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Extrauteringravidität: Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter

Ultraschalluntersuchung bei Extrauteringravidität © istockphoto, 7postman

Beim Eisprung verlässt eine weibliche Eizelle ihren geschützten Platz im Eierstock und wandert durch den Eileiter. Trifft sie während ihrer Reise auf Spermien, kann eine Verschmelzung stattfinden. Die befruchtete Eizelle wandert normalerweise noch einige Tage weiter und nistet sich dann in dem dafür vorgesehenen Ort ein, der Gebärmutter. Bei 1 bis 2 von 100 Schwangerschaften siedelt sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter (Uterus) ab, sondern an einer anderen Stelle. Fachsprachlich wird dies als Extrauteringravidität (EUG) oder auch ektop(isch)e Schwangerschaft bezeichnet.

Extrauteringravidität: Welche Formen gibt es?

Je nach Ort der Einnistung überlebt die Furcht nur kurze Zeit oder auch etwas länger – fast immer stirbt das Embryo jedoch ab, da es nicht nur zu wenig Platz hat, sondern außerhalb der dafür bestens ausgestatteten Gebärmutter auch nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann.

Folgende Arten der Extrauteringravidität werden unterschieden:

  • Eileiterschwangerschaft
  • Eierstockschwangerschaft
  • Bauchhöhlenschwangerschaft
  • Gebärmutterhalsschwangerschaft

Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität): Was ist das?

Die Eileiterschwangerschaft ist mit Abstand die häufigste Form (99 Prozent der Fälle). Nach der Befruchtung teilt sich das Ei bereits mehrmals, wächst also zu einer kugelförmige Ansammlung von Zellen (Morula). Ist nun zum Beispiel der Eileiter verändert – möglicherweise als Folge einer vorausgehenden Entzündung – kann die Frucht nur langsam wandern und erreicht ihr Einnistungsstadium, bevor sie die Gebärmutter erreicht hat.

Eierstockschwangerschaft (Ovarialgravidität)

Die Einnistung im oder am Eierstock ist sehr selten – sie kommt schätzungsweise bei 1 von 40.000 Schwangerschaften vor. Die Eierstockschwangerschaft äußert sich meist durch starke Bauchschmerzen (etwa zwei Wochen nach Ausbleiben der Regelblutung), kann aber – extrem selten – auch mal wie eine normale Schwangerschaft verlaufen.

Bauchhöhlenschwangerschaft (Abdominalgravidität)

Da Eierstock und Eileiter nicht fest miteinander verbunden sind, kann das befruchtete Ei auch in die Bauchhöhle gelangen und sich auf dem Bauchfell (Peritoneum) ansiedeln. Da es hier zunächst Platz zum Wachsen hat, bleibt eine solche Bauchhöhlenschwangerschaft nicht selten einige Wochen unbemerkt oder es treten untypische Beschwerden auf.

Gebärmutterhalsschwangerschaft (Zervixgravidität)

Bei der Gebärmutterhalsschwangerschaft nistet sich das Ei nicht an der vorgesehenen Stelle, sondern im engen Hals der Gebärmutter ein. Auch diese "tiefe Implantation" ist sehr selten.

Aktualisiert: 19.02.2020 – Autor: Dagmar Reiche

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