthaltene Zitronensäure bindet Geruch und verhindert zugleich Kalkränder.

Essig

Er löst Kalkflecken, auch Urinstein im Klosett, und treibt Bakterien in die Flucht. Er ist überall zu haben und sofort einsatzbereit: Haushaltsessig, pur oder zwei Schnapsgläser auf fünf Liter Wasser. Die konzentrierte Essig-Essenz muss gleich mit der vierfachen Menge Wasser verdünnt werden.

Zitronensäure

Die Alternative zum Essig wirkt etwas milder. Im Handel findet man sie auch unter der Bezeichnung "Bio-Kalklöser".

Scheuerpulver

Die Quarzmehle darin schmirgeln den groben Schmutz weg - darum also nur für unempfindliche Oberflächen geeignet.

Schlämmkreide

Dieses fein gemahlene Kreidegestein oder Wiener Kalk bekommt man in der Drogerie. Mit Wasser oder Spiritus zur Paste verrühren, gilt es als Scheuer-Alternative für empfindliche Oberflächen.

Spiritus

Brennspiritus oder Ethylalkohol ist leicht abbaubar, aber feuergefährlich. Pur ist er ein wirksames Fleckenmittel, ein Spritzer im Putzwasser sorgt für Hochglanz auf Fenster und Fliese.

Gallseife

Konzentrierte Rindergalle plus Seife gibt es unter dieser Bezeichnung im Handel. Gallseife entfernt und bleicht Flecken. Achtung: Nur für farbechte Polster, Textilien und Teppiche verwenden.

Aktualisiert: 22.06.2012 – Autor: npr

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