Weitere Fehlgeburten verhindern

Weitere Fehlgeburten vermeiden

Der Erfolg weiterer Schwangerschaften hängt entscheidend von der Abortursache ab. Können diese erkannt und beseitigt werden, steht einer erfolgreichen Schwangerschaft nichts im Wege.

Abortursachen untersuchen

  • Wenn die Frau schon mehrere Frühgeburten erlitten hat, wird der Embryo in der Regel untersucht, um die Ursache für seinen frühen Tod zu klären. Außerdem muss abgeklärt werden, ob bei den Eltern eventuell eine Erbkrankheit vorliegt. Hierfür gibt es spezielle genetische Beratungen, die meist in Universitätskliniken durchgeführt werden.
  • In einigen Fällen können hormonelle Störungen als Ursache ausgemacht werden, die man bei einer erneuten Schwangerschaft vermeiden kann. Werden z.B. vom Körper nicht ausreichend Gelbkörperhormone gebildet, kann sich die Gebärmutterschleimhaut nicht richtig entwickeln und die Frucht nicht halten. Eine Gelbkörperhormonschwäche kann per Blutuntersuchung festgestellt und im Vorfeld der Befruchtung behandelt werden.
  • Scheideninfektionen lassen sich mit Hilfe regelmäßiger ph-Wert-Untersuchungen rechtzeitig entdecken. Hierfür gibt es neuentwickelte Tests, die zuhause durchgeführt werden können: Die Schwangere kontrolliert mit einem Einmalhandschuh den pH-Wert in der Scheide. Stellt sie einen erhöhten Wert fest, sollte der Frauenarzt überprüfen, ob eine Infektion vorliegt.

Trauer nach Fehlgeburt zulassen

Viele Frauen geben sich selbst die Schuld an der Fehlgeburt und quälen sich mit Vorwürfen. Dabei lässt sich in den meisten Fällen die genaue Ursache für die Fehlgeburt nicht ermitteln. Dann kann eine psychologische Betreuung sinnvoll sein. Es sollte aber berücksichtigt werden, dass beide Elternteile unter dem Verlust leiden, ihn oft nur sehr unterschiedlich verarbeiten. Zusammen mit den Schuldgefühlen entsteht daraus ein Spannungspotential, dass der Beziehung schaden und eine weitere erfolgreiche Schwangerschaft komplizieren kann.

Auf jeden Fall sollten sich die Eltern nach einer Fehlgeburt auf ihre Trauer einlassen und versuchen, gemeinsam damit umzugehen. Auch der Besuch bei einer Selbsthilfegruppe (z.B. Initiative Regenbogen) und die Begegnung mit ebenfalls betroffenen Eltern kann hilfreich sein.

Aktualisiert: 19.02.2020

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