Sexualaufklärung – Aufklärung in der Schule

Sexualaufklärung in der Schule

Der Fragenkatalog der Kleinen ist vielschichtig: Veränderungen in der Pubertät, Erregung, die Periode, der erste Samenerguss und "das erste Mal" werden besprochen. Auch Verhütung, Schwangerschaft oder Missbildungen stehen im Lehrprogramm. Eltern können die Entwicklung in dieser Phase unterstützen, indem sie erste Hygienemittel einkaufen oder sich Anregungen aus Jugendzeitschriften holen – der besten Quelle, um zu erfahren, was Teenager bewegt. Das sei bei den Jüngeren noch "recht unschuldig", so die Biologielehrerin. "Typische Fragen sind: Kommt jeder in die Pubertät? Brauche ich ein Handtuch, wenn die Scheide feucht wird? Tut Sex weh?" Und: "Stauen sich Eier an, wenn die Pille den Eisprung immer verhindert?"

Unwissen regiert

Obwohl Jugendliche meist schon erste sexuelle Erfahrungen gemacht haben, wissen viele nichts über den Zeitpunkt der Empfängnis. "Wenn ich frage, wann eine Frau fruchtbar ist, herrscht Totenstille in der Klasse", berichtet Henke. Die Teenager vergäßen auch, dass Verhütung nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern ebenso vor vielen Geschlechtskrankheiten schützen kann. Deshalb stehen Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten im Mittelpunkt des Sexualkundeunterrichts in der neunten Klasse.

Wissen ist wichtig

Eine liebevolle und fundierte Sexualerziehung in Elternhaus und Schule ist für die Entwicklung des Kindes wichtig. Die Befürchtung, frühe sexuelle Aufklärung führe dementsprechend zu frühen sexuellen Aktivitäten, kann in Studien nicht belegt werden. Im Gegenteil: Je mehr Wissen vermittelt wird, desto selbstsicherer geht das Kind mit seiner Sexualität, mit Liebe und Verhütung um. Es kann in der Gruppe selbstbewusst mitreden und entscheiden, zu welchen Schritten es bereit – oder eben noch nicht bereit ist. Und nicht zuletzt kann es sich mit seinem Wissen vor Missbrauch schützen.

Aktualisiert: 08.08.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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