Die Pille danach

Frau benötigt Pille danach © istockphoto, Wavebreakmedia

Vor einer Panne bei der Verhütung ist keiner gefeit: Die "Pille" wurde vergessen, das Kondom ist gerissen, das Diaphragma verrutscht. Oder Liebe und Verlangen waren so übermächtig, dass gar nicht verhütet wurde. Mit der "Pille danach" lässt sich in solchen Ausnahmesituationen eine Schwangerschaft verhindern. Die "Pille danach" ist eine Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, wenn die normale Verhütung fehlgeschlagen ist oder gar nicht stattgefunden hat.

Frühzeitige Einnahme der Pille danach wichtig

Sie muss innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden – je früher, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie wirkt: Wird in den ersten 24 Stunden mit der Einnahme begonnen, werden 95 Prozent der Schwangerschaften verhindert, nach 24 bis 48 Stunden noch 85 Prozent . Danach sinkt die Wirkung auf 58 Prozent ab, 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wirkt die "Pille danach" gar nicht mehr.

Bis zu fünf Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr gibt es als alternative Möglichkeit die "Spirale danach" – lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt beraten!

Im Gegensatz zur Abtreibungspille verursacht die "Pille danach" keinen Schwangerschaftsabbruch, ein bereits eingenistetes Ei wird nicht geschädigt. Stattdessen verhindert sie eine Schwangerschaft, indem sie den Eisprung und evtl. auch das Einnisten des bereits befruchteten Eis verzögert oder verhindert. Die "Pille danach" beeinträchtigt nicht die zukünftige Fruchtbarkeit; ihre Wirkung hält nicht vor! Bei erneutem Geschlechtsverkehr nach der Einnahme muss wieder völlig normal verhütet werden.

Pille danach nur auf Rezept das war einmal

Seit Anfang 2015 ist die "Pille danach" rezeptfrei erhältlich. Bis dahin musste das Rezept für die "Pille danach" von einem Arzt (nicht zwingend ein Frauenarzt – eine gynäkologische Untersuchung ist nicht nötig) ausgestellt werden. Das konnte ein Niedergelassener sein oder auch ein Arzt, der in einer Pro-familia-Beratungsstätte arbeitet. An Wochenenden und Feiertagen konnte der ärztliche Notdienst oder ein Arzt in einer Notfallambulanz im Krankenhaus das Rezept ausstellen. Die Kosten für das Medikament liegen bei 16 bis 18 Euro und müssen von der Frau selbst übernommen werden.

Ausnahme sind gesetzlich Versicherte bis zum vollendeten 20. Lebensjahr – bei ihnen übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Nachverhütung und Nebenwirkungen

Die "Pille danach" ist ein Präparat mit einer oder zwei Tabletten (die gleichzeitig eingenommen werden), die das Sexualhormon Levonorgestrel (ein Gestagen) enthalten. Da die Dosierung sehr gering und die Anwendung einmalig ist, sind Nebenwirkungen eher schwach ausgeprägt und halten in der Regel nicht länger als zwei bis drei Tage nach der Einnahme an.

Zu den Begleiterscheinungen gehören Spannungsgefühle in der Brust, Schmier- oder Zwischenblutungen, aber auch leichte Bauchschmerzen und Übelkeit, Kopfschmerzen sowie Müdigkeit und Schwindel. Selten kommt es zu Erbrechen oder vorübergehenden depressiven Verstimmungen.

Muss man innerhalb der ersten zwei bis drei Stunden nach der Einnahme erbrechen, muss davon ausgegangen werden, dass die "Pille danach" mit dem Mageninhalt hinausbefördert wurde und keine Wirkung mehr hat. In diesem speziellen Fall wird empfohlen, die Einnahme umgehend zu wiederholen.

  • Nach der Einnahme des Präparates können sich schwere Lebererkrankungen verschlechtern – leiden Sie an einer solchen, müssen Sie bei der Verschreibung darauf hinweisen.
  • Nehmen Sie Medikamente ein, informieren Sie den Arzt – manche Wirkstoffe wie Antibiotika können die Wirksamkeit der "Pille danach" vermindern.
  • Hatten Sie in der Vergangenheit eine Eileiterschwangerschaft, sollten Sie nach der Einnahme des Präparates eine Kontrolluntersuchung bei Ihrem Frauenarzt durchführen lassen.

Aktualisiert: 22.01.2019 - Autor: Dagmar Reiche

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