Boreout – Was tun?

Boreout: Was tun?

Selbsterkenntnis ist der allererste Schritt. Wenn man das Gefühl hat, an Boreout zu leiden, sollte man zunächst für sich selbst ehrlich dokumentieren, womit man die Arbeitstage verbringt. Die Techniker Krankenkasse empfiehlt, sich diese Fragen ehrlich zu beantworten: Wie viel ist tatsächlich Scheinarbeit? Was ist besonders langweilig? Und was macht Spaß?
Eigeninitiative ist der zweite Schritt. Im Gespräch mit dem Chef sollte man versuchen, die Situation positiv zu formulieren und zu erklären, dass man mehr kann und sich über neue Aufgaben freuen würde. Eigene Vorschläge und Ideen sollte man dabei schon vorbereiten. "Kann sich ein Betroffener gar nicht mehr motivieren, Energie in seinen Job zu stecken, ist es Zeit für klare Worte zum Vorgesetzten, um die Arbeitssituation zu ändern oder für eine berufliche Umorientierung“, heißt es dazu bei der TK.

Boreout bekämpfen

Eine Bewerbung auf eine andere Stelle im Unternehmen, eine Weiterbildung in einem interessanten Fachgebiet verbunden mit der Perspektive, sich danach in eine andere Firma oder gar Branche zu bewerben können Ansätze für eine Veränderung sein. Wichtig sei außerdem, sich einen geistig fordernden Ausgleich in der Freizeit zu suchen.

"In Deutschland wird auf der Arbeit zu viel vorgeschrieben, auch gut ausgebildeten Leuten“, sagt der Wirtschaftspsychologe Christian Dormann von der Universität Mainz. Wer aber seine Arbeit nicht mitgestalten könne oder nur uninteressante Projekte zugeteilt bekomme, der habe zwar genug Arbeit, aber über kurz oder lang entwickele er einen Widerwillen gegen die Tätigkeiten, und es könne zu einer paradoxen Situation kommen: Der Chef tendiert zum Burnout, da er wichtige Aufgaben nicht delegieren will, der Mitarbeiter langweilt aus, da er nichts Interessantes mehr zu tun bekomme und keine Verantwortung trägt.

Für Rothlin und Werder gibt es drei zentrale Elemente für Zufriedenheit am Arbeitsplatz: Sinn, Zeit und schließlich Geld. Die drei zusammen ergeben den qualitativen Lohn, der über den finanziellen Aspekt natürlich hinaus geht. Wenn alle drei Elemente ausreichend und ausgewogen vorhanden sind, braucht man vor Boreout keine Angst zu haben. Dass Geld allein auf Dauer nicht zufrieden macht, ist im Bezug auf das Arbeitsleben keine Binsenweisheit. Fehlt nämlich die Sinnhaftigkeit dessen, was man tut, reicht die Motivation Geld langfristig nicht aus.

Eine wichtige Empfehlung der Autoren lautet daher: "Fragen Sie sich früh in Ihrem Leben, ob Sie das, was Sie tun wollen, auch wirklich interessiert.“ Auf keinen Fall soll man eine unbefriedigende Situation hinnehmen, sondern die individuellen Bedürfnisse herausstellen. Denn Boreout ist ein individuelles Phänomen, das nur aus eigener Kraft bewältigt werden kann.

Aktualisiert: 05.01.2017
Autor*in: bo

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