Laufdisziplinen der Leichtathletik

Sprinter © istockphoto, Alija

Neben Wurf- und Sprungdisziplinen existieren in der Leichtathletik die so genannten Laufdisziplinen. In der Leichtathletik werden 13 Laufdisziplinen unterschieden. Diese werden in drei verschiedene Blöcke untergliedert: Sprint, Mittelstreckenlauf und Langstreckenlauf. Diese werden in folgendem Artikel näher erläutert.

Sprint

Unter Sprint versteht man die Überwindung einer Strecke in der kürzest möglichen Zeit, das heißt, unter der größten zu erreichenden Geschwindigkeit. Für Damen und Herren gleich gibt es 100m, 200m, 400m, 4x100m Staffel, 4x400m Staffel sowie 400m Hürden. Zusätzlich gibt es bei den Herren 110m Hürden und bei den Damen 100m Hürden.

Man unterscheidet zusätzlich zwischen Kurz- und Langsprint (Strecken über 200m), wobei der Kurzstreckenlauf auf eine Tradition als älteste olympische Disziplin zurückblicken kann. Der Körper setzt beim Sprint energiereiche Phosphatreserven um. Das Verletzungsrisiko ist beim Sprint vor allem in der Startphase und am Ende der Laufstrecke gegeben.

Die häufigsten Verletzungen betreffen die Muskeln der Oberschenkelrückseite (hier vor allem der Musculus biceps femoris), ferner auch Muskelverletzungen der Vorderseite (etwa der Musculus rectis femoris). Ebenso leiden Sprinter nicht selten unter Rupturen der Achillessehnen. Als mögliche Spätfolge wird bei Sprintern eine Häufung von Hallux Rigidus beobachtet – die Ursache wird in der Belastung durch die Startposition vermutet.

Hürdensprintern entsteht ein zusätzliches Verletzungsrisiko der Iliosakralgelenke, der unteren Lendenwirbelsäule und der Bauchmuskulatur. Zusätzlich stellen verkürzte Adduktoren einen Risikofaktor dar.

Mittelstreckenlauf

Als Mittelstrecke wird alles zwischen 800m und 1609m (entspricht einer englischen Meile) bezeichnet. Zu den olympischen Disziplinen zählen der 800m und der 1500m Lauf, die Internationale Leichtathletik Föderation verzeichnet zudem auch Rekorde über 2000m, 4x800m Staffel und 4x1500m Staffel (bei den Herren). Zwar werden Mittelstrecken heute auch von beiden Geschlechtern gelaufen, doch sind die Frauen bei internationalen Wettbewerben erst seit den 60er Jahren in dieser Disziplin zugelassen; nach einem ersten 800m Lauf der Damen bei Olympia 1928 ging man zunächst von einer zu großen körperlichen Belastung für Frauen aus, da die teilnehmenden Damen allzu erschöpft erschienen.

Der Mittelstreckenlauf ist eine verletzungsarme Leichtathletik-Disziplin. Das Risiko für akute Verletzungen ist gering, eher kommt es zu Überlastungen der Sehnen an den Beinen, vor allem der Achillessehne. Hinzu können durch Überbelastung und Stress Frakturen entstehen. Hier sind besonders Mittelfuß und Schienbein gefährdet, ferner auch der Oberschenkelhals.

Langstreckenlauf

Unter dem Begriff Langstreckenlauf werden alle Distanzen über der englischen Meile zusammengefasst. Zu den wichtigsten Disziplinen gehören der 5000m und der 10000m Lauf, der 3000m Hindernislauf sowie der Marathon. Auch andere Bahnen- und Straßenläufe, Crossläufe oder der Stundenlauf sind beliebte Langstrecken-Disziplinen. Die längste leichtathletische Laufdisziplin bei Olympia ist mit einer Strecke von 42,195 km der Marathon.

Die Verletzungsrisiken beim Langstreckenlauf sind im Prinzip die gleichen wie die beim Mittelstreckenlauf, allerdings treten zudem Meniskusschäden als typisches Problem bei Langstreckenläufern auf. Weniger häufig sind akute Meniskusschäden als chronische Entzündungen, die durch Abnutzung und Überbelastung entstehen.

Das als Läuferknie bezeichnete ilio-tibiales Bandsyndrom macht vor allem Langstreckenläufern mit O-Beinen zu schaffen, da der sich zwischen Beckenkamm und Schienbein befindliche Sehnenstrang leicht scheuert und heftige Schmerzen verursachen kann. Ein weiteres klassisches Problemfeld von Langstreckenläufern ist das Kreuzband.

Aktualisiert: 30.10.2017 – Autor: Daniela Heinisch

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