Mobbing – was tun?

Traurige junge Frau nach Mobbing © istockphoto, Nikodash

Das Arbeitsleben oder der Schulalltag ist selten frei von Konflikten. Aber nicht jeder Konflikt lässt sich in die Rubrik "Mobbing" stecken. Von Mobbing spricht man erst, wenn die Angriffe mindestens ein halbes Jahr und mindestens einmal pro Woche stattgefunden haben. Ausgrenzung, Ungerechtigkeiten, falsche Bewertung der Arbeitsleistung, alles Beispiele für Mobbing. Je nach Persönlichkeit, versuchen die Betroffenen sich anzupassen, sich zu wehren oder alles über sich ergehen zu lassen. Aber häufig gilt: Die Reaktion des Opfers verstärkt die Aktivitäten der Mobber.

Unheilvoller Kreislauf

Je nach Persönlichkeit, versuchen die Betroffenen sich anzupassen, sich zu wehren oder alles über sich ergehen zu lassen. Aber häufig gilt: Die Reaktion des Opfers verstärkt die Aktivitäten der Mobber. Ist es einmal so weit, beginnt oft ein unheilvoller Kreislauf: Allein die Vorstellung, dass man sie vernichten möchte, bringt viele Menschen völlig aus dem Gleichgewicht. Sie können sich die Angriffslust des Kollegen nicht erklären und beginnen, an sich zu zweifeln.

Wie funktioniert Mobbing?

  • Nicht miteinander reden. Bei Mobbing ändert sich die Kommunikation: So wird z. B. schlecht über einen geredet oder es werden Gerüchte verbreitet.
  • Das Ansehen des Gemobbten angreifen, denn Mobbing fängt mit einer Verunsicherung an.
  • Arbeitsaufgaben manipulieren. Beispiele: Kränkende Aufgaben zuschanzen, sinnlose Aufgaben erledigen lassen oder Arbeit, die nicht mehr zu bewältigen ist.

Schwerwiegende Folgen für Seele und Körper

Die ständigen Attacken gegen die Persönlichkeit erzeugen beim Opfer Dauerstress. Das Opfer fühlt sich durch den Terror erniedrigt und entwertet. Sein Bedürfnis nach Sicherheit und Anerkennung wird ständig untergraben. Das nagt zunächst am Selbstbewusstsein. Später schlägt es auf die Gesundheit.

Anfangs führt Mobbing bei vielen Betroffenen zu psychosomatischen Beschwerden wie Magen- und Darmerkrankungen. Meist folgen darauf Ein- und Durchschlafstörungen. Die Geschädigten wachen nachts auf, grübeln stundenlang und quälen sich mit ihren Problemen am Arbeitsplatz. Tagsüber sind sie müde, schlapp und können sich nur schlecht konzentrieren. Die Stimmung wird zunehmend schlechter, die Gemobbten fühlen sich niedergeschlagen und sind verzweifelt. Viele Betroffene leiden deshalb auch unter Depressionen.

Wo gedeiht Mobbing?

  • Vor allem am Beginn (bis 25 Jahre) und zum Ende der beruflichen Laufbahn (über 55 Jahre) ist das Risiko am höchsten, einer Hetzkampagne zum Opfer zu fallen. Berufsanfänger sind besonders gefährdet. Neue und junge Mitarbeiter stehen unter hohem Anpassungsdruck und haben noch keine Fürsprecher unter den Kollegen gefunden.
  • Stellenabbau, Arbeitslosigkeit, Markt und Wettbewerb schlagen durch bis an den Arbeitsplatz. Der Leistungsdruck wird immer größer.
  • Starre Organisations-Strukturen (Hierarchie), mangelhafte Arbeitsbedingungen oder schlechtes Betriebsklima erschweren das Arbeitsleben.
  • Ellbogen-Mentalität, Karrieresucht, fehlendes Selbstwertgefühl, Überempfindlichkeit oder Überreaktion sowie Probleme außerhalb der Arbeit können Mobbing provozieren.

Frühzeitig handeln

Spätestens wenn es zu gesundheitlichen Störungen gekommen ist, sollte das Opfer einen Arzt aufsuchen, sich eventuell krankschreiben lassen, um seine Situation ohne Druck zu überdenken und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Das Spektrum reicht von angstlösenden Arzneimitteln über die medikamentöse Behandlung der Schlafstörungen bis hin zur Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.

Ziel dieser Therapien ist, das Selbstwertgefühl zu stärken. Betroffene sollten nicht allzu lange abwarten und hoffen, dass der Psychoterror von selbst aufhört. Wichtig ist auch der Kontakt zu Menschen, die einem helfen könnten, vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Geeignet sind beispielsweise Selbsthilfegruppen, die es im gesamten Bundesgebiet gibt.

Wie kann man Mobbing vorbeugen?

  • Sich nicht ins Abseits manövrieren, sondern soziale Netze am Arbeitsplatz mit Kollegen knüpfen.
  • Sensibilität für den anderen schärfen sowie eigene Probleme und Konflikte erkennen und bearbeiten. Das eigene "Ich" stärken.
  • Probleme (gleich) ansprechen und nicht versuchen, allein damit fertig werden zu wollen.
  • Zur Deeskalation beitragen, damit man nicht in die Mobbing-Falle läuft.

Aktualisiert: 16.02.2017

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