Einschlafrituale für Babys

Schlafendes Baby © sykphotoandvideo

Schon einmal über Einschlafrituale für das eigene Baby oder Kleinkind nachgedacht? Ein aufregender Tag im Kindergarten, Streit mit der besten Freundin oder Vorfreude auf die Geburtstagsfeier am nächsten Tag – vieles spukt Kindern abends im Kopf herum, wenn eigentlich Schlafenszeit ist. So fällt ihnen das Einschlafen nicht immer leicht. Jedes fünfte Vorschulkind leidet unter Schlafproblemen, liegt lange wach bevor es einschlafen kann oder wacht nachts immer wieder auf. Experten raten, Kinder mit einem Einschlafritual wie einem Gute-Nacht-Lied ins Bett zu bringen, abends noch einmal gemeinsam über den vergangenen Tag zu sprechen und klare Schlafenszeiten festzulegen.

Einschlafrituale für ein Baby

Babys verschlafen zwei Drittel des Tages. Dabei wachen sie allerdings alle drei bis vier Stunden auf, meist weil sie Hunger haben. Im zweiten Lebensjahr schlafen Kinder rund 13 Stunden, Sechsjährige brauchen noch etwa 10,5 Stunden Schlaf. "Die Schlafmuster können jedoch von Kind zu Kind sehr unterschiedlich sein", so Psychologe York Scheller. "Nicht jedes Baby findet leicht zu einem regelmäßigen Schlafrhythmus. Sie müssen das Schlafen genauso lernen wie sich aufzusetzen oder zu krabbeln."

Einschlafrituale für Kleinkinder

Unter Einschlafproblemen leiden Kleinkinder verstärkt im dritten bis vierten Lebensjahr. In diesem Alter werden sie sich ihrer eigenständigen Persönlichkeit immer mehr bewusst, und die abendliche Trennung von den Eltern löst häufig Angst aus. Hier kann es helfen, im Flur das Licht brennen und die Kinderzimmertür angelehnt zu lassen. Auch ein Kuscheltier im Arm, die Lieblingsbettwäsche und leises Reden der Eltern aus dem Nebenzimmer vermitteln Vertrautheit.

Rituale helfen zur Ruhe zu kommen

Gute-Nacht-Gesichten als Einschlafritual und klare Schlafenszeiten geben Kindern Sicherheit und helfen ihnen, abends zur Ruhe zu kommen. Hier ein paar gute Beispiele um den Tag ruhig ausklingen zu lassen:

  • Dazu gehört schon, mit der ganzen Familie gemeinsam zu essen – am besten immer etwa zur gleichen Zeit.
  • Auch die allabendlich folgende Routine von Umziehen, Waschen und Zähneputzen sollte ihre feste Reihenfolge haben.
  • Damit Kinder zur Nacht den Kopf frei haben, hilft es ihnen, abends noch einmal gemeinsam über den vergangenen Tag zu sprechen.
  • Der schönste Moment des Tages – und gleichzeitig die beste Einschlafhilfe: Aneinandergekuschelt mit Vater oder Mutter vor dem Einschlafen noch eine Gute-Nacht-Geschichte lesen oder erzählen lassen. Solch ein Ritual gibt Kindern Sicherheit und hilft ihnen, abends zur Ruhe zu kommen. Geeignet ist alles, was ruhig ist und dem Sprössling genauso viel Spaß macht wie seinen Eltern.

Dass Kinder wie Erwachsene nachts immer wieder kurz aufwachen, sich von der einen auf die andere Seite drehen, ist normal. Meist schläft man sofort wieder ein, ohne sich an die Schlafunterbrechungen am nächsten Morgen zu erinnern.

Alpträume

Vor allem im Alter zwischen drei und fünf Jahren werden viele Jungen und Mädchen jedoch nachts von Alpträumen geweckt. Auch wenn ein Kind sich überfordert fühlt oder unter Konflikten leidet, können angsteinflössende Träume die Folge sein. Denn im Traum verarbeiten sie, was sie tagsüber erleben. Schon Alltagssituationen wie ein wütend kläffender Hund oder ein Streit mit dem großen Bruder können Kinder verunsichern. Nachts jagen dann Hexen, Ungeheuer oder gefährliche Tiere die Kleinen, und sie schrecken schreiend aus dem Schlaf.

Erst gegen Ende der Kindergartenzeit lernen Kinder, dass Träume nicht real sind. "Am besten hilft den Kleinen, wenn ihre Eltern sie nachts beruhigen. Am nächsten Morgen sollten sie dann noch einmal mit ihrem Sprössling über den Traum sprechen und ihm helfen, das Geträumte in den Alltag einzuordnen", rät York Scheller.

Aktualisiert: 17.09.2014 – Autor: TK

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