Fehlgeburt - Der frühe Abschied

Fehlgeburt – Teddybär © TanteTati

Kaum ein anderes Ereignis beschäftigt Männer und Frauen so sehr wie eine Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt. Während der neun Monate, in denen das neue Leben heranwächst, gehen die werdenden Eltern durch ein Wechselbad der Gefühle. Freude, Angst, Unsicherheit, Träume und Wunschvorstellungen gehen Hand in Hand mit den körperlichen Veränderungen der Mutter. Doch 10 bis 30% aller Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt: Das Kind kann nicht ausgetragen werden.

Was ist eine Fehlgeburt

Von einer "Fehlgeburt" (Abort) spricht man, wenn das Kind mit einem Gewicht unter 500 Gramm tot geboren wird. Totgeborene Babys mit einem Gewicht über 500 Gramm werden als Totgeburten bezeichnet. Nach dem Verlauf der Schwangerschaft wird dann noch einmal zwischen einer frühen Fehlgeburt (bis zur 12. SSW) und der späten Fehlgeburt (bis zur 25. SSW) unterschieden.

Ursachen einer Fehlgeburt

Es gibt verschiedene Ursachen für eine Fehlgeburt:

  • Genetische Defekte des Embryos
  • Mütterliche Faktoren wie Infektionen oder Fehlbildungen der Gebärmutter bzw. der Plazenta
  • Hormonelle Störungen (z.B. eine Gelbkörperhormonschwäche)
  • Blutgruppenunverträglichkeiten
  • Auf der Seite des Vaters können unter anderem Missbildungen des Spermas und genetische Störungen zu einem Abort führen.

Über die Hälfte der frühen Aborte beruht wahrscheinlich auf fehlerhaften Fruchtanlagen. Es ist also eine durchaus sinnvolle Reaktion des Körpers, diesen fehlgebildeten Embryo nicht weiterwachsen zu lassen.

Oft mit einer starken Monatsblutung verwechselt

Eine Fehlgeburt macht sich typischerweise mit vaginalen Blutungen und dem Einsetzen von Wehen bemerkbar. Die Blutungen sind aber auch der Grund dafür, dass eine große Zahl von Fehlgeburten in der sehr frühen Schwangerschaft nicht erfasst wird, weil sie als verspätete, sehr starke Monatsblutungen angesehen werden. Das Risiko für eine Fehlgeburt nimmt im Lauf der Schwangerschaft ab: Beträgt es in den ersten 6-8 Wochen noch ca. 15%, so verringert es sich bis zur 17. Schwangerschaftswoche auf ca. 3%.

Die Mediziner unterscheiden Fehlgeburten vor allem nach klinischen Gesichtspunkten, wenngleich in den wenigsten Fällen die entscheidende Ursache gefunden werden kann: Bei einer drohenden Fehlgeburt (Abortus imminens) ist eine Blutung aufgetreten, aber die Schwangerschaft ist noch intakt. In diesem Fall wird man alles versuchen, die Schwangerschaft zu erhalten. Dazu werden häufig Bettruhe, Wehenhemmer und auch Beruhigungsmittel eingesetzt.

Bei einem Abortus incipiens hat die Fehlgeburt bereits begonnen, die Fruchtblase ist gesprungen und die Wehen haben eingesetzt. In diesem Fall kann die Fehlgeburt nicht mehr aufgehalten werden. Die Ärzte bemühen sich, die Geburt ohne weitere Komplikationen für die Mutter zu beenden.

Bei einer unvollständigen Fehlgeburt (Abortus imcompletus) sind noch Rückstände wie zum Beispiel die Plazenta in der Gebärmutter vorhanden. Auch hier muss die Geburt so schnell wie möglich in der Klinik beendet werden.

Kindstod in der Gebärmutter

In einigen Fällen stirbt das Kind im Mutterleib, ohne dass die Wehen einsetzen oder es zu Blutungen kommt. Den Müttern fällt auf, dass sich das Kind nicht mehr bewegt. Der Kindstod in der Gebärmutter wird dann durch Ultraschall festgestellt. In diesem Fall wird die Geburt medikamentös eingeleitet. In der Regel bringt die Mutter das tote Kind auf "natürlichem" Weg zur Welt, was für die betroffene Frau äußerst belastend ist, ihr aber bei der Verabeitung der Fehlgeburt hilft.

Blutungen in der Schwangerschaft sind immer ein Grund, seinen Arzt oder direkt die Klinik aufzusuchen. Kann eine Fehlgeburt nicht aufgehalten werden, so muss die begonnene Geburt so schnell wie möglich beendet werden, damit die Mutter keine Komplikationen erleidet und die Ursachenforschung begonnen werden kann.

Aktualisiert: 01.09.2016

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