Hormonmangel - Ursache und Symptome

Andere Ursachen für Hormonmangel

Hypogonadismus so heißt der männliche Hormonmangel in der Fachsprache. Konkret meint man damit die Unterfunktion der hormonellen Aktivität der Hoden. Die Ursachen können sowohl der Hoden selbst (primärer Hypogonadismus) als auch Störungen der Hirnanhangsdrüse oder übergeordneter Hirnstrukturen (sekundärer Hypogonadismus) sein. Allgemeine Symptome sind mangelnde sexuelle Lust (Libido), Muskelschwund, Zunahme des Körperfettgehaltes, Depressivität, Blutarmut (Anämie) und Knochenschwund (Osteoporose).

Auch Jugendliche können betroffen sein, wenn sie wegen fehlender Hormonproduktion gar nicht in die Pubertät kommen. Diese als Kallmann-Syndrom bezeichnete Störung tritt eher selten auf.

Bei der sogenannten Pubertas tarda setzt die Pubertät mit einiger Verzögerung, manchmal erst mit dem 20. Lebensjahr, ein. In beiden Fällen erhalten die Patienten Testosteron, was gut anschlägt und die Pubertät auslöst.

Auch bei einer weiteren Störung im männlichen Hormonhaushalt, dem Klinefelter-Syndrom, einem angeborenen Defekt, liegt eine Chromosomenstörung vor. Das Erbgut der betroffenen Männer hat zwei X- Chromosomen statt wie im Normalfall nur eines. Das Klinefelter-Syndrom tritt bei etwa einem von 500 Männern auf. Fast immer reicht die Testosteronproduktion zunächst noch aus, um die Pubertät einzuleiten. Libido und Potenz sind bis zum 25. Lebensjahr fast normal, lassen aber danach rasch nach, und es kommt zu den typischen Folgeerscheinungen des Testosteronmangels.

Wie man den Hormonmangel feststellt

Um den Testosteronwert zu messen, genügt normalerweise eine einfache Blutuntersuchung. Der Normalwert des Testosterons beim erwachsenen Mann ist international auf 12 bis 35 nanomol/l festgelegt worden (12 nanomol/l entsprechen 3,5 nanogramm/ml). Werte unter 10 nanomol/l gelten als krankhaft und sollten behandelt werden.

Außerdem werden bestimmte Globuline (Eiweißstoffe) gemessen, die in der Leber das Testosteron binden und es damit biologisch unwirksam machen. Des Weiteren misst der Arzt, entweder der Urologe oder der Endokrinologe, auch Nebennierenrinden-Hormone, besonders das sogenannte De-hydro-epi-androsteron (DHEA) und das Androsteronsulfat.

Schließlich ist es auch notwendig, die Höhe des sogenannten "Prosta-spezifischen Antigens" (PSA – auch ein Eiweiß) zu bestimmen und in Abständen zu kontrollieren. Ein überhöhter Wert weist auf einen Prostata-Tumor hin. In solch einem Fall ist eine Hormonbehandlung nicht möglich, weil Testosterone das Wachstum vorhandener Krebszellen in der Prostata fördern können.

Zusätzlich kann der Mediziner die Konzentration von Östrogenen feststellen, die beim Umbau des Testosterons entstehen. Denn auch beim Mann führt ein Mangel an diesen weiblichen Hormonen zu erhöhter Brüchigkeit der Knochen, zur Osteoporose.

Natürliches Testosteron gegen Hormonmangel

Der gestörte Hormonspiegel kann durch die Gabe von Testosteron wieder normalisiert werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das fehlende oder nur in unzureichender Menge produzierte Hormon dem Körper zuzuführen. Immer aber wird das natürliche Testosteron verabreicht, wie es der Hoden selbst normalerweise produziert. Es handelt sich also nicht um ein "künstliches Hormon".

Nebenwirkungen von künstlichem Testosteron

Bodybuilder hingegen, denen es um imposante Muskelpakete geht, nehmen künstliches Testosteron ein – auch wenn ihr Hormonspiegel in Ordnung ist. Diese anabolen Steroide sind meist ein synthetisch hergestellter Abkömmling des Testosterons mit zahlreichen gefährlichen Nebenwirkungen:

  • Akne (meist auf dem Rücken),
  • Kurzatmigkeit, eine erhöhte Schweißproduktion, ständiger Hunger,
  • Antriebslosigkeit, Bluthochdruck, erhöhter Augendruck,
  • Blutwertveränderungen, Depressionen, Gewaltausbrüche,
  • weibliche Brustbildung bei Männern, Haarausfall, Herzwachstum,
  • Kopfschmerzen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder
  • Unfruchtbarkeit (Hodenathrophie), Wassereinlagerungen.

Aktualisiert: 20.01.2017 – Autor: bo

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