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Passende Laufschuhe

Laufschuhe © Wokandapix

Die besten Laufschuhe müssen nicht unbedingt teuer sein. Wichtig ist in jedem Fall eine kompetente Beratung, viel Zeit und Rücksicht auf den individuellen Laufstil. Ob erfahrener Läufer oder blutiger Anfänger, mit diesen individuellen Kauf Tipps findet jeder Lauftyp die perfekten Laufschuhe zum Laufen.

Lightweight oder gute Dämpfung?

Während wir an einem Tag durchschnittlich gerade mal 700 Meter laufen, brachten es unsere Vorfahren auf immerhin 20 Kilometer. Und das ganz ohne schützendes Schuhwerk. Das ist heute jedoch kaum noch möglich, denn weder haben wir eine zentimeterdicke Hornhaut unter den Füßen, noch sind unsere Sehnen und Gelenke stark genug, um solchen Belastungen Stand zu halten. Denn während wir joggen, wirkt das zwei- bis dreifache unseres Körpergewichts auf die Gelenke.

Gerade schwere, korpulentere Menschen sollten daher auf Laufschuhe mit guter Dämpfung achten. Trainierte Läufer dürfen sich hingegen an die neuen Lightweight Schuhe wagen, denn sie sparen Kraft und lassen natürliche Bewegungen zu. Wie Sie die richtigen Laufschuhe für sich finden, verraten wir Ihnen mit individuellen Tipps zum Kauf von Laufschuhen.

Wichtig beim Kauf der Laufschuhe: Professionelle Beratung

Welche Laufschuhe für einen Läufer die Richtigen sind, hängt von vielen verschiedenen Kriterien ab. Anfänger brauchen andere Schuhe als Marathonläufer, Frauen andere als Männer, korpulente Menschen andere als zierliche. Auch Bein- und Fußfehlstellungen, der individuelle Laufstil und die Breite der Füße sollten Kriterien bei der Auswahl sein. Bevor Sie also zu den nächsten Schlappen vom Discounter greifen, sollten Sie sich lieber in einem Sportgeschäft zum Thema Laufschuhe professionell beraten lassen.

Ein erfahrener Verkäufer analysiert dort in der Regel den Laufstil und die Körperhaltung auf einem Laufband, stellt Fragen zu Beschwerden, Laufzielen sowie Laufgewohnheiten. Zudem misst er in der Regel den Fuß ab. Es ist wichtig, dass die Laufschuhe eine gute Passform und ausreichend Bewegungsfreiheit für die Füße bieten. Zwischen großem Zeh und Schuhspitze sollte daher ein daumenbreiter Abstand bleiben.

Gehen Sie am besten nachmittags oder abends zum Schuhe kaufen, denn die Füße werden im Laufe des Tages breiter und dicker. Kaufen Sie die Schuhe schon morgens, sind sie abends möglicherweise zu eng.

Für die Beratung und den Kauf sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Samstagnachmittags sind die Geschäfte häufig überlaufen und die Verkäufer können sich nicht genügend Zeit für eine eingehende Beratung nehmen. Oft sind kleine Geschäfte, die sich auf Laufsport spezialisiert haben, empfehlenswerter als große Kaufhäuser. Hilfreich kann es sein, die alten Laufschuhe zum Kauf mitzubringen, denn eine erfahrene Beratung kann daraus wichtige Schlüsse ziehen.

Kosten der Laufschuhe

Laufen ist generell ein günstiger Sport. Man braucht keine teuren Geräte oder exklusive Ausrüstung, nur ein paar Schuhe und Freude an der frischen Luft. Daher sollten Sie an der Fußbekleidung nicht sparen. Etwa 100 Euro kosten gute Laufschuhe, wobei auch hier etwas Spielraum ist. Nutzen Sie den Schlussverkauf in Sportgeschäften oder kaufen Sie reduzierte Laufschuhe aus der Vorjahreskollektion. Älter als ein Jahr sollten die Schuhe jedoch nicht sein, denn auch wenn sie nicht bewegt wird, altert die Dämpfung in der Gummisohle und wird auf Dauer rissig.

Spätestens nach einem Jahr oder 800 bis 1200 gelaufenen Kilometern machen auch die besten Laufschuhe schlapp. Dann wird es höchste Zeit für neue Schuhe zum Laufen, denn mit sprödem Material steigt auch die Verletzungsgefahr.

Laufschuhe für Damen

Früher war Laufen eine Männerdomäne. Laufschuhe werden zwar unisex produziert, zielen aber in der Regel eher auf die Bedürfnisse von männlichen Läufern ab. Erst in den letzten Jahren begann die Forschung, sich mit den Besonderheiten von Frauenfüßen auseinanderzusetzen. Laut einer Studie der Uni Tübingen sind Füße von Damen kleiner und flacher als Männerfüße, sie haben längere Zehen und sind beweglicher.

Zudem neigen Damen häufiger zu X-Beinen und beugen Knie und Hüften stärker als männliche Läufer. Dadurch entwickeln sie der Studie zufolge eine bessere eigene Dämpfung und können somit auf leichtere Schuhe mit dünnerer Sohle zurückgreifen.

Frauenkörper sind generell flexibler, sie haben dehnbarere Bänder und eine bewegliche Kniescheibe. Daher sollten gute Laufschuhe viel Stabilität und anpassungsfähiges Obermaterial bieten. Spezielle Laufschuhe für Damen gibt es mittlerweile in jedem kompetenten Fachgeschäft.

Laufschuhe bei Fußfehlstellung

Hohl- oder Senkfüße rollen beim Laufen anders ab, als normale Füße. Beim Hohlfuß ist das Fußlängsgewölbe zu stark ausgebildet, in der Folge ist der Fuß beim Abrollen meist starr und das Fußgewölbe so steif, dass es nur ungenügend dämpft. Läufer mit dieser Fußfehlstellung sollten daher auf eine gute Dämpfung achten, um Gelenke und Füße zu entlasten. Beim Knick- und Senkfuß ist das Fußgewölbe hingegen flach, die Ferse neigt sich nach innen. Besonders beim Abrollen kann diese Fehlstellung problematisch werden, denn die Schiefstellung des Fußes kann zu Knie- und Hüftproblemen führen.

Abhilfe schafft eine sogenannte Pronationsstütze, die die Füße an der Innenseite stabilisiert und dem Einknicken entgegenwirkt. Bei regelrechten Plattfüßen reicht jedoch die Unterstützung von herkömmlichen Schuhen nicht aus. Hier sind orthopädische Einlagen empfehlenswert.

Auch die Beinstellung hat einen Einfluss auf das Lauf- und Abrollverhalten. Ähnlich wie Hohlfüßler knicken Menschen mit O-Beinen häufig nach außen ab. X-Beinige neigen hingegen dazu, stärker nach innen abzuknicken und sollten sich daher ebenso wie beim Knick- und Senkfuß nach stabilen Schuhen mit Pronationsstütze umsehen.

Generell ist es zwar wichtig, Fußfehlstellungen beim Laufen zu korrigieren und so Knochen und Gelenke zu schonen. Zu viel Unterstützung durch Laufschuhe lässt jedoch die Muskulatur erschlaffen und kann unter Umständen die Fehlstellung verschlimmern. Laufen Sie daher so oft es geht barfuß und legen Sie sich mehrere unterschiedliche Paare Laufschuhe zu. Durch verschiedene Modelle werden die Muskeln und Gelenke stets neu gefordert und Fehlbelastungen können sich nicht so leicht verfestigen.

Laufschuhe mit Dämpfung

Wenn Sie bereits den einen Marathon oder Halbmarathon hinter sich gebracht haben, wissen Sie sicherlich, dass sich Laufschuhe nach zwei Stunden Laufen wie Betonklötze an den Füßen anfühlen können. Immer mehr erfahrene Läufer setzen daher auf die neuen „Lightweight“-Modelle, welche bei Stabilität und Dämpfung sparen, dafür aber mehr Flexibilität und natürlichere Bewegungen erlauben.

Für schwere, große Menschen sind diese Wettkampfschuhe weniger geeignet, denn die mangelnde Dämpfung schlägt ihnen auf die Gelenke und die gesteigerte Beanspruchung der Muskulatur stiehlt mehr Zeit, als das geringere Gewicht der Schuhe einsparen kann. Leichte, schnelle Läufer sind besonders bei Wettkämpfen mit Lightweight-Schuhen jedoch gut beraten, auch wenn sich diese Laufschue schneller abnutzen als herkömmliche.

Laufschuhe je nach Geschwindigkeit und Gewicht

Übergewichtige und große Läufer sollten beim Kauf ihrer Laufschuhe vor allem auf eine gute Dämpfung und Stabilität achten. Bei jedem Läufer wirkt beim Laufen das zwei- bis dreifache seines Körpergewichts auf die Gelenke. Das ist bei schwereren Menschen natürlich wesentlich mehr, als bei Leichtgewichten. Wird dieser Ballast nicht durch Laufschuhe aufgefangen, kann die Überbelastung der Knochen und Gelenke zu Schmerzen und Verletzungen führen.

Lassen Sie unbedingt vor dem Kauf ihr Abrollverhalten beim Laufen analysieren. Viele stabile Laufschuhe verfügen nämlich auch über eine Pronationsstütze, welche Menschen mit normalem Abrollverhalten gar nicht benötigen.

Auch die Laufgeschwindigkeit sollte berücksichtigt werden. Je schneller Sie laufen, desto größer ist auch die Belastung für Schuhe und Füße. Langsame Läufer dürften daher auch mit weniger stabilen Laufschuhen zurechtkommen. Laufanfänger ohne Gewichtsprobleme sollten sich vor dem Schuhkauf überlegen, auf welchem Untergrund sie bevorzugt laufen werden.

Wohnen Sie in der Stadt, werden Sie mit Ihren neuen Laufschuhen wohl eher auf Asphalt oder Kiesböden unterwegs sein. Bei Landbewohnern sind es vielleicht eher Wald- und Wiesenböden. Je nach bevorzugtem Untergrund sollten auch die Dämpfung, die Sohle und das Material der Laufschuhe beschaffen sein.

Aktualisiert: 08.08.2017 – Autor: Kristina Klement

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