Leistungsdiagnostik

Sie wollen wissen, wie sich Fitness und persönliche Leistungsfähigkeit bestimmen lassen? Dafür steht Ihnen eine ganze Palette von Messmethoden zur Verfügung. Doch bevor die Untersuchungen zum Einsatz kommen, steht zunächst die Frage im Mittelpunkt, welchem Zweck sie dienen. Die menschliche Leistungsfähigkeit wird durch viele Faktoren bestimmt: Körperbau, Konstitution, Größe und Gewicht, Muskelkraft, Ausdauer, Trainingszustand von Herz, Kreislauf und Atmung sowie Stoffwechsel, Wasser-Elektrolyt-Haushalt und Temperaturregulation. Auch Nervensystem, Psyche und aktuelle Lebenssituation spielen eine wichtige Rolle - Stress, Angst, Krankheiten und Medikamente können die persönliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Ziele der Leistungsdiagnostik

Das Untersuchungsspektrum variiert, je nachdem, mit welchem Ziel die Leistungsdiagnostik durchgeführt wird. Um Sportler oder Hochleistungssportler zu trainieren, bedarf es ggf. anderer und aufwändigerer Methoden, als wenn ein Gesunder wissen will, welche Sportarten für ihn geeignet sind. Bei Patienten kann ermittelt werden, wie stark ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigt ist, ob sie unter körperlicher Belastung neue Symptome entwickeln oder ob die aktuelle Therapie anschlägt. Einsatzgebiete sind damit vor allem die Sportmedizin, Prävention und Rehabilitation.

Leistungsdiagnostik: Wann sinnvoll?

Unterschieden werden im Sport Untersuchungen für Freizeit-, Erholungs-, Leistungs- und Hochleistungssport sowie in der Sporttherapie. Mit den erfassten Werten lassen sich aktueller Leistungsstand und Leistungsfähigkeit allgemein und von Herz-Kreislauf-System, Atmung und Stoffwechsel bestimmen. Von Bedeutung sind dabei individuelle Fähigkeiten und Voraussetzungen für bestimmte Belastungsanforderungen, wobei Alter, Geschlecht, Ernährung und Umweltfaktoren berücksichtigt werden. Dies dient als Grundlage für ein effektives Trainingsprogramm, das in regelmäßigen Abständen überprüft und optimiert werden sollte.

In der Sportmedizin ist es zudem wichtig, individuelle Faktoren zu erkennen, die möglicherweise die Leistungsfähigkeit begrenzen könnten, sowie Ursachen für Trainingsfehler oder Leistungseinbrüche zu finden. Erfasst wird vor allem die Ausdauer - zum Einsatz kommen dabei alle oben aufgeführten Untersuchungen. Daneben lassen sich mit speziellen Tests auch Kraft, Beweglichkeit und Schnelligkeit messen.

Leistungsdiagnostik in der Rehabilitation

Wichtiger Bestandteil bei der Nachbehandlung von Erkrankungen insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems sind bewegungsorientierte Übungen, spezifisches Ausdauer- und Gesundheitstraining. Damit das Training Wirkung zeigt, aber den Patienten nicht überfordert, wird zunächst dessen individuelle Leistungsfähigkeit und damit die adäquate sportliche Belastung mittels Ergometrie bestimmt. Die Untersuchung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt. So lassen sich die Heilung verfolgen und die Wirkung der Medikamente prüfen.

Leistungsdiagnostik in der Prävention

In der Prävention In Deutschland sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems Todesursache Nummer eins - im Jahr 2002 starben in Deutschland fast 400.000 Menschen daran. Experten gehen davon aus, dass der Anteil chronischer Herzerkrankungen in Zukunft noch steigt. Damit nimmt die Vorsorge einen hohen Stellenwert ein. Durch gezieltes, regelmäßiges Training in jedem Alter lassen sich den Risikofaktoren wie mangelnde Bewegung und falsche Ernährungsgewohnheiten entgegenwirken, die Widerstands- und Leistungsfähigkeit erhöhen, Beweglichkeit, Kraft und Koordination verbessern und einem Leistungsabbau gezielt entgegensteuern. Auch hierbei muss die Trainingsintensität den individuellen Gegebenheiten angepasst werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen, ohne den Körper zu schädigen.

Insbesondere bei Übergewicht, höherem Alter und Vorerkrankungen sollte ein Arzt um Rat gefragt werden. Die Leistungsmessung mittels Ergometrie hilft, einen entsprechenden Trainingsplan auszuarbeiten, um Herz, Gefäße, Lunge und Muskeln zu stärken.

Aktualisiert: 04.12.2013
Autor*in: Dagmar Reiche

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