Aller Anfang ist schwer: Wie Eltern ihre Kinder fit für die Schule machen

Kind in der Schule © istockphoto, track5

"Mama, wann darf ich endlich in die Schule gehen?" Endlich ein Schulkind sein und zu den Großen gehören – der erste Schultag ist für jedes Kind etwas ganz Besonderes. Doch genau so groß wie die Vorfreude sind auch die neuen Herausforderungen, die auf die kleinen ABC-Schützen zukommen. "Machen Sie Ihrem Sprössling Lust auf die Schule", rät Nicole Knaack, Expertin für Gesundheitsförderung bei der Techniker Krankenkasse, den Eltern kleiner Schulanfänger. "Je mehr Spaß einem Kind die Schule macht, um so besser. Denn glückliche Kinder lernen leichter." Schulstarter, die ihren eigenen Fähigkeiten vertrauen und die schon gelernt haben, selbstständig kleine Aufgaben zu übernehmen, haben es am Anfang besonders leicht.

Der "Ernst des Lebens" beginnt

Die Einschulung ist ein großer Einschnitt im Leben: Während im Kindergarten noch das gemeinsame Spielen im Vordergrund stand, müssen Schulkinder konzentriert lernen. Eine ganze Schulstunde stillzusitzen, kann für die quirligen Schulanfänger schon manchmal schwierig werden. Und nicht nur das: Sich in der Klassengemeinschaft zurecht zu finden, an den neuen Tagesablauf und die Klassenlehrerin zu gewöhnen, ist nicht für jedes Kind einfach.

"Wer seinem Sprössling von spannenden Büchern und neuen Freunden erzählt, anstatt gleich den Teufel an die Wand zu malen, erleichtert ihm den Einstieg ungemein", so die Pädagogin Knaack. Sprüche wie "Jetzt beginnt der Ernst des Lebens" und "Da wird dir dieser Unsinn schon ausgetrieben" machen nur Angst und lähmen jede Neugier.

Sichere Kinder haben es leichter

Kinder, die Zutrauen zu sich selbst haben, gewöhnen sich schnell an die neuen Abläufe. Das Selbstvertrauen seiner Kinder von klein auf zu stärken, ist deshalb die beste Vorbereitung auf die Schule. Nicole Knaack: "Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder gewähren lassen, wenn sie zum Beispiel ihr Brot selbst schmieren oder den Tisch decken wollen. Dem Kind diese Dinge zu erlauben, heißt, an seine Fähigkeiten zu glauben. Und wenn seine Eltern ihm vertrauen, entwickelt es auch Vertrauen zu sich selbst."

Besonders sollten Eltern Leidenschaften und Talente ihrer Sprösslinge unterstützen. Erfolgserlebnisse etwa beim Malen, Singen oder auf dem Sportplatz stärken das Selbstbewusstsein.

Veränderungen für das Kind...

Die kleinen ABC-Schützen müssen sich nicht nur daran gewöhnen, länger von Zuhause fort zu sein, in vielerlei Hinsicht wird von ihnen plötzlich eine neue Selbstständigkeit gefordert. Sie müssen den Schulweg bewältigen, Hausaufgaben erledigen und eigene Bedürfnisse – wie sofort loszuplappern, wenn ihnen etwas auf der Seele brennt – müssen sie vorgegebenen Aufgaben unterordnen.

Kinder, die etwa schon vor dem Schulstart lernen, sich allein an- und ausziehen, zu telefonieren und kleine Einkäufe selbst zu bezahlen, haben es jetzt einfacher. Ein regelmäßiges Taschengeld hilft ihnen, sich an den Umgang mit Geld zu gewöhnen. Und schon Vorschulkinder können kleine Arbeiten im Haushalt übernehmen und sich um das Meerschweinchen oder den Familienhund kümmern, um Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu trainieren.

... und auch für die Eltern

Doch nicht nur für Schulstarter beginnt ein neuer Lebensabschnitt, auch für die Eltern ändert sich einiges. Mit der ersten Lehrerin tritt eine wichtige neue Bezugsperson in das Leben der Kinder. Hier heißt es: loslassen können! Wenn die Kleinen von ihrer Lehrerin schwärmen, ist dies kein Grund, eifersüchtig zu sein. Und gerade Erstklässler brauchen noch ein Menge Unterstützung von ihren Eltern. Zum Beispiel müssen sie erst einmal lernen, ihre Hausaufgaben zu erledigen.

"Am Anfang hilft es den Kindern, wenn bei den Hausaufgaben jemand in der Nähe und offen für Fragen ist", so TK-Expertin Knaack. "Am besten motiviert Lob. Ständige Kritik verunsichert." Eltern sollten aber auch nicht die ganze Zeit daneben sitzen oder Aufgaben gar selbst lösen. Denn Ziel ist schließlich, dass Kinder spätestens im zweiten Schuljahr ihre Hausaufgaben alleine bewältigen können.

Aktualisiert: 21.05.2012 – Autor: TK

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