Spermiogramm

Spermiogramm bei unerfülltem Kinderwunsch © istockphoto, Wavebreakmedia

Viele Paare beginnen erst nach einigen Jahren des Zusammenseins mit dem Versuch, Kinder zu bekommen. Doch oft ist es dann nicht so einfach wie geplant, diesen Wunsch in die Realität umzusetzen. Die Untersuchung des Spermas ist ein wichtiges Puzzlestück bei der Suche nach der Ursache. Wird der Kinderwunsch stärker und passiert trotzdem nichts, weicht die anfängliche Lockerheit schnell Zwang und emotionalen Spannungen – die Lust am Sex wird zu Frust, der Spaß zur Verpflichtung. Für viele Frauen beginnt eine Odyssee von Untersuchungen und Therapien – alles mögliche wird ausprobiert, um schwanger zu werden. Vergessen wird dabei aber manchmal der Mann. Und das, obwohl eine Untersuchung des Spermas recht einfach ist und häufig die Ursache aufdeckt.

Kinderlosigkeit - erst gewünscht, später ungewollt

Man schätzt, dass es in Deutschland bis zu 1,5 Millionen Paare mit unerfülltem Kinderwunsch gibt. Besonders betroffen sind ältere Paare – oberhalb des 30. Lebensjahrs steigen bei Frau und Mann das Risiko für Unfruchtbarkeit und die Wahrscheinlichkeit, das Kind während der Schwangerschaft zu verlieren. Liegt bei einem jüngeren Paar die Wahrscheinlichkeit, ohne Verhütung schwanger zu werden, noch bei 20–30 % pro Zyklus, beträgt sie bei Frauen zwischen 25 und 33 Jahren nur noch 18 % und nimmt danach weiter rapide ab. Der Anteil der ungewollt kinderlosen Paare in der Altersgruppe der 35- bis 39-jährigen liegt derzeit etwa bei 15 % in den alten und – mit steigender Tendenz – 5 % in den neuen Bundesländern.

Gründe für eine ungewollte Kinderlosigkeit finden sich bei Mann und Frau etwa gleich häufig: In jeweils 40 % der Fälle liegt die Ursache beim Mann bzw. bei der Frau, in etwa 20 % zeigen sich bei beiden gleichzeitig Hindernisse für eine Schwangerschaft.

Ursachen der Sterilität

Hat sich bei einem Paar nach einem, maximal zwei Jahren regelmäßigen Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingestellt, spricht man von Unfruchtbarkeit oder Sterilität. Die Gründe sind vielfältig und umfassen neben der Lebensweise und dem Alter (vor allem der Frau) akute und chronische Erkrankungen und Fehlbildungen bei Mann oder Frau. Psychische Ursachen können ggf. die Situation verschärfen, sind aber selten alleiniger Grund.

  • Bei Frauen führen häufig Entzündungen der Eileiter oder anderer Organe des Unterleibs – oft verursacht durch Chlamydien – zu Verwachsungen und Verschlüssen und damit zur Unfruchtbarkeit. Weitere häufige Ursachen sind hormonelle Störungen und Endometriosen, also Ansammlung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter.
  • Auch bei Männern sind Entzündungen z. B. der ableitenden Samenwege oder deren Verschluss nach Mumps, einer Geschlechtskrankheit oder einer Verletzung mögliche Übeltäter, die zu Transportstörungen der Samenzellen führen können. Krampfadern der Hoden können zu dessen Überwärmung und damit zur Veränderungen der Samenzellen führen. Weitere Ursachen sind Hormonstörungen und Potenzstörungen. Diskutiert werden auch Umwelteinflüsse, die Veränderung der Spermien bewirken sollen; insbesondere Rauchen, zu viel Alkohol und Stress werden verantwortlich gemacht.

Aktualisiert: 03.12.2013 – Autor: Dagmar Reiche

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