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Paddeln: Gesund bleiben, fit werden

Pärchen beim Paddeln © istockphoto, stevecoleimages

Die Tage werden länger und wärmer und morgens verlässt man zum munteren Gezwitscher der Vögel das Haus – wenn der Frühling in voller Blüte steht, treibt es viele Sonnenhungrige aus dem Haus. Sitzt der Winterspeck noch auf den Hüften, wächst die Motivation für sportliche Betätigung. Doch wer will bei dem schönen Wetter schon seine freie Zeit im Fitnessstudio verbringen? Wer sich gerne sportlich betätigen und dabei die Natur genießen möchte, sollte sich einmal im Paddeln erproben.

Verschiedene Kanu-Arten

Paddeln beziehungsweise Kanufahren kann man zudem noch mit Radfahren und Wandern verbinden und dadurch die Natur in vielfältiger Weise erkunden und genießen. Im Unterschied zum Ruderboot sitzt beim Paddeln der Kanute in Fahrtrichtung und hat auch nur ein Paddel, das nicht am Boot befestigt ist. Man unterscheidet zwei Kanu-Arten: das Kajak mit Doppelpaddel und den Kanadier, der sitzend oder kniend mit einem Stechpaddel bewegt wird.

Kanufahren: Sport für die ganze Familie

Paddeln eignet sich für jung und alt und lässt sich in nahezu jedem Alter erlernen (Kinder sollten nicht jünger als acht Jahre sein, um alleine in einem Kanu zu sitzen). Kanufahren ist ein risikoarmer, äußerst vielseitiger Sport. Das Besondere am Paddeln ist der enge Bezug zur Natur. Beim Paddeln wird auch der Umweltschutz großgeschrieben. Kanufahren ist somit ein ideales Mittel, dem Nachwuchs auf spielerischer Weise einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt nahe zu bringen, und gleichzeitig mit jeder Menge Spaß die Fitness zu fördern.

98 Prozent aller deutschen Kanuten betreiben Kanuwandern. Beim Kanuwandern werden meist kürzere Strecken auf ruhigen Gewässern mit längeren Wander-Touren, oftmals noch mit Camping verbunden. Besondere Kanutouren laden zum Wochenendausflug oder Ferientrip ein. Ein spezielles Kajak bietet viel Stauraum, doch Kanu-Verleiher bieten auch bisweilen den Service, dieses separat zu transportieren. Wer Kanufahren mit Abenteuer verbinden will, kann als erfahrener Kanute statt Kanuwandern Rafting, Wildwasser-Kajak oder Kanuslalom ausprobieren.

Paddeln und körperliche Fitness

Wer Kanufahren möchte, muss nur geringe körperliche Anforderungen erfüllen. Die erste Grundvoraussetzung ist, dass man gut schwimmen können sollte. Meist ist beim Kanufahren der Oberkörper in Bewegung. Die stärkste Belastung beim Paddeln entsteht für Rumpf und Arme. Der Oberkörper wird dynamisch belastet, hinzu kommt eine statische Belastung des Unterkörpers. Bestehen in diesen Bereichen Vorerkrankungen, muss ein Arzt konsultiert werden, um mögliche Gefahren einer Überbelastung oder andere Probleme auszuschließen. Muskelkater entsteht beim Paddeln dementsprechend vor allem in Armen und Oberkörper. Kanufahren schult je nach Disziplin in unterschiedlichem Maße Ausdauer, Kraft, Koordination sowie Gefühl für Gleichgewicht und Taktik.

Um eventuelle Gefahren zu minimieren, sollte man auf gewisse Maßnahmen achten, auch wenn man sich nur gelegentlich ins Kajak schwingt. Neben der obligatorischen Schwimmweste gehört ein Kopfschutz dazu – ein Helm ist zwar bei flachen, ruhigen Gewässern nicht unbedingt erforderlich, doch eine Kopfbedeckung zum Schutz vor der Sonne darf ebenso wenig fehlen wie Sonnencreme, oder entsprechende Kleidung, die einen Sonnenbrand verhindert. Auch Ersatzkleidung gehört ins Kanu.

Kanusport und Gesundheit

Wer Paddeln regelmäßig als Sport betreibt, braucht einen starken und beweglichen Rücken, das Gleiche gilt für die Schultern. Ausgleichende Übungen sind deshalb wichtig. Auch die Gefahr einer Sehnenscheidenentzündung ist durch das ständige Halten und Drehen des Paddels beim Kanufahren gegeben. Die Arme warm zu halten und eine lockere Paddelführung zu erlernen, mindert das Risiko. Längere Kanutouren sollten durch häufige Pausen unterbrochen werden, um Überbelastung und Übermüdung zu vermeiden und Lockerungs- und Dehnungsübungen durchzuführen.

Wer zum Beispiel Küstenkanuwandern betreibt oder sich mit seinem Kajak anderweitig gerne auf große Gewässer begibt, setzt sich leicht der Gefahr einer Unterkühlung aus – nicht nur in der kalten Jahreszeit. Auch Paddeln im Sommer kann gefährlich werden, zumal der Körper den Wärmeverlust erst bei Wassertemperaturen ab 32 Grad ausgleichen kann. Schon bei einer Wassertemperatur von 25 Grad kann der Körper langfristig unterkühlen, da ein Mensch bei gleichen Temperaturbedingungen im Wasser etwa 25-mal schneller auskühlen soll. Andererseits sind beim Paddeln bei hohen Temperaturen die Risiken eines Hitzeschlags zu beachten.

Aktualisiert: 26.04.2017 – Autor: Daniela Heinisch

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